Aleix Espargaro und Randy de Puniet sind mit ihren Motoren am Limit

MotoGP 2012

— 25.09.2012

CRT: Halten die Motoren?

Im Aspar-Team darf kein weiterer Motor hochgehen, sonst droht ein Start aus der Boxengasse - Schafft eine Einheits-ECU tatsächlich mehr Gerechtigkeit?

Die Saison 2012 ist die Premierensaison der CRT-Regel. Neun der insgesamt 21 genannten MotoGP-Bikes machen von dieser Regelneuheit Gebrauch. Das Reglement sieht vor, dass den Teams zwölf statt sechs Motoren zur Verfügung stehen. Dennoch kommen die Claiming-Rule-Teams deutlich näher an das Limit als die Prototypen. Der Grund ist einfach: Während die MotoGP-Prototypen von Honda, Yamaha und Ducati mit Blick auf das Motorlimit konstruiert wurden, handelt es sich bei den CRT-Motoren um getunte Serienmotoren.

Die Aggregate der ART-Maschinen haben beispielsweise recht wenig mit den Aprilia-Werksmotoren der Superbikes von Max Biaggi oder Eugene Laverty zu tun, auch wenn beide auf dem RSV4-Motor des Serien-Superbikes basieren. "Die Motoren der Superbikes können wir nicht verwenden", stellt Gino Borsio gegenüber 'motomatters.com' klar. Borsoi ist der Teammanager des Aspar-Teams, für das Randy de Puniet und Aleix Espargaro antreten.

Kaum Gemeinsamkeiten mit den Superbikes

Der Unterschied der Motoren hat kommt zustande, weil es in der Superbike-WM kein Motorlimit gibt. Deswegen wird an Biaggis Bike meist nach jedem Rennen der etwa 235 PS starke V4-Motor ausgewechselt. "Sie haben mehr Leistung, halten aber nur 200 Kilometer", erklärt Borsoi, der damit eine Nutzung in der MotoGP ausschließt: "Das ist unmöglich."

"Wir haben eine gute Lösung gefunden, weil die Laufleistung, sofern kein Problem auftritt, zwischen 1.200 und 1.300 Kilometern liegt. Doch in dieser Saison haben wir bereits einige Male den Motor vor dem Erreichen der 1.000-Kilometer-Marke zerstört. Das ist momentan unser Problem, nicht weil der Motor nicht in der Lage ist, mehr als 1.000 Kilometer zu schaffen, sondern weil wir eben ein Problem hatten", schildert der Aspar-Teammanager.

Droht ein Start aus der Boxengasse?

De Puniet hat bereits den neunten von zwölf Motoren im Einsatz, Espargaro den achten. Fünf Rennen sind in der laufenden Saison noch zu fahren. Bemerkenswerter Vergleich: Weltmeister Casey Stoner verwendete 2011 nur fünf seiner sechs Motoren. Diese Laufleistungen sind mit dem bestehenden Reglement für die CRTs undenkbar.

Bei der Konstruktion der Prototypen-Motoren konnten die Hersteller auf die hohen Laufleistungen eingehen, indem sie die Ventile und andere Innereien zugänglich machen konnten, was bei den seriennahen Motoren der CRT-Bikes unmöglich war. Sollte es zu einer Unregelmäßigkeit bei Aspar, Avintia oder einem anderen Claiming-Rule-Team kommen, bleibt nur der Wechsel, sofern man die Plombe nicht zerstören möchte.

Ansonsten droht der Start aus der Boxengasse. Aspar könnte dieses Schicksal drohen, sollte es zu weiteren Störfällen kommen. "Wir verwenden ein paar Motoren mehr als erwartet, aber nicht zu viele. Im Moment befinden wir uns im Plan. Ein Motor mehr wäre sicher besser, aber wir sind im Plan", erklärt Borsoi. "Wenn uns noch ein Motor kaputt geht, sind wir allerdings in Schwierigkeiten."

Borsoi befürwortet Einheits-Elektronik

"Sowohl für uns als auch Aprilia ist es die erste Saison mit diesen Regeln. Sie müssen verstehen, was zu tun ist. Es ist nicht einfach, weil es im Vergleich zu den Superbikes komplett anders ist. Sie müssen lernen und wir müssen lernen", stellt der Aspar-Teammanger klar, der mit den Ergebnissen in der laufenden Saison zufrieden sein kann. Die beiden Aspar-ARTs führen das CRT-Feld meist an.

Ab 2014 wird in der MotoGP eine Einheitselektronik eingeführt, die 2013 bereits den CRTs zur Verfügung stehen dürfte. Ob man bei Aspar Gebrauch von der ECU machen wird, ist noch nicht geklärt. "Wir wissen absolut nicht, wie die Elektronik funktioniert. Eine Einheitselektronik könnte uns helfen oder auch nicht. Wir müssen das vergleichen, verstehen und dann entscheiden, ob es besser ist oder nicht", schildert Borsoi.

Die Einführung eines Einheits-Steuergeräts ist für Borsoi der richtige Weg und unumgänglich: "Meiner Meinung nach ist es der richtige Weg, eine einheitliche Elektronik zu haben. Die Reduzierung der Drehzahl und eine Standardelektronik sind für alle der richtige Weg. Das schließt mit Sicherheit die Lücke zu den Prototypen. Wir sind bereits sehr nah dran. Doch wenn sie die Drehzahlen reduzieren, dann sind wir sicher deutlich näher dran, etwa eine Sekunde."

Fotoquelle: Aspar

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