Valentino Rossi weiß, was die Schwachstellen der Ducati sind

MotoGP 2012

— 03.09.2012

Jenkner lobt Rossis Technikverständnis

Auch wenn Valentino Rossi bei Ducati gescheitert ist, zweifelt Bridgestone-Servicetechniker Steve Jenkner nicht an den Qualitäten des MotoGP-Routiniers

Als Valentino Rossi von Honda zu Yamaha wechselte und von Beginn an Rennen gewinnen konnte, wurde aus dem Weltmeister eine Ikone. Der Italiener, der zweifellos einer der besten Fahrer aller Zeiten ist, hatte durch seine Arbeit bei Yamaha den Ruf als Entwicklungsfahrer weg, der aus jedem Motorrad ein Gewinner-Bike machen konnte. Die spätere Geschichte zeigte, dass dies nicht mit jedem Motorrad der Fall ist.

Bereits beim ersten Ducati-Test in Valencia spürte Rossi, dass er wohl zu viel Risiko eingegangen ist. Obwohl Casey Stoner mit der Ducati im finalen Teil der Saison 2010 noch Rennen gewinnen konnte, kam Rossi nie mit der Desmosedici zurecht. Auch Crewchief Jeremy Burgess tappte beinahe zwei Jahre im Dunkeln.

Bridgestone-Servicetechniker Steve Jenkner hat einen genauen Einblick in die Arbeit bei Ducati. "Vor, während und nach dem Training bin ich in der Box. Wir besprechen, welche Strategie wir verfolgen. Wir probieren beide Mischungen und beobachten, welche Reifen die beste Balance hergeben. Dann kommen die Schwachpunkte des Motorrades dazu und das Empfinden der Fahrer. Wir versuchen, die negativen Dinge zu reduzieren", erklärt er 'Motorsport-Total.com'.

Besonders intensiv beschäftigt sich Jenkner mit den beiden Ducati-Werkspiloten. Der Deutsche stellt klar, dass Rossi ein absoluter Perfektionist ist, bricht aber auch eine Lanze für Teamkollege Nicky Hayden: "Die Arbeitsweisen ähneln sich schon. Nicky ist auch ein Perfektionist. Er kann nicht so genaue technische Aussagen geben wie Valentino."

Hayden tut sich etwas schwerer, die Probleme beim Namen zu nennen: "Er sagt eher, ob es gut oder schlecht ist. Dann muss man ihm die Sachen ein bisschen aus der Nase ziehen und anhand der Daten die Schlüsse ziehen", bestätigt Jenkner, der Rossis Aussagen sehr hoch einschätzt: "Valentino sagt eins zu eins, was da draußen los ist."

Neben der Optimierung der Performance bei den Rennen interessiert sich Bridgestone für die Aussagen der Fahrer, um an kommenden Wochenenden besser aufgestellt zu sein: "Wir versuchen, die Reifen von Jahr zu Jahr zu verbessern. Wir nehmen von allen Topfahrern die Kommentare auf. Die Kommentare gehen, abhängig vom Motorrad, meist in die gleiche Richtung. An einem Rennwochenende haben wir zwar nur zwei Reifenmischungen dabei, doch übers Jahr sind das ja viel mehr", schildert Jenkner. "Wir passen unsere Reifenwahl für die kommenden Rennen an."

"Wenn zum Beispiel alle nur den weichen Reifen gefahren sind und nicht den harten, dann versuchen wir herauszufinden, warum das so war. Wir untersuchen die rechte und die linke Seite, das Aufwärmverhalten und den Abbau übers Rennen. Diese Dinge senden wir nach Japan. Für das kommende Jahr wird dann an anderen Mischungen gearbeitet. Wir versuchen, dass wir uns bestmöglich an die Gegebenheiten anpassen", erklärt der Bridgestone-Servicetechniker.

Fotoquelle: Ducati

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