Filippo Preziosis Arbeit wird 2013 durch die vier Ducati-Fahrer teilweise erleichtert

MotoGP 2012

— 19.09.2012

Preziosi: Ducati-Zukunft macht Mut

Ducatis Technischer Direktor spricht über die Fahrer für 2013, das Einheits-Steuergerät und erklärt, warum er trotz Masao Furusawas Aussagen nicht sauer ist

In der kommenden Saison wird Ducati im Vergleich zu bisher eine andere Strategie verfolgen. Neben den beiden Werks-Maschinen setzen die Italiener zwei weitere Motorräder ein, die durch das Pramac-Team betreut werden. Auf den Satelliten-Bikes werden Moto2-Pilot Andrea Iannone und Ben Spies sitzen, der das Yamaha-Werksteam verlassen wird. Der Unterschied zwischen den vier Desmosedicis wird 2013 damit sehr gering sein.

"Der Hauptunterschied zu den Jahren davor ist, dass jede Entwicklung, die vom Werk kommt, automatisch auch ans Satelliten-Team weitergegeben wird", verrät Filippo Preziosi den Kollegen von 'MotoMatters.com'. "In der Vergangenheit stellten diese Entwicklungen eine Option dar. Durch wirtschaftliche Probleme haben die Satelliten-Teams manchmal zugegriffen und manchmal nicht. Nun sind wir enger verbunden. Wenn wir also etwas für das Werks-Team entwickeln, werden wir es auch dem Satelliten-Team geben, sofern die Fahrer die Änderung begrüßen."

Ob die beiden Satelliten-Piloten bei Ducati oder Pramac unter Vertrag stehen werden, wollte Preziosi nicht erklären. Dennoch hielt der Italiener fest, dass man sehr eng miteinander arbeiten wird. Eine engere Zusammenarbeit wird es auch bei der Entwicklung des Motorrades geben. "Da wir im Moment mit der Werks-Maschine und dem Satelliten-Motorrad zwei verschiedene Motorräder haben, ist es schwierig, Daten zu vergleichen", bemerkt Preziosi. "Wenn man hinsichtlich der Ausbaustufen für alle Fahrer gleiche Motorräder hat, kann man die Daten besser vergleichen. Das hilft bei der Entwicklung des Motorrades."

Bunter Fahrer-Mix

Doch auch die unterschiedlichen Erfahrungen der Piloten für 2013 sollen das Ducati-MotoGP-Projekt voranbringen. Mit Nicky Hayden hat man einen sehr erfahrenen Mann an Bord. Andrea Dovizioso fuhr bereits die Honda-Werksmaschine und die Yamaha M1. Spies kommt direkt aus dem Yamaha-Werksteam. Zudem hat man mit Iannone noch einen jungen Wilden, der noch geformt werden kann. "Es ist ein guter Mix. Wir haben mit verschiedenen Fahrern geredet, glauben aber daran, dass die verpflichteten Piloten das Unternehmen voranbringen werden", so Preziosi.

Großen Einfluss wird auch Audi ausüben. Die Ingolstädter haben Ducati im Sommer übernommen und möchten mit der italienischen Kult-Marke sportlich wieder auf die Erfolgsspur zurück. Welche Wirkung die Übernahme auf das MotoGP-Projekt hat, lässt sich laut Preziosi momentan aber noch nicht genau abschätzen: "Wir sind noch am Anfang der Zusammenarbeit."

Fest steht aber, dass man in Bologna am aktuellen Konzept - einem Aluminium-Profil-Rahmen - festhalten wird, auch wenn das Serien-Superbike auf die revolutionäre rahmenlose Konstruktion setzt. "Wir haben die Konstruktion vor einem Jahr gewechselt. Wir werden am aktuellen Konzept festhalten", hält der Technische Direktor der Italiener fest.

Zuletzt machte man große Fortschritte bei der Entwicklung der GP12. Für 2013 werden die Weichen beim Nachsaisontest in Valencia gestellt werden. "Der Valencia-Test wird für mich der entscheidende Punkt sein. Basierend auf den Aussagen, besonders denen von Dovi und Ben, die von einem Motorrad kommen, das auf einem sehr hohen Level ist, können wir deren Fahrstile verstehen und unsere Stärken und Schwächen herausfinden", schildert Preziosi.

Furusawa packt aus

Im Sommer tauchten immer wieder Storys auf, in denen stand, dass Ducati und Preziosi mit Ex-Yamaha-Ingenieur Masao Furusawa Gespärche führen. Der geistige Vater der Yamaha M1 sollte der Ducati-Rennabteilung helfen, das Motorrad zu entwickeln, lehnte aber schlussendlich ab, weil er seinen ehemaligen Arbeitgeber nicht verärgern wollte.

Kurze Zeit später sprach Furusawa in einem Interview sehr offen über den Ablauf der Gespräche und erstaunte damit nicht nur Preziosi. "Das hatte ich nicht erwartet. Normalerweise spreche ich mit Masao und anderen Leuten, ohne das es veröffentlicht wird", bemerkt er. "Ich bin aber nicht verärgert, weil ich über das, was er über mich gesagt hat, recht froh bin."

"Ich mag Masao sehr, weil er eine Person ist, die sehr viel Leidenschaft für Motorräder hat. Wir haben sogar in der Zeit, in der wir noch Konkurrenten waren, mit ihm gesprochen. Wir führten Diskussionen über technische Dinge", berichtet Preziosi. "Natürlich haben wir nie irgendwelche Geheimnisse verraten."

"Kompromiss" Einheits-ECU

Die technische Entwicklung in der MotoGP hat in den letzten Jahren vor allem in Sachen Elektronik Quantensprünge vollzogen. Auch wenn diese Erkenntnisse für die Serienproduktion von Vorteil sind, verschlingen sie Unsummen an Geld. Das möchte die Dorna nun endgültig stoppen. ein Einheits-Steuergerät soll die Kosten senken und den kleineren Teams helfen.

"Ich habe mehrfach gesagt, dass ein Einheits-Steuergerät sehr effektiv ist, wenn es um die Reduzierung der Kosten und die Verkürzung des Abstandes zwischen Werken und kleineren Herstellern geht", bemerkt Preziosi, der die Einführung einer Einheits-Elektronik nicht mehr grundlegend verneint. "Es ist ein Kompromiss. Man muss sich, abhängig von der wirtschaftlichen Lage in der Welt, für die eine oder die andere Richtung entscheiden. Wir werden uns innerhalb des Unternehmens beraten, welche Position wir einnehmen möchten."

Fotoquelle: Ducati

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