Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa kämpft um seinen ersten MotoGP-Titel

MotoGP 2012

— 31.07.2012

Pedrosa: "Verbesserungen kaum noch möglich"

Für Dani Pedrosa kommt es darauf an, seine Konstanz nun mit Siegen zu untermauern - Beim Thema Chattering erwartet er keine großen Fortschritte mehr

Dani Pedrosa fährt auch in den beiden kommenden Jahren für das Honda-Werksteam in der MotoGP-WM. Nach der ersten Hälfte seiner persönlichen Saison 2012 zeigt sich der Spanier zufrieden und nimmt nach neun Podestplätzen aus zehn Rennen - darunter der einzige Saisonsieg auf dem Sachsenring - seinen ersten Titel in der Königsklasse ins Visier.

Im Interview bilanziert Pedrosa die erste Saisonhälfte aus seiner Sicht, spricht über seine eigenen Stärken und Schwächen sowie die seiner Honda und beurteilt die Themen Bridgestone-Reifen, CRT-Bikes und Mick Doohan als fiktiven Teamkollegen.

Frage: "Dani, du liegst mit 19 Punkten Rückstand auf WM-Spitzenreiter Jorge Lorenzo (Yamaha) derzeit auf Platz zwei der Gesamtwertung. Verläuft die Saison für dich bisher nach Plan?"
Dani Pedrosa: "Es läuft gut. Ich habe gute Ergebnisse eingefahren, hätte aber gern ein paar Siege mehr auf meinem Konto. Ich hoffe, dass wir die Anzahl der Siege im weiteren Saisonverlauf noch erhöhen können."

Frage: "Die Konstanz scheint in diesem Jahr deine große Stärke zu sein. Wo kannst du dich noch verbessern?"
Pedrosa: "Eine Verbesserung ist sehr schwierig zu erreichen, denn der Wettbewerb ist sehr eng und jedes Detail kann einen Unterschied bedeuten. Wir dürfen keinen Bereich auslassen."

Frage: "Es stehen noch acht Rennen auf dem Programm. Worauf wird es in der zweiten Saisonhälfte am meisten ankommen?"
Pedrosa: "Ich gehe davon aus, dass sich die Dinge bei den verbleibenden Rennen ähnlich darstellen werden wie bisher. Jedes einzelne Rennen wird durch Kleinigkeiten entschieden. Es wird darauf ankommen, so weit oben wie möglich auf dem Podium zu stehen und keine Fehler zu machen."

Frage: "Auf welcher der noch anstehenden Strecken rechnest du dir die größten Chancen aus und welcher dieser Kurse gefällt dir am besten?"
Pedrosa: "In diesem Jahr läuft es für uns auf allen Strecken gut - sowohl auf denen, die uns schon in der Vergangenheit entgegenkamen als auch auf denen, die ich bisher nicht so mochte. Ich gehe davon aus, dass das so bleibt. Die Strecken sorgen meiner Meinung nach nicht für den entscheidenden Unterschied. Du darfst dir nirgendwo Fehler erlauben. Gewinnen wird am Ende derjenige, der die wenigsten Fehler macht."

Frage: "Es sieht so aus, als bräuchte es für einen Sieg in diesem Jahr die absolute Perfektion. Siehst du das genauso?"
Pedrosa: "Ja, das stimmt wirklich. Während eines Rennwochenendes denkt man schon mal, dass wir nicht vorankommen und noch mehr herausholen könnten. In Wahrheit bewegen wir uns aber am Limit unserer Möglichkeiten. Es fällt sehr schwer, sich einen Vorteil zu erarbeiten. Aus diesem Grund verlaufen die Rennen in diesem Jahr oft wie an einer Perlenkette. Es gibt wenig Überholmanöver. Wir befinden uns inzwischen auf einem Level, wo es kaum möglich ist, noch mehr aus sich selbst, dem Motorrad und der Strecke herauszuholen."

Das leidige Thema Chattering

Frage: "Wie beurteilst du die Performance deiner Honda RC213V bisher? Ist das Chattering nach wie vor das größte Problem?"
Pedrosa: "Das Bike läuft gut, aber es ist nicht einfach, auf jeder Strecke ein exzellentes Setup zu finden. Natürlich könnte es noch ein wenig besser laufen, aber insgesamt machen wir einen guten Job. Das Chattering ist eines der Probleme, die wir haben. Wir versuchen, es zu lösen, doch das ist schwierig. Ich erwarte auf diesem Gebiet bis zum Ende der Saison keine großen Verbesserungen."

Frage: "In Silverstone kamen erstmals die neuen Reifen zum Einsatz. Ist das mangelnde Vertrauen in diese neuen Reifen nach wie vor ein Thema oder sind die Probleme inzwischen gelöst?"
Pedrosa: "Das Fahren mit dem neuen Reifen fällt nach wie vor schwer. Im Verlauf der zurückliegenden Rennen haben wir uns zwar daran gewöhnt, aber es gibt immer noch Einschränkungen."

1.000er-Bikes anders als die 800er

Frage: "Wie beurteilst du nach einer halben Saison den Wechsel zu den 1.000er-Maschinen? Gibt es im Vergleich zur vergangenen Saison einen großen Unterschied?"
Pedrosa: "Ja, ein Unterschied ist da. Das gilt vor allem für die Rennen, denn die Reifen halten nicht mehr so lange und das Motorrad bewegt sich mehr. Es lässt sich schwerer kontrollieren und am Eingang und Ausgang der Kurven nicht mehr so leicht umlegen. Aus diesem Grund gibt es in diesem Jahr meiner Ansicht nach einen gewissen Abstand zwischen den Top 3 und dem Rest."

Frage: "Unterscheiden sich die aktuellen Bikes stark von 990er-Maschinen aus deiner MotoGP-Rookie-Saison 2006?"
Pedrosa: "Nein, die Art zu fahren, ist sehr ähnlich. Auch die Motorleistung ist vergleichbar. Klar gibt es Unterschiede. Die größten liegen aber in den Reifen begründet. Damals waren die Reifen ganz anders als heute, was für eine gewisse Verschiebung sorgt."

CRT-Bikes eine nützliche Neuerung

Frage: "Wie beurteilst du die Einführung der CRT-Bikes in diesem Jahr?"
Pedrosa: "Das sind Motorräder, die sich noch in der Entwicklung befinden und bisher nicht die allergrößte Leistung haben. Uns war klar, dass es nicht das Ziel für dieses Jahr war, an die Zeiten der Prototypen heranzukommen. Die Einführung der CRT-Bikes ist eine nützliche Neuerung hinsichtlich der Erweiterung des Starterfelds. Wir haben dadurch mehr Fahrer und eine bessere Show, aber wir müssen den Betroffenen noch Zeit geben."

Frage: "In Estoril standst du zum 100. Mal in deiner Karriere auf dem Podest. In Laguna Seca hast du den 65. Podestplatz deiner MotoGP-Karriere eingefahren und damit Wayne Rainey überholt. Du liegst jetzt nach Podestplätzen in der Königsklasse auf Platz sechs. Sind Meilensteine wie diese eine besondere Motivation für dich?
Pedrosa: "Es stimmt, dass ich in der MotoGP-WM schon oft auf dem Podest stand, aber ich habe nicht so oft gewonnen, wie es mir gewünscht hätte. Ich würde gern häufiger siegen."

Doohan als Teamkollege "wohl sehr schwierig"

Frage: "Vor ein paar Wochen hast du deinen Vertrag im Honda-Werksteam verlängert. Dein zukünftiger Teamkollege Marc Marquez bezeichnete dich lange Zeit als Idol. Kannst du dir vorstellen, wie es gewesen wäre, wenn du in deinem ersten Jahr Teamkollege von Mick Doohan gewesen wärst?"
Pedrosa: "Es wäre wohl sehr schwierig, Doohan als Teamkollegen zu haben. Er war ein Fahrer, der nur ganz schwer zu schlagen war. Ich weiß nicht, ob ich auf seinem Level hätte fahren können, aber wir hätten mit Sicherheit viel gelernt und uns das Leben auf der Strecke gegenseitig sehr schwer gemacht."

Frage: "Im Vorjahr verbrachtest du die Sommerpause in erster Linie damit, dich von deinem Sturz in Le Mans zu erholen. In diesem Jahr hattest du Glück und kamst bisher ohne Verletzung übers Jahr. Welche Pläne hast du für die Sommerpause?"
Pedrosa: "Ich werde nach Europa zurückfliegen, mich etwas erholen und einfach die Pause genießen. Ich werde ein paar Tage Sonne tanken und mich ausruhen. Zudem werde ich Familie und Freunde besuchen und mit ihnen zusammen ein paar nette Tage verbringen. Danach steht wieder das Trainieren auf dem Plan."

Fotoquelle: Repsol

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