Die Aspar-Maschinen haben laut Hofmann etwa 215 bis 220 PS am Hinterrad

MotoGP 2012

— 31.07.2012

Hofmann: Biaggi hat 15 bis 35 PS mehr als die CRTs

Der Aprilia-Testfahrer Alex Hofmann gibt einen Einblick in die Motorensituation bei Aprilia und fordert für die ART-Piloten mehr Elektronik-Ingenieure

Bis zu 50 km/h betrug der Topspeed-Unterschied zwischen den schnellsten Prototypen und Danilo Petruccis CRT-Bike in der laufenden Saison. Das ist nicht nur ein klarer Beweis für die momentane Zweiklassen-Gesellschaft in der MotoGP sondern auch sehr gefährlich. Das Problem sind die begrenzten Möglichkeiten der CR-Teams. Die seriennahen Triebwerke müssen in der MotoGP deutlich mehr Kilometer abspulen als in der Superbike-WM.

"Der Unterschied sind etwa 1.000 Umdrehungen. Max Biaggis Motor dreht 15.500 oder ein bisschen mehr", bemerkt Alex Hofmann gegenüber 'Motosport-Total.com'. "Die Laufzeit bei einem Motor holt man, indem man ihn nicht so hoch dreht. Dann hält er auch länger." Was für die Laufzeit gut ist, limitiert natürlich das Leistungspotenzial.

"Wir reden von einem Unterschied von etwa zehn bis 15 PS. Mit dem Rennmotor von Aprilia wären die CRT-Teams deutlich besser aufgestellt. Die Aerodynamik, die Bremsen und die Reifen sind in der MotoGP natürlich besser", stellt 'Sport1'-Experte Hofmann fest und schätzt die Situation wie folgt ein: "Der Serienmotor der Aprilia hat am Hinterrad etwa 180 PS. Petruccis Team nimmt diesen Motor und tunt ihn auf etwa 200 PS. Die Motoren von de Puniet und Co. werden zwischen 215 und 220 PS haben. Der perfekte Werksmotor von Biaggi liegt bei 235 PS. Das kann man so sagen."

Die Standfestigkeit der ART-Motoren war bisher kein Problem. Dafür bereitet die komplexe Elektronik ab und an Schwierigkeiten. Das Problem liegt laut Hofmann an den fehlenden Experten: "Das Elektronikpaket bereitet noch ein paar Schwierigkeiten. Aprilia hat auch nur zwei Techniker vor Ort. Dementsprechend ist es mit der Superbike-WM nicht zu vergleichen. Da hat jeder seinen eigenen Ingenieur."

"Du brauchst für ein MotoGP-Team eigentlich einen eigenen Elektronik-Ingenieur in jeder Box", so Hofmann. "Die Elektronik kann helfen. Man kann da aber auch viele Fehler machen. Es ist unglaublich, was momentan alles möglich ist. Stellenweise kann ich es selbst kaum nachvollziehen, auch wenn ich der Testfahrer bin. Es ist so komplex, dass man schnell Fehler macht. Wenn ein Sensor kaputt ist und deshalb ein Parameter nicht stimmt, rollt man manchmal schon aus."

Fotoquelle: Aspar

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