Nicky Hayden prangert bei der aktuellen GP12 vor allem die Front an

MotoGP 2012

— 12.08.2012

Ducati: Wo liegt der Hund begraben?

Nicky Hayden rätselt über die aktuellen Ducati-Probleme und prangert das Untersteuern an - Von zu gravierenden Änderungen mitten in der Saison hält er nichts

Das Ducati-Werksteam tritt in der MotoGP-WM seit geraumer Zeit auf der Stelle. Seit dem Abschied von Casey Stoner zum Ende der Saison 2010 sprangen für das italienische Werksteam in eineinhalb Jahren drei magere Podestplätze heraus. Valentino Rossi, der die Mannschaft aus Borgo Panigale zum Ende der laufenden Saison verlassen wird, fuhr sowohl im Jahr 2011 als auch in diesem Jahr jeweils beim Grand Prix von Frankreich in Le Mans aufs Podium. Teamkollege Nicky Hayden nahm in Jerez 2011 an der Champagner-Zeremonie teil und wartet seither auf seinen nächsten Podestplatz.

Auch wenn es an zählbaren Ergebnissen anno 2012 noch mangelt, erkennt Hayden bei Ducati Licht am Ende des Tunnels: "Hier und da schöpfen wir etwas Hoffnung. Ich würde sagen, dass Valentino und ich in Mugello unser bestes Rennen in zwei Jahren bei trockenen Bedingungen gezeigt haben." Rossi lief bei seinem Heimspiel als Fünfter nur eine Sekunde hinter dem Drittplatzierten Andrea Dovizioso ein. Hayden kämpfte bis zur letzten Runde um einen Podestplatz, fiel dann aber noch bis auf Rang sieben zurück.

Beim Heimspiel des US-Amerikaners in Laguna Seca erlebte das Team dann jedoch eine Ernüchterung. Der zweifache Laguna-Sieger Hayden kämpfte sich auf Rang sechs, hatte aber nie eine Chance, weiter nach vorn zu kommen. Rossi stürzte kurz vor Schluss bei der Anfahrt zum Corkscrew und verbuchte seine erste Nullnummer der Saison. "Laguna Seca war kein gutes Wochenende für uns. Wir hatten dort schwer zu kämpfen", bedauert Hayden.

Die für Laguna Seca angekündigte neue Motorenspezifikation stellte sich laut dem Ex-Weltmeister aus den USA "nicht als großer Unterschied" heraus. "Es wurden nur ein paar Kleinigkeiten verändert. Vielleicht können wir später in der Saison mit ein paar Updates für diesen Motor ausrücken", hofft Hayden. In Kalifornien beschränkten sich die Veränderungen in erster Linie auf die Elektronik. "Die Konfiguration, mit der ich im Rennen unterwegs war, unterschied sich aber kaum von dem Stand, den ich aus den vorangegangenen Rennen gewohnt war."

Keine gravierenden Veränderungen mitten in der Saison

Der Ducati-Pilot ist alles andere als überzeugt davon, dass ein komplett neuer Motor oder gar ein neues Chassis das Allheilmittel wären: "Ich bin Fahrer und kein Ingenieur. Also versuche ich, nichts zu übertreiben. Ich kann den Technikern sagen, dass wir einen neuen Motor brauchen, aber neu ist nicht automatisch besser", gibt Hayden zu bedenken.

Erst Recht, wenn ein umfassendes Upgrade mitten in der Saison passiert. In diesem Zusammenhang erinnert der Ducati-Pilot im vierten Jahr an die Saison 2011: "Wir brachten im vergangenen Jahr ein neues Chassis und nahmen während der Saison große Veränderungen vor. Das führte dazu, dass wir den Faden verloren, weil die Dinge etwas durcheinander gerieten." Eines steht für den MotoGP-Weltmeister von 2006 allerdings fest: "Ein, zwei Zehntel bringen uns nicht weiter. Es braucht einen großen Schritt."

Wo genau man bei Ducati den Hebel ansetzen muss, das wüsste auch der 31-jährige US-Boy nur allzu gern. "Wir müssen das Untersteuern beheben und das Bike generell steifer und besser machen", fordert Hayden und rätselt: "Die aktuelle Tendenz könnte vom Motor herrühren. Was auch immer zu tun ist, um das Untersteuern zu beheben - ich weiß nur, dass es behoben werden muss."

Hoffnung auf Testfahrten in Misano

Im Anschluss an den Grand Prix von Tschechien in Brünn (26. August) testet Ducati in Misano. "Dort werden wir ein paar Dinge ausprobieren", sagt Hayden und fügt hinzu: "Für den weiteren Saisonverlauf haben wir ein paar neue Chassis-Teile vorgesehen. Wenn alles passt, sehe ich keinen Grund, warum Ducati nicht wieder wettbewerbsfähig sein sollte. Das Team hat in der Vergangenheit bereits bewiesen, dass das nicht unmöglich ist."

Nach der Ducati-Übernahme durch Audi glaubt der US-Amerikaner mehr denn je an den Fortschritt im italienischen Team. "Ich glaube, dass wir die nötigen Puzzleteile und Ressourcen beieinander haben. In diesem Jahr haben wir den Anschluss ganz klar nicht geschafft", gesteht Hayden, der auch in der kommenden Saison in den Lenker einer Desmosedici greifen wird. In dieser Hinsicht ist der 31-Jährige geduldiger als sein zwei Jahre älterer Teamkollege Rossi, den es nach zwei mageren Ducati-Jahren zu Yamaha zurückzieht.

Fotoquelle: Ducati

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