Ben Spies will mit Ducati wieder neu angreifen

MotoGP 2012

— 14.09.2012

Spies: "Eine Veränderung ist immer etwas Gutes"

Ben Spies spricht erstmals über seinen Wechsel zu Ducati - Nicky Hayden rät seinem Landsmann: "Ändere dich und nicht das Motorrad"

Nachdem seine Zukunft in der MotoGP lange unklar war, steht seit dieser Woche fest, dass Ben Spies auch im kommenden Jahr der Königsklasse erhalten bleibt. Der US-Amerikaner, der Yamaha nach einer enttäuschenden Saison Ende 2012 verlassen wird, heuert bei Pramac an, und wird dort gemeinsam mit Moto2-Pilot Andrea Ianone das offizielle Ducati-Juniorteam bilden und mit Werksmaterial an den Start gehen. Am Rande des Freien Trainings in Misano sprach Speis erstmals über seine Beweggründe für den Wechsel.

"Ich konnte in diesem Jahr nicht das zeigen, was ich kann. Das wusste ich, und daher musste ich etwas unternehmen", sagt Spies, der sich nicht länger unter Wert verkaufen will. "Ich könnte nicht fünf Jahre lang weiterfahren in dem Wissen, dass ich mein Potenzial nicht ausschöpfe. Daher musste ich etwas verändern. Eine Veränderung ist immer etwas Gutes", sagt der 28-Jährige. "Ich glaube, damit bin ich für das kommende Jahr gut aufgestellt und kann wieder vorne mitfahren."

Lorenzo bedauert Spies' Weggang

Allerdings musste sich Spies erneut die Frage gefallen lassen, warum es ihm, im Gegensatz zu seinem Teamkollegen Jorge Lorenzo, nicht gelungen ist, das volle Potenzial der Yamaha auszuschöpfen. Außer dem Verweis auf das Ausnahmetalent seines Teamkollegen fiel Spies darauf jedoch nicht viel ein: "Jorge ist einer der schnellsten, er und Casey sind die talentiertesten Fahrer. Ich weiß, dass man mit diesem Motorrad Rennen gewinnen kann, aber es ist schwierig zu sagen, woran genau es gelegen hat. Es ist mir einfach nicht gelungen, alles aus mir und dem Motorrad herauszuholen."

Lorenzo bedauert den Weggang seines Kollegen, von dessen Talent er nach wie vor überzeugt ist: "Das ist Schade, denn ich war davon überzeugt, dass er in diesem Jahr mehr Rennen hätte gewinnen können als im vergangenen Jahr, denn das Motorrad ist stärke", sagt der Spanier. "Aber irgendwie läuft alles gegen ihn. Er hat zwar einige Fehler gemacht, hatte aber auch viel Pech", erinnert Lorenzo.

Exemplarisch dafür standen die beiden Rennen in den USA, bei denen Spies jeweils aus technischen Gründen ausschied. Daher steht für Lorenzo fest: "Er hat wesentlich mehr Talent als das, was er momentan zeigt. Für ihn und Yamaha war es keine ideale Situation. Er spielte in den Planungen von Yamaha keine Rolle mehr und musste sich daher überlegen, was er machen will. Und Pramac ist für ihn vielleicht eine recht gute Lösung."

Hayden freut sich auf das Juniorteam

Nicky Hayden ist sich noch nicht sicher, ob Spies mit der Ducati besser zurechtkommen wird als mit der Yamaha: "Es ist schwierig einzuschätzen, wie gut sie mit der Ducati zurechtkommen, die ist ja nicht nach jedermanns Geschmack", meint der US-Amerikaner. Die Aufstellung des Juniorteams begrüßt Hayden jedoch ausdrücklich. "Es ist gut, wenn wir mehrere stärkere Motorräder im Feld haben. Dadurch bekommen wir mehr Informationen, vor allem bei der Entwicklung neuer Teile. Wir werden vier gleiche Motorräder mit der selben Ausstattung haben."

Auch wenn es auf den ersten Blick grotesk erscheint, dass der 28-jährige Spies Fahrer im Ducati-Juniorteam ist, kann Hayden diese Entscheidung jedoch logisch begründen: "Als sie über ein Juniorteam gesprochen haben, war schnell klar, dass es sinnvoll ist, einen Mann mit der Erfahrung von Ben ins Team zu holen. Zwei Junge Fahrer sind immer ein gewisses Risiko. Mit Andrea haben sie eine gute Wahl getroffen."

Der Fahrer muss sich anpassen

Hayden glaubt, dass der Einstieg in die MotoGP bei Ducati einfacher ist als der Umstieg von einem anderen Motorrad: "Manchmal ist es für einen jungen Fahrer einfacher, direkt auf die Ducati zu steigen, wenn er noch kein anderes Motorrad gefahren ist. Wenn du vorher ein japanisches Motorrad gefahren bist und dann zu Ducati kommst, ist das schon etwas seltsam. Die europäischen Motorräder sind etwas steifer, da fällt die Umstellung etwas leichter, vor allem was das Gefühl für das Vorderrad betrifft", erklärt Hayden. "Ich glaube, Ducati hat für das kommende Jahr eine starke Mannschaft."

Mit Ratschlägen für seinen Landsmann, wie er den Umstieg auf die Ducati am besten bewerkstelligt, will sich Hayden zurückhalten: "Ich bin da vielleicht nicht der beste Ratgeber, denn ich habe eine ganze Weile für die Umstellung gebraucht." Einen Tipp hat er jedoch: "Er sollte nicht versuchen, das Motorrad an sich anzupassen, vielmehr musst du dich an die Ducati anpassen. Natürlich muss er die Abstimmung ein wenig angleichen, aber es wird ihm nicht gelingen, das Motorrad so zu verändern, dass sie sich wie eine Yamaha fährt."

Fotoquelle: Yamaha

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