Ben Spies lässt sich für seine Zukunfts-entscheidung sehr viel Zeit

MotoGP 2012

— 28.08.2012

Spies flirtet mit Gresini

Der scheidende Yamaha-Werkspilot hat für 2013 einige Angebote - Bekommt er dank seines Reisepasses Alvaro Bautistas Honda?

Auch wenn Ben Spies' diesjährige Saison einer Katastrophe gleichkommt, ist der Yamaha-Werkspilot auf dem Fahrermarkt für kommendes Jahr nach wie vor recht begehrt. Direkt nach der Nachricht, dass Spies Yamaha zum Saisonende verlassen wird, wurde der US-Amerikaner mit BMW in Verbindung gebracht. Das neu strukturierte Team der Münchner sucht noch einen zweiten Piloten, der neben Marco Melandri Siege holen soll.

"Es ist eine Möglichkeit, aber sie ist sehr gering. Nach Indianapolis wurden wir von verschiedenen Leuten angesprochen. Die Superbike-WM beobachte ich intensiv, aber ich sehe mir auch MotoGP-Angebote an", erklärt Spies. "Ich kann aber versichern, dass noch nichts unterschrieben ist. Prinzipiell geht es darum, dass ich als Fahrer noch nicht zu 100 Prozent mein Können gezeigt habe. Ich weiß das."

"Ich möchte auch nicht in zehn Jahren zurückblicken und mir sagen, dass ich zu früh gegangen bin. Um zu bleiben müssen das Szenario und das Paket passen. Daran arbeite ich derzeit. Seit ich hier bin, hatte ich gute Momente, aber über eine Saison habe ich nicht gezeigt, was mein Team und ich können", bemerkt der Grand-Prix-Sieger, der zuletzt drei Ausfälle hinnehmen musste. "Wir haben Angebote, die wir uns ansehen und dann entscheiden müssen."

Rückkehr zu Suzuki?

Vor seiner Zeit bei Yamaha war Spies einige Jahre für Suzuki unterwegs. Seine ersten MotoGP-Einsätze absolvierte er für die damals noch aktiven Japaner mit der charakteristischen hellblauen Lackierung. Momentan arbeitet Suzuki an einer neuen MotoGP-Maschine, die womöglich 2014 eingesetzt wird. Eine Rückkehr zu Suzuki ist nicht ausgeschlossen.

"Ich bin mir nicht sicher, aber das liegt auch auf dem Tisch. Es hängt davon ab wie ihr Plan ist, ob sie Wildcard-Einsätze bestreiten wollen, oder schon 2013 einsteigen wollen. Da muss man arbeiten." Deadline? "Nein", schildert er. Um nicht zu lange warten zu müssen, könnte Spies auch vorübergehend in der Superbike-WM mit der GSX-R fahren. "Es ist eine Möglichkeit. Darüber denke ich wie jeder auch nach. Das ist eine der Sachen, die ich mir ansehe, aber man muss sehen, wie ernst ihre Pläne sind", analysiert der ehemalige Superbike-Weltmeister.

Spies ist wichtig für die MotoGP

Im kommenden Jahr gastiert die MotoGP erstmals in Austin. Ein konkurrenzfähiger Pilot ist für die Promoter extrem wichtig, um Tickets zu verkaufen. Hinter Nicky Hayden und Ducati steht ein großes Fragezeichen. Die Dorna dürfte aus diesem Grund recht interessiert sein, Spies in der MotoGP zu halten. Aber für die kommende Saison ist abgesehen von den Ducati-Satellitenbikes nur noch ein Prototyp verfügbar: die Honda RC213V des Gresini-Teams.

"Es wäre ein gutes Motorrad. Man will natürlich immer ein Werksmotorrad, aber dieses Team hat in der Vergangenheit bewiesen, dass sie wissen, wie man ein gutes Motorrad einsetzt. Es könnte eine gute Möglichkeit sein und das Team ist großartig", lobt Spies, der kein Geheimnis daraus macht, dass ihm ein üppiger Gehaltsscheck ebenfalls wichtig ist. Geld hat Gresini-Honda nicht gerade im Überfluss.

Viele Experten gehen davon aus, dass die Dorna mit Blick auf die Premiere in Austin gut daran tut, Fausto Gresini die fehlenden Dollar bereitzustellen. Der Teamchef des italienischen Satelliten-Teams, das derzeit mit Alvaro Bautista überschaubare Erfolge feiert, gibt zu, mit Spies zu reden: "Wir haben mit Spies und Redding geredet. Doch ich habe auch mit Alvaro geredet. Es ist noch nichts entschieden", wird er von 'motogp.com' zitiert.

Gresini muss sich entscheiden

"Zum aktuellen Zeitpunkt haben wir unsere Pläne für die kommende Saison noch nicht definiert. Ich bin ehrlich gesagt ziemlich zufrieden mit Alvaro. Ich muss die Tatsache nicht geheim halten, dass ich gerne mit ihm weitermachen würde. Er ist ein Fahrer, den ich sehr respektiere. Ich denke, dass er sehr viel Potenzial hat", schildert Gresini. "Ich gebe einem Fahrer nur ungern lediglich ein Jahr, weil es ihn einschränkt."

"Es ist klar, dass man nicht so richtig weiß, was auf dem Markt passieren wird. Das Ziel besteht darin, das in dieser Saison gestartete Projekt fortzuführen. Das ist mir wichtig. Andererseits sollte man immer eine Alternative haben und sich nicht auf einen Fahrer konzentrieren. Das gehört zum Spiel dazu", bemerkt der Teamchef. "Die Fahrer gehen ja ähnlich vor und deshalb muss man auch als Team so handeln."

Fotoquelle: Yamaha

Diesen Beitrag empfehlen

Anzeige

Automarkt

Finden Sie im Automarkt von autobild.de Ihren Gebrauchtwagen.

Bei autohaus24.de Neuwagen günstig kaufen und Geld sparen.