Karel Abraham hatte in den vergangenen Jahren einen straffen Zeitplan

MotoGP 2012

— 26.09.2012

Abraham: Zwischen Uni und MotoGP

Der Ducati-Pilot hat in den vergangenen drei Jahren neben der MotoGP auch noch die Uni besucht und den Bachelor-Abschluss als Richter in der Tasche

Als wenn die MotoGP allein nicht schon stressig genug wre: Karel Abraham hat sich entschieden, nach dem Abitur auch die Uni zu besuchen. Damit hatte der Tscheche in den vergangenen drei Jahren beide Hnde voll zu tun. "Als ich das Abitur machte, bin ich bereits in der 125er-Weltmeisterschaft gefahren", erinnert er sich gegenber 'MotoGP.com'.

"Ich bin zum Beispiel gegen Sandro Cortese gefahren und habe mit ihm ber das Thema geredet. Er meinte, dass er die Schule am Ende der Saison abbrechen mchte. Ich war der Meinung, dass das keine gute Idee sei", schildert Abraham. "Ich wollte weiter zur Schule gehen und dann auf die Universitt. So war es dann auch."

Abraham und sein Doppelleben

"Als ich meine Prfung ablegte, war ich etwas nervs. Mir war bewusst, dass es eine groer Schritt in meiner Karriere ist. Ich wollte die Prfung schaffen und habe sie auch geschafft. Das war beeindruckend. Danach wollte ich auf die Uni oder es zumindest versuchen", erklrt der Cardion-Pilot, der 2011 in die MotoGP aufstieg.

"Als ich in die MotoGP kam, war es deutlich schwieriger. Es gab mehr Tests und man musste mehr reisen. Die Tests fanden zum Beispiel nicht mehr in Spanien sondern in Malaysia statt", bemerkt er. "Nach drei Jahren habe ich alle Examen bestanden. Sie waren nicht einfach, doch ich habe sie bestanden."

Die Wahl der richtigen Universitt war fr Abrham extrem wichtig. "An vielen Universitten muss man jeden Tag anwesend sein. Das war unmglich und stellte keine Option dar. Ich kann nicht jeden Tag zur Uni gehen und so viel lernen. Es musste etwas sein, das ich Zuhause selbststndig lernen kann. Da stand nur Wirtschaft oder Recht zur Wahl", schildert er.

"Ich habe mich fr Recht entschieden. Man muss damit nicht Richter werden. Es gibt auch Manager, die Rech studiert haben. Es macht sich gut, wenn man da einige Dinge wei", stellt der MotoGP-Pilot fest. "Wirtschaft fiel raus, weil ich nie gut in Mathe war. Das wre sicher ein Problem gewesen", scherzt er.

Prfungs-Vorbereitung im Flugzeug

"Meine Uni ist nicht in Brnn, sondern in Bratislava. Ich muss aber nicht jedes Mal dorthin, sondern kann abgesehen von den Hauptprfungen alle Prfungen in Brnn ablegen", berichtet der in Brnn geborene Motorrad-Pilot. Die Prfungszeit im Sommer forderte von Abraham einiges ab: "Im Sommer - Juni und Juli - war eine schwierige Zeit fr mich. In diesen Monaten ist beinahe jedes Wochenende ein Rennen gewesen."

"Ich bereitete mich auch an der Strecke oder im Flugzeug auf meine Prfungen vor. Es war nicht einfach", blickt er zurck und gesteht lachend: "Bei einigen Prfungen musste ich mehrere Versuche starten. Es kam vor, dass ich in den Computer sah und erst einen Tag vor der Prfung anfing mit der Vorbereitung. Dann hatte ich oft kein Material dabei. Meine Mitstudenten haben mir meist ausgeholfen und mir die bentigten Sachen sofort per Mail geschickt."

In der Saison 2013 wird Abraham weiterhin in der MotoGP an den Start gehen. Allerdings wird der Tscheche nicht mehr mit einer Ducati Desmosedici um Punkte kmpfen. Cardion hat sich zu einem Wechsel zu ART entschieden. Doch auch an der Uni mchte Abraham weitermachen: "Ich plane, weiterzustudieren. Ich mchte meinen Master machen. Im Moment mchte ich kein Richter sein. Vielleicht ndert sich das in der Zukunft."

Fotoquelle: Cardion AB

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