Dani Pedrosa hat zum zweiten Mal in Indianapolis gewonnen

MotoGP 2012

— 19.08.2012

Pedrosa gewinnt in Indianapolis

Dani Pedrosa gewinnt den Grand Prix in Indianapolis souverän vor Jorge Lorenzo und verkürzt seinen WM-Rückstand - Fünfter Podestplatz für Andrea Dovizioso

Der Grand Prix von Indianapolis war eine klare Angelegenheit für Dani Pedrosa (Honda). In den ersten Runden übernahm der Spanier die Führung und gab sie bis ins Ziel nicht mehr ab. Sein Landsmann Jorge Lorenzo hatte sich für den weichen Hinterreifen an seiner Yamaha entschieden, hatte aber keine Chance gegen Pedrosa und musste sich mit dem zweiten Platz zufrieden geben. Dadurch verringerte sich sein WM-Vorsprung auf 18 Punkte. Tech-3-Yamaha-Pilot Andrea Dovizioso setzte sich in der Verfolgergruppe durch, kämpfte Casey Stoner (Honda) nieder und eroberte seinen fünften Podestplatz in diesem Jahr.

Trotz verletztem rechten Fuß zeigte Weltmeister Stoner eine kämpferische Leistung und mischte in der Verfolgergruppe mit. Am Ende musste er sich aber Dovizioso geschlagen geben und kam als Vierter über die Linie. In der WM beträgt sein Rückstand nun 39 Punkte. Den fünften Platz belegte Alvaro Bautista mit der Honda des Gresini-Teams. Rookie Stefan Bradl (LCR-Honda) mischte in der Anfangsphase in der Verfolgergruppe gut mit, musste im weiteren Rennverlauf aber abreißen lassen und sah die Zielflagge als Sechster.

Cal Crutchlow (Tech 3) schied durch Sturz vorzeitig aus und die Pechsträhne bei Ben Spies ging weiter. Nach anfänglicher Führung platzte sein Yamaha-Motor. Valentino Rossi spielte mit seiner Ducati keine Rolle und kam mit großem Rückstand als Siebter ins Ziel. Bester Claiming-Rule-Vertreter war Yonny Hernandez (Avintia) auf Platz neun. Der Tag stand aber ganz im Zeichen von Pedrosa. 65.000 Fans sahen seinen zweiten Sieg im "Brickyard. "Es war ein gutes Wochenende. Das Motorrad hat sehr gut funktioniert."

"Ich bin zwar viel gerutscht, hatte aber ein gutes Gefühl. Der Dank geht an das Team", lobt der Sieger. "Zu Beginn war das Rennen schwierig, weil der Rhythmus hoch war. Ich musste die Konzentration halten. Dann lag ich in Führung. Als ich das Öl von Ben sah, wusste ich nicht genau, wo ich fahren muss. Dann ist mir ein Fehler passiert, aber ich konnte sitzen bleiben und den Rhythmus halten."

Lorenzo setzte seine Serie fort. Mit Ausnahme von Assen kam er immer als Erster oder Zweiter ins Ziel. "Es war ein schwieriges Wochenende, vielleicht das schwierigste des Jahres. Wir konnten das Motorrad im Qualifying verbessern und heute mit Dani kämpfen. Das war fantastisch. Leider konnte ich nicht den harten Hinterreifen verwenden", begründet der Spanier seine Reifenwahl. "Ab Rennhalbzeit hat das Tempo mit der weichen Mischung nachgelassen."

Spies scheidet nach Führung aus

Bis die Sieger Champagner verspritzen konnten, mussten 28 lange Runden absolviert werden. Wie gewohnt gewann Pedrosa den Sprint zur ersten Kurve. Dahinter sortierten sich Spies, Dovizioso, Lorenzo und Bradl ein. Spies legte gleich explosiv los und schnappte sich in der zweiten Kurve die Führung. Stoner ging es in den ersten Kurven ruhig an und befand sich nach der ersten Runde auf Position sieben. Die Spitzenfahrer hatten alle den harten Hinterreifen aufgezogen. Lediglich Lorenzo hatte auf die weichere Mischung gesetzt. Damit konnte er in der Anfangsphase kein hohes Tempo vorlegen und musste in den ersten Runden leicht auf das Spitzenduo Spies/Pedrosa abreißen lassen.

Dovizoso und Bradl hingen am Hinterrad des WM-Führenden. Spies und Pedrosa legten in der Anfangsphase ein hohes Tempo an den Tag und setzten sich vom Feld und im speziellen von Lorenzo ab. Spies zeigte seinen US-Fans auf der Tribüne eine Show. Zu Beginn der dritten Runde scherte Pedrosa auf der Zielgeraden im Windschatten aus, aber der Texaner verteidigte auf der Bremse zu Kurve eins energisch die Spitze. Einen Umlauf später zog Pedrosa schließlich im Windschatten vorbei an Spies.

In der Verfolgergruppe lagen Dovizioso, Bradl, Stoner, Bautista und Crutchlow ab Platz vier dicht beisammen. Stoner ließ sich die Verletzung nicht anmerken, schnappte sich in einem harten Manöver Bautista und anschließend Bradl auf der Zielgeraden. Stoner marschierte durch das Feld und griff auch gleich Dovizioso für Platz vier an. Daraus wurde das Duell um den dritten Platz, denn der große Pechvogel der Saison hatte wieder kein Glück. In der sechsten Runde platzte der Yamaha-Motor von Spies und der Lokalmatador rollte auf der Zielgeraden aus.

Eng umkämpfte Verfolgergruppe

Lorenzo zog am rauchenden Teamkollegen vorbei und übernahm Platz zwei. Sein Rückstand auf Pedrosa betrug zu diesem Zeitpunkt 2,2 Sekunden. Die beiden Spanier waren alleine auf weiter Flur. Dafür wurde in der Verfolgergruppe hart um den letzten Podestplatz gekämpft. Dovizioso, Bradl und Stoner schenkten sich nichts. Der Deutsche hielt gegen die Topfahrer dagegen. In der neunten Runde verabschiedete sich Crutchlow durch einen Sturz in der Zielkurve aus dieser Gruppe.

Somit kämpften noch Stoner, Dovizioso, Bradl und Bautista um den letzten Podestplatz. Von Ducati war weit und breit nichts zu sehen. Rossi fuhr abgeschlagen auf dem siebten Platz und hatte in der Anfangsphase sogar die Claiming-Rule-Fahrer im Windschatten. Ein weiteres Debakel für Ducati und den Superstar. Lokalmatador Nicky Hayden konnte aufgrund seines Trainingssturzes und seiner Handverletzung nicht am Grand Prix teilnehmen.

An der Spitze war alles klar. Pedrosa führte souverän vor Lorenzo und konnte kontinuierlich schneller als der Yamaha-Pilot fahren. Stoner behauptete nach Rennhalbzeit knapp vor Dovizioso den dritten Platz. Dicht dahinter folgte die Kunden-Honda von Bautista. Bradl musste leicht abreißen lassen und lag an der sechsten Stelle.

Pedrosa war ungefährdet und fuhr seinen zweiten Saisonsieg sicher ins Ziel. Der Spanier ist der einzige Fahrer, der in allen Rennen Punkte sammeln konnte und mit Ausnahme von Le Mans immer auf dem Podium war. Dadurch verkürzte er den Rückstand auf Lorenzo, der zehn Sekunden dahinter über die Linie kam um fünf Punkte auf 18 Zähler. Lorenzo ging es vorsichtig und ging bei Überrundungsmanövern kein Risiko ein. Spannend ging es bis zum Schluss im Duell um den letzten Podestplatz zu.

Stoner hatte sich in der Verfolgergruppe durchgesetzt und fuhr lange auf dem dritten Platz. Dovizioso steckte aber nicht auf und übte Druck aus. Sechs Runden vor dem Ziel ging der Italiener schließlich vorbei und war auf Kurs zu seinem fünften Podestplatz in diesem Jahr. Stoner konnte keinen Konter mehr setzen und das Duell war entschieden. Dovizioso durfte erneut einen Pokal abholen, während Stoner als Vierter Schadensbegrenzung betrieb.

Zwei Sekunden hinter dem Weltmeister kam Bautista über die Ziellinie. Bradl musste am Ende immer mehr abreißen lassen und hatte schließlich eine halbe Minute Rückstand auf Pedrosa. Mit Platz sechs holte der Deutsche wieder solide WM-Punkte. Von hinten drohte keine Gefahr, denn Rossi sah 57 Sekunden nach Pedrosa die karierte Flagge als Siebter. Karel Abraham kämpfte mit der Kunden-Ducati des Cardion-Teams lange gegen die Claiming-Rule-Piloten und konnte sich schließlich durchsetzen. Es wurde Rang acht.

Im Claiming-Rule-Feld duellierten sich Hernandez und Aleix Espargaro (Aspar). Schließlich hatte der Kolumbianer die Nase knapp vorne und feierte den neunten Platz. Pramac-Ducati-Pilot Toni Elias konnte sich bei seinem zweiten Rennen als Ersatz für den verletzten Hector Barbera nicht in Szene setzen und belegte den elften Platz. Dahinter sammelten noch Ivan Silva (Avintia), Colin Edwards (Forward), James Ellison (PBM) und Steve Rapp (APR) WM-Punkte. Aaron Yates schaffte mit dem neuen BCL-Bike die Distanz, ging als 16. aber leer aus.

Bei den CRT-Piloten gab es viele Ausfälle. Mattia Pasini (Speed Master) stürzte bereits in der Anfangsphase. Michele Pirro (Gresini) und Danilo Petrucci (Ioda) stellten ihre Motorräder mit technischem Defekt ab. Randy de Puniet (Aspar) musste mit einer defekten Kupplung an seiner Aprilia aufgeben. Das nächste Rennen findet am kommenden Wochenende im tschechischen Brünn statt.

Fotoquelle: Repsol

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