Jorge Lorenzo nimmt den 14. Saisonlauf von der Pole-Position in Angriff

MotoGP 2012

— 29.09.2012

Lorenzo holt die Aragon-Pole

Jorge Lorenzo (Yamaha) startet im Motorland Aragon von der Pole-Position - Dani Pedrosa und Cal Crutchlow neben ihm in Reihe eins - Stefan Bradl auf Platz fünf

Die spanischen Fans bekamen im Qualifying im Motorland Aragon ein Duell ihrer beiden Helden zu sehen. Jorge Lorenzo (Yamaha) und Dani Pedrosa (Honda) lieferten sich eine Zeitenjagd um de prestigeträchtige Pole-Position beim Heimrennen. Am Ende hatte Lorenzo die Nase vorne, denn Pedrosa wurde in seinem letzten Angriff von Superstar Valentino Rossi (Ducati) aufgehalten. Somit konnte der Honda-Fahrer nichts mehr gegen Lorenzo ausrichten. Freuen durfte sich der Yamaha-Star. Seine Runde in 1:49.404 Minuten reichte zu seiner fünften Pole in diesem Jahr. Pedrosa musste sich schließlich um 0,088 Sekunden geschlagen geben.

Die erste Startreihe komplettierte Cal Crutchlow (Tech-3-Yamaha). Der Deutsche Stefan Bradl wird am Sonntag von Platz fünf angreifen. Ducati war wieder weit abgeschlagen und konnte gerade noch die schnellsten Claiming-Rule-Vertreter in Schach halten. Während die schwierige Situation von Rossi seine Fortsetzung fand, jubelte Lorenzo an der Spitze. "Die Pole-Position ist sehr wichtig für morgen. Anfangs war es heute sehr schwierig, da die Strecke noch rutschig und die Temperaturen nicht sehr hoch waren", schildert der WM-Führende. "Es gab einige Stürze. Langsam aber sicher wurde ich schneller und konnte das Bike sukzessive verbessern."

"Zu Beginn war ich drei Sekunden langsamer als beim Test. Mit dem letzten Satz Qualifyers gab ich dann 100 Prozent und holte knapp die Pole. Ich bin zufrieden." Pedrosa musste sich knapp geschlagen geben, aber er hatte auch Glück: In den ersten Minuten stürzte er und beschädigte die RC213V stark. "Nach den verregneten Trainings war es wichtig, so viel wie möglich zu fahren. Ich weiß nicht genau, warum der Sturz passierte", meint Pedrosa, der heute seinen 27. Geburtstag feiert.

"Zu diesem Zeitpunkt war ich noch gar nicht schnell unterwegs. Der Reifen war wohl noch kalt oder ich erwischte eine Bodenwelle. Ich musste dann meine Lederkombi und das Motorrad wechseln. Anfangs war ich damit noch vorsichtig und versuchte erst einmal, überhaupt eine Rundenzeit hinzulegen. Gegen Ende der Session wurde mein Rhythmus besser. Startreihe eins ist immer gut. Leider konnten wir für morgen überhaupt nichts testen."

Zum sechsten Mal in diesem Jahr schaffte es Crutchlow in die erste Startreihe. Auf Lorenzo büßte er 0,127 Sekunden ein. "Unser Hauptziel war es, ein gutes Setup für das Rennen zu finden. Es war nicht einfach, da es die erste trockene Session an diesem Wochenende war. Hinzu kommt, dass alle anderen hier testen waren. So gesehen bin ich zufrieden", lautet das Fazit des Briten. "Ich fühlte mich im Qualifying von Beginn an wohl. Morgen dürfte es aber schwieriger werden, denn ich gehe davon aus, dass die anderen Jungs über Nacht noch etwas finden werden. Ich hoffe, auch morgen in die Top 3 zu fahren. Wir werden sehen, was passiert, aber es ist auf jeden Fall ein guter Beginn."

Ben Spies verpasste schließlich knapp den Sprung in die erste Reihe. Dem zweiten Yamaha-Werksfahrer fehlten 0,172 Sekunden auf Crutchlow. Bradl mischte speziell in der ersten Trainingshälfte ganz vorne mit und war lange Zweiter. Als am Ende das Tempo angezogen wurde, konnte der Rookie nicht ganz mitziehen. Auf Lorenzo fehlten Bradl 0,630 Sekunden. Damit belegte er sicher den fünften Platz in der Mitte der zweiten Reihe. Die Lücke nach vorne zu Spies betrug knapp drei Zehntelsekunden.

Die zweite Reihe komplettierte Andrea Dovizioso mit der zweiten Tech-3-Yamaha. Der Italiener konnte sich nie in Szene setzen und blieb klar hinter seinem Teamkollegen Crutchlow zurück. Doviziosos Rückstand betrug acht Zehntelsekunden, womit auch Bradl für ihn außer Reichweite war. Eine positive Vorstellung lieferte Stoner-Ersatz Jonathan Rea ab. Zum ersten Mal fuhr der Brite an diesem Wochenende im Trockenen, machte keine Fehler und steigerte sich kontinuierlich. Auf die erfahrene Elite büßte der reguläre Superbike-Fahrer eine Sekunde ein.

Ducati muss sich gegen CRT-Bikes wehren

Damit hatte er als Siebter die Ducati-Fahrer locker im Griff. Das italienische Team entging knapp einem Debakel. Wenige Minuten vor Ablauf der Zeit war Aleix Espargaro mit der Claiming-Rule-Aprilia schneller als Rossi. Auch Hayden stand unter Druck und der US-Amerikaner stürzte. Sein Training war somit vorbei und es wurde schließlich Startplatz neun. Rossi konnte im letzten Angriff - bei dem er Pedrosa aufhielt - noch verbessern und Espargaro in Schach halten.

Der Superstar belegte schließlich Rang acht. Die Bilanz ist allerdings ernüchternd, denn auf die Spitze fehlten 1,545 Sekunden. Zudem kam Ducati unter Druck der Claiming-Rule-Fahrer. In der ersten Trainingshälfte verlor Rossi außerdem die Kontrolle und stürzte. Die Desmosedici überschlug sich im Kiesbett und trug einige Schäden davon. Deshalb musste Rossi den Rest des Trainings mit dem Ersatzmotorrad bestreiten.

Im Vergleich zu den nassen Trainings konnte sich Hector Barbera (Pramac-Ducati) steigern und er schaffte als Zehnter den Anschluss an das Werksteam. Bester CRT-Fahrer war Espargaro als Elfter. Auf die Spitze büßte der Spanier 1,6 Sekunden ein, aber auf Rossi fehlte nur eine Sekunde. Espargaro hielt zudem seinen Landsmann Alvaro Bautista (Gresini-Honda) in Schach. Bautista enttäuschte mit Platz zwölf. Randy de Puniet konnte nicht ganz an die Leistung seines Aspar-Teamkollegen anschließen und war um vier Zehntelsekunden langsamer. Das bedeutete Startplatz 13.

Langsamster Prototyp war Karel Abraham (Cardion-Ducati) als 14. Dahinter folgten die weiteren CRT-Fahrer. Das waren Michele Pirro (Gresini), Mattia Pasini (Speed Master), Colin Edwards (Gresini), Danilo Petrucci (Ioda-Suter), Yonny Hernandez (Avintia), James Ellison (PBM) und David Salom (Avintia). Am Rennsonntag soll die Sonne scheinen und es trocken bleiben.

Fotoquelle: Yamaha

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