De Puniet und Espargaro waren in Misano die schnellsten CRT-Piloten

MotoGP 2012

— 17.09.2012

De Puniet erobert in Misano CRT-Spitze zurück

Durch die Ausfälle einiger Prototypen sammelten die CRT-Piloten in Misano viele Punkte - Randy de Puniet auf Platz neun wieder einmal CRT-Sieger

Fette Beute für die Claiming-Rule-Teams beim Großen Preis von San Marino in Misano. Nachdem gleich vier Prototypen-Fahrer im Verlauf des Rennens ausschieden, sicherten sich sieben CRT-Piloten WM-Punkte. Bester Vertreter war wieder einmal Aspar-Pilot Randy de Puniet (ART) auf Gesamtposition neun, der jedoch in der Startphase des Rennens beinahe in die Kollision zwischen Hector Barbera (Pramac-Ducati) und Dani Pedrosa (Honda) verwickelt worden wäre.

"Ich bin zufrieden, denn als Hector mich auf der Gegengeraden berührt hat, konnte ich nur mit Glück einen Sturz vermeiden", berichtet de Puniet, der anschließend eine Aufholjagd starten musste. "Ich habe dabei viele Plätze verloren und fand mich fast am Ende der Gruppe wieder. Ich musste dann Druck machen, und den verlorenen Boden wieder aufzuholen." Doch der Franzose kämpfte sich durch das CRT-Feld und hatte bald seinen Teamkollegen Aleix Espargaro eingeholt, der zu diesem Zeitpunkt führender CRT-Pilot war.

"Ich bin dann zu Aleix aufgeschlossen und sieben Runden lang zusammen mit ihm gefahren", sagt de Puniet, dessen Motorrad nach dem Zwischenfall in der ersten Runde jedoch nicht mehr einwandfrei lief: "Ich habe mich nicht besonders wohl gefühlt, denn nachdem ich von der Bahn gedrängt worden war, habe ich bemerkt, dass das Vorderrad in Rechtskurven schnell blockiert hat. Daher habe ich meinen Teamkollegen zunächst nicht überholte, doch gegen Ende des Rennens hatte er leider ein technisches Problem und musste aufgeben, was mir leidtut", sagt de Puniet. "Ich konnte durchfahren, viele Punkte mitnehmen und die Spitze der CRT-Wertung zurückerobern."

Motorprobleme stoppen Espargaro

"Es ist wirklich schade, dass ich nach solch einem guten Start dieses Problem hatte", ärgert sich Teamkollege Espargaro. "Es war schwierig, in der Anfangsphase Tempo aufzunehmen, aber mit jeder Runde habe ich mich wohler gefühlt. Gestern war ich schneller als am gesamten Wochenende, und nachdem mein Teamkollege zu mir aufgeschlossen hatte, haben wir uns einen ordentlichen Kampf geliefert", berichtet der Spanier.

Doch der Aspar-interne Zweikampf wurde frühzeitige von der Technik entschieden. "Nachdem er mich überholt hatte, bin ich ihm locker gefolgt und wollte wieder angreifen, aber sieben Runden vor dem Ende habe ich gemerkt, dass es ein Problem mit dem Motor gibt", so Espargaro. Kurz darauf versagte der Aprilia-Motor dann endgültig den Dienst. "Vier Runden vor Ende musste ich das Motorrad abstellen. Ohne dieses Problem würde ich die CRT-Wertung immer noch anführen, aber darüber mache ich mir keine Sorgen. Es sind noch fünf Rennen, und wir werden weiter kämpfen", so Espargaro.

Emotionales Wochenende für Pirro und Gresini

Durch den Ausfall von Espargaro erbte Michele Pirro (FTR-Honda) den zweiten Platz bei den CRT. Für den Italiener uns sein Team stand das Wochenende ganz im Zeichen des im Vorjahr tödlich verunglückten Gresini-Piloten Marco Simoncelli, dessen Namen die Rennstrecke seit einigen Monaten trägt. "Nach einigen schwierigen Wochenenden hatten wir einen guten Tag und ein wunderbares Wochenende, an dem wir Marcos Ausstrahlung wirklich gespürt haben. Ich freue mich sehr, dass wir auf seiner Heimstrecke wieder in die Spur zurückgefunden haben", freut sich der Italiener.

"Ich hoffe, dass wir bis zum Saisonende noch mehrere solcher Resultate erzielen können", sagt Pirro, der im Rennen von Yonny Hernandez aufgehalten wurde: "Leider habe ich hinter Hernandez einige Zeit verloren, sonst wäre ich noch dichter hinter de Puniet gewesen", glaubt der Italiener. "Aber ich freue mich für das Team, das mit großer Entschlossenheit gearbeitet hat. Es war ein wundervoller und emotionaler Tag."

Hinter Colin Edwards (Suter-BMW) wurde Hernandez (BQR-Kawasaki) in Misano als Gesamtzwölfter viertbester CRT-Pilot und konnte damit nicht an die starke Vorstellung der vergangenen Rennen anknüpfen. "Zu Beginn war ich in einer guten Position und hatte guten Grip, aber nach wenigen Runden habe ich starkes Chattering bekommen und konnte das Tempo nicht halten", erklärt der Kolumbianer. "Wir haben die neue Gabel noch nicht richtig eingestellt, das hat uns die Chance auf ein besseres Resultat verbaut."

Chattering bei Hernandez

Nach dem Rennen wusste Hernandez nicht so recht, was er davon halten sollte: "Einerseits bin ich froh, weil ich immer Dritter bei den CRT bin, andererseits bin ich enttäuscht darüber, wie sich das Rennen entwickelt hat. Ich war davon ausgegangen, dass wir in Misano stärker sein würden und das Niveau der vorherigen Rennen halten können. Aber das war unmöglich. Ich hoffe, dass wir in Aragon die richtige Einstellung finden, und um eine bessere Position bei den CRT kämpfen können."

James Ellison (ART) nahm als 13. drei WM-Punkte aus Misano mit, zwei Zähler gab es für Danilo Petrucci (Ioda), der in Misano erstmals in dieser Saison mit dem Suter-Chassis fuhr. "Ich wusste, dass es ein anstrengendes Rennen werden würde", sagt der Italiener, dem das wechselhafte Wetter am Freitag uns Samstag äußerst ungelegen kam: "Wir hatten nur ein Training im Trockenen und ein völlig neues Motorrad, aber mein Team hat bei der Abstimmung den richtigen Weg gefunden. Leider hatte ich ab der fünften Runde ein Problem mit der Schnellschaltung und dann auch noch mit der Kupplung, aber ich konnte das Rennen beenden und zwei sehr wichtige Punkte gewinnen. Das nächste Rennen ist in Aragon auf einer Strecke, die ich sehr mag", so Petrucci.

Den letzten WM-Punkt gewann in Misano Avinta-Neuzugang David Salom (BQR-Kawasaki). "Es war ein schwieriges und kompliziertes Wochenende", sagt der Spanier, der ebenfalls unter dem Wetter litt. "Die Freien Trainings bei nassen Bedingungen zu fahren, hat mir das Leben schwer gemacht. Ich bin im Qualifying zum ersten Mal im Trockenen mit dem Motorrad gefahren, daher liegt noch eine Menge Arbeit vor mir", meint Salom.

De Puniet auch in der Gunst der Fans in Front

"Wir müssen die Abstimmung noch weiter anpassen, damit das Motorrad zu meinem Fahrstil passt, aber dazu brauchen wir Zeit", erklärt der Spanier, der daher ohne große Ambitionen in den Grand Prix startete: "Das Rennen habe ich als Training angesehen. Ich hatte die Gelegenheit, eine neue Einstellung der Aufhängung auszuprobieren, wodurch ich die CRT-Maschine besser fahren konnte. Die Reifen und die Bremsen sind der größte Unterschied im Vergleich mit den Superbikes, aber ich werde mich zweifelsohne verbessern", glaubt Salom. "Ich hoffe, schon in Aragon konkurrenzfähiger zu sein."

Früh beendet war das Rennen für Mattia Pasini (Speed-Master-ART): "Das war ein unglücklicher Sonntag. Es wäre so viel möglich gewesen", ärgert sich der Italiener. "Unsere Abstimmung war gut durchdacht, daher waren wir zuversichtlich, dass wir im Rennen noch einige Positionen gutmachen können. Durch den ersten Start war es etwas hektisch, aber nachdem dann alles geordnet war, verbesserte ich mich auf die zehnte Position und war an der Spitze des CRT-Feldes. Das Motorrad hat gut funktioniert, aber in der zweiten Runde bin ich gestürzt. Es hätte ein gutes Rennen werden können, aber jetzt muss ich auf die nächste Gelegenheit warten."

Auch in Misano zeigte sich wieder einmal, dass Aspar das derzeit stärkste CRT-Team ist. Diese Einschätzung teilen auch die Besucher von 'Motorsport-Total.com', die wir gefragt haben: "Welcher CRT-Fahrer beeindruckt Sie am meisten?" Wie in der WM liegt auch bei unseren Lesern de Puniet vorne, 37,88 Prozent entschieden sich für den Franzosen. Sein Teamkollege Espargaro macht auf 30,98 Prozent den besten Eindruck. Alle übrigen Piloten sind weit abgeschlagen. Lediglich Edwards (11,8%) und Hernandez (11,25%) erreichten noch zweistellige Werte. Petrucci (4,30%), Ellison (1,10%), Pasini (1,10%), Pirro (1,10%) und Ivan Silva (0,99%) beeindrucken hingegen kaum einen unserer Bescuher. Insgesamt stimmten bei der Umfrage 907 Teilnehmer ab.

Fotoquelle: Aspar

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