Der beste CRT-Fahrer darf immer zu den Topstars ins Parc Ferme

MotoGP 2012

— 27.09.2012

De Puniet über das Dasein als CRT-Fahrer

Randy de Puniet kämpft an jedem Wochenende um die CRT-Krone - Das Schattendasein abseits der Prototypen ist nicht einfach

Im Schatten der Duelle zwischen Jorge Lorenzo, Dani Pedrosa und Casey Stoner mühen sich in diesem Jahr die Claiming-Rule-Piloten im zweiten Teil des Feldes ab. Sie sind kaum im TV-Bild zu sehen und das Interesse der Öffentlichkeit an den Fahrern der "zweiten Garde" ist gering. Dennoch geben Fahrer wie Randy de Puniet, Aleix Espargaro, Michele Pirro oder Yonny Hernandez alles und fahren sich die Seele aus dem Leib. Teams wie Aspar, Gresini oder Avintia feilen an der Entwicklung ihrer Maschinen und es sind Fortschritte zu erkennen. Da aber auch die Prototypen Fortschritte machen, fällt das kaum auf. Unter dem Strich haben die schnellsten CRT-Piloten im Ziel rund eine Minute Rückstand und kämpfen rund um Platz zehn.

Ab und an konnten auch Prototypen-Fahrer wie Karel Abraham oder Hector Barbera geschlagen werden. Für die CRT-Piloten ist es keine einfache Saison. "Wir geben alles, damit wir als Team den Rückstand zu den Werksfahrern verkürzen, aber selbst wenn wir ein gutes Qualifying haben, dann fehlen 1,5 bis 1,7 Sekunden auf die Pole-Position", wird de Puniet von der 'GPWeek' zitiert. "Es ist nicht schlecht, aber noch näher zu kommen ist schwierig." De Puniet ist oft im Qualifying der schnellste CRT-Vertreter, muss sich im Rennen aber oft seinem Aspar-Teamkollegen Espargaro geschlagen geben.

In der WM ist de Puniet derzeit der beste CRT-Mann. Espargaro liegt drei Punkte dahinter. In der Teamwertung liegt Aspar sogar hinter LCR-Honda auf Rang sieben und damit vor Pramac und Cardion. "Das erste Ziel ist es immer, der beste CRT-Fahrer zu sein. Für die Zukunft denke ich aber, dass sie sich etwas einfallen lassen müssen, damit sie die Lücke zwischen den beiden Kategorien verkleinern." Wie rasch die Entwicklung voranschreitet, unterstreicht der Franzose an folgendem Beispiel: "Ich habe die Rundenzeiten mit dem Vorjahr verglichen. In Indianapolis und Brünn war ich schneller als mit der Ducati."

"Das ist gut, aber die 1.000er Prototypen haben die Rundenzeiten deutlich gesenkt. Wenn die Prototypen immer noch 800er wären und die CRTs 1.000er, dann würde es vielleicht mehr Spaß machen. Jetzt ist es aber zu spät dafür." In Zukunft will die Dorna die Lücke der beiden unterschiedlichen Konzepte unter anderem durch eine Einheitselektronik verkleinern. Die ART-Aprilia ist ein interessantes Motorrad, denn sie lässt auch Vergleiche mit der Superbike-WM zu.

Auf der einen Seite verfügen die Motoren der RSV4 in der Superbike-WM über mehr Power, denn sie müssen nicht so lange halten wie die Triebwerke in der MotoGP. Auf der anderen Seite ist die Verkleidung der CRT-Maschine aerodynamisch günstiger, denn die Superbike-Verkleidung soll optisch an die Serienmaschine erinnern. Wie wäre es, wenn man den besten Motor und die beste Aerodynamik sowie eine optimale Elektronik in einem Motorrad unterbringt? Der Rückstand zu den Prototypen wäre sicher kleiner, aber die Frage bleibt unbeantwortet, weil es so ein Motorrad nie geben wird.

Die aktuelle ART ist ein ganz anderes Biest als die Prototypen. "Selbst der Motor ist ganz anders als ich aus der Vergangenheit von Ducati, Honda und Kawasaki kenne", vergleicht de Puniet und geht ins Detail: "Diese Motoren waren stärker und aggressiver. Der ART-Motor ist sehr einfach zu fahren. Er ist weich und es gibt keine merkwürdigen Gefühle. Das Motorrad ist stabil. Es ist wie ein normales Rennmotorrad. Wir wollen mehr Power, denn das ist das einzige Problem. Ich wäre neugierig, dieses Bike mit 30 PS mehr zu fahren."

Genau dieser Leistungsunterschied der Motoren wirkt sich gravierend aus. Auf den Geraden sind die CRTs hoffnungslos unterlegen. Auf der Zielgeraden in Brünn war de Puniet im Qualifying um 18 km/h langsamer als Pedrosa mit der Honda. In den Kurven ist der Geschwindigkeitsunterschied gering. Speziell im kurvigen Laguna Seca konnten die CRTs mit den langsamsten Prototypen mithalten. Dort war auch ersichtlich, dass die CRTs in den Kurven teilweise schneller waren. "Der Fahrstil entspricht eher einer 250er", meint de Puniet. "Wenn ich einigen Jungs folge, dann kann ich schneller in die Kurven einbiegen und die Kurvengeschwindigkeit ist auch höher."

"Deshalb passen uns flüssigere Kurse besser. Wenn man auf einer Strecke das Motorrad abbremsen muss und es dann rasch wieder aufstellen und beschleunigen muss, dann ist es für uns nicht gut. Deshalb kommt es auch zur kuriosen Situation, dass die CRTs in den Kurven von den Prototypen aufgehalten werden. "Manchmal ja", wird der einzige Franzose in der Königsklasse von der 'GPWeek' zitiert. "Manchmal bin ich in der Kurve schneller als die langsamen Prototypen. Aber sobald sie das Gas aufreißen sind sie weg. Das ist der große Unterschied."

Fotoquelle: Aspar

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