Jonathan Rea hatte auch am Freitag in Alcaniz kein Glück mit dem Wetter

MotoGP 2012

— 28.09.2012

Rea: "Ich fuhr zweitweise wie ein Mädchen"

Jonathan Reas Gewöhnungsprozess an die MotoGP-WM verläuft weiterhin harzig, was der Nordire vor allem auf Reifen und mangelnde Zeit im Trockenen zurückführt

Jonathan Rea ging am Freitag in Alcaniz nur am Nachmittag auf die Strecke und hatte mit der Honda RC213V auf regennasser Piste noch Luft nach oben. Neben der versammelten Meute der CRT-Bikes ließ der Ersatzmann für Weltmeister Casey Stoner die Pramac-Ducati von Hector Barbera hinter sich. Die übrigen zehn Prototypen-Piloten lagen alle vor Rea, dem unterm Strich 3,8 Sekunden auf die Bestzeit von Yamaha-Werkspilot Ben Spies fehlten.

"Es ist frustrierend, denn ich habe das Gefühl, einen weiteren Tag verloren zu haben", bedauert Rea die regnerischen Bedingungen im Training, die ihm schon bei seinem MotoGP-Debüt vor zwei Wochen in Misano einen Strich durch die Vorbereitung auf das Rennen machten. "Ich fuhr heute zeitweise wie ein Mädchen und hatte noch nicht das richtige Vertrauen in die Reifen", erklärt der Nordire und schlussfolgert: "Ich muss noch mehr aus den Reifen herausholen und mehr Vertrauen entwickeln, wenn sich das Bike stark bewegt."

Doch als es Rea in der Schlussphase des zweiten Freien Trainings mit etwas mehr Einsatz versuchte, war er prompt langsamer. "Ich hatte mehrere persönliche Bestzeiten in den ersten Sektoren, doch dann machte ich ein paar Fehler und verpasste den einen oder anderen Bremspunkt, da sich der Vorderreifen auf abtrocknender Strecke nicht sehr stabil anfühlte." So hofft der Honda-Stammfahrer aus der Superbike-Weltmeisterschaft für den weiteren Verlauf des Wochenendes auf trockene Bedingungen, um dann von seinen Erfahrungen des zweitägigen Aragon-Tests vor drei Wochen profitieren zu können. Zumindest für den Samstag ist aber ebenfalls Regen zu erwarten.

Reifen und Streckenlayout erfordern Umstellung

Die in der MotoGP-WM zum Einsatz kommenden Einheitsreifen von Bridgestone machen Rea speziell auf nasser und feuchter Piste zu schaffen, wie er offenbart. "Im Nassen kommt mir der Pirelli-Vorderreifen deutlich stabiler vor", spricht er sein aus der Superbike-WM vertrautes Material an und fügt hinzu: "Dort vermittelt mir der Vorderreifen einfach mehr Vertrauen. Im Gegensatz dazu kann man hier in der MotoGP-WM mehr mit dem Hinterreifen spielen."

Nicht nur in Bezug auf die Reifen, auch hinsichtlich der Streckenführung im Motorland Aragon, muss sich Rea umstellen. Während die Superbikes am Ende der Gegengerade eine langsame Links-Haarnadel und anschließend eine schnelle Rechts-Links-Passage zu bewältigen haben, biegen die MotoGP-Bikes schon vorher in eine deutlich schnellere Linkskurve ab, um die Runde zu beschließen.

Für den Honda-Piloten liegt es auf der Hand, welches Layout ihm mehr Spaß macht. "Ganz eindeutig die MotoGP-Variante - diese Kurve macht einfach Spaß, zumindest im Trockenen. Im Gegensatz dazu fahren wir hier mit den Superbikes eine der langsamten Kurven im gesamten Kalender. Das macht nicht wirklich großen Spaß und verleitet zudem zu einigen dummen Manövern. Ich bevorzuge ganz klar die MotoGP-Variante", so Rea.

Priorität liegt auch künftig auf der Superbike-WM

Auf dieser hatte der Stoner-Ersatzmann am Freitag aber noch zu kämpfen. "Dass ich heute nicht weiter vorn gelandet bin, liegt wohl an mir", urteilt Rea und merkt an: "Es ist frustrierend, aber es gab wohl auch selten einen solch unglücklichen Ersatzfahrer wie mich. In Misano hatte ich vor dem Rennen gerade einmal 60 Minuten Streckenzeit im Trockenen - das war das Qualifying. Hier habe ich nun schon wieder einen Tag verloren, was die Sache im Hinblick auf Sonntag nicht einfacher macht."

Neben der Gewöhnung an die Bridgestone-Reifen kommt für Rea die Umstellung von seiner gewohnten Honda CBR1000RR auf die Honda RC213V hinzu. "Ich brauche einfach eine gewisse Zeit im Trockenen, um mich an dieses Bike zu gewöhnen. Es ist eine Schande, dass mir das aufgrund des Wetters nicht vergönnt ist", bedauert er.

Mit weiteren Einsätzen in der MotoGP-WM rechnet Rea derzeit nicht. "Die Vereinbarung bezieht sich nur auf die Ersatzrolle. Meine Priorität liegt auf der Superbike-WM und ich nahm das Angebot nur deshalb an, weil ich realistisch betrachtet schon vor Wochen den Anschluss an Biaggi und Melandri verloren habe", so der Nordire, der sich für die Saison 2013 auf die Fahnen geschrieben hat, für sich und Honda den Superbike-WM-Titel zu erringen.

Fotoquelle: Repsol

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