Jonathan Rea zieht die Superbike-WM momentan der MotoGP vor

MotoGP 2012

— 02.10.2012

Rea kritisiert die MotoGP

Die CRT-Regel, die Charakteristik der Bridgestone-Reifen und die Ungewissheit in Sachen Reglement schreckt Jonathan Rea derzeit von der MotoGP ab

In Misano und Aragon durfte Superbiker Jonathan Rea MotoGP-Luft schnuppern. Der Brite, der hauptberuflich in der Superbike-WM für Ten-Kate-Honda um Siege kämpft, fuhr zwei solide Rennen und tastete sich Schritt für Schritt ans Limit heran. In der kommenden Saison wird Rea aber nicht in die MotoGP aufsteigen, auch wenn er vor einigen Wochen noch mit Gresini-Honda in Verbindung gebracht wurde. Er bleibt seinem Team treu und wird mit Leon Haslam einen neuen Teamkollegen erhalten.

"Ich habe mit Honda einen Einjahresvertrag für die Superbike-WM unterschrieben. Das Gesamtpaket der Fireblade ist unglaublich. Honda muss kein neues Rennmotorrad bauen, weil sie ohnehin viele Motorräder verkaufen, weil sie Honda sind. Im Renntrimm müssen wir aber nachlegen. Sie haben Pläne für die Zukunft", berichtet Rea.

Mehr Leistung für Rea

Die aktuelle CBR1000RR ist im Vergleich zur Konkurrenz von Ducati, Kawasaki und Aprilia nicht mehr das aktuellste Motorrad im Feld. Es gibt Gerüchte, dass in den kommenden Jahren ein neues Superbike kommen wird. Dieses kehrt womöglich wieder zur V-Bauweise zurück und wird Technologien aus dem MotoGP-Motorrad verwenden.

"Das war einer der Hauptgründe, dass ich mich zum Bleiben entschieden habe", bemerkt Rea, der sich mehr Spitzenleistung wünscht: "Wir haben uns in jeder Winterpause ein wenig verbessert. Im Vorjahr erhielten wir viele Garantien von unserem Motorpartner Cosworth und von Ten Kate, wo immer noch Motoren gebaut werden. Sie wollten mehr Power finden, aber ich glaube, sie haben die Aufgabe unterschätzt."

"Ins Motorenprojekt werden nun mehr Ressourcen und Geld gesteckt. Das ist für mich eine wichtige Sache", stellt Rea klar, der in den vergangenen Jahren meist deutlich schneller war als seine Teamkollegen. In der laufenden Saison deklassierte der Brite Hiroshi Aoyama, der mit dem Honda-Superbike nicht zurechtkommt.

"Meine Teamkollegen sind für mich keine Referenz, denn in den vergangenen drei Jahren waren sie nirgends. Ich brauche aber ein Motorrad mit dem ich auf den Geraden sicher überholen kann. Die Motorräder liegen alle so dicht beisammen, dass es unmöglich wird, wenn man auf der Geraden wie in Salt Lake oder Monza drei Zehntelsekunden verliert. Es ist das Ziel von mir und vom Team, diese Lücke zu schließen. Wir haben auch auf Elektronikseite viele Garantien bekommen", freut sich Rea.

Mit mehr Leistung und einem besseren Elektronikpaket peilt Rea in der Superbike-WM den Titel an: "Mit diesem Paket kann ich in der Superbike-WM an der Spitze kämpfen. Ich will dort Weltmeister werden und nicht hier in der MotoGP eine unsichere Zukunft haben. Bei den wenigen Tests habe ich gelernt, dass ich mich als Fahrer verbessern kann."

Zu viele Fragezeichen in der MotoGP

Doch die Frage nach der Konkurrenzfähigkeit in der MotoGP ist nicht der einzige Grund, der Rea von einem Wechsel in die Königsklasse abhält. Auch die Ungewissheit in Sachen Reglement stört ihn: "In der Superbike-WM ist es sehr stabil. Hier ist es auch aufgrund der Wirtschaftskrise schwierig. Bei den Superbikes kann man für zwei, drei Jahre im Voraus planen, denn man kann in die Elektronik investieren. Ich finde es gut."

"Was ich an dieser Serie nicht mag ist, dass das Level abgesehen von den Prototypen nicht hoch ist. Es tut mir für die CRT-Jungs leid. Man kann auch nicht mit einem Tourenwagen in der Formel 1 fahren", stellt der HRC-Ersatzpilot klar und teilt damit die Meinung von Casey Stoner, den er bei den vergangenen Rennen ersetzt hat.

Doch was würde Rea in der MotoGP ändern? "Schwierig zu sagen. Ich glaube, es fängt bei den Reifen an. Das Level der Bridgestone-Reifen ist sehr hoch. Man entwickelt das Motorrad auf den Reifen hin. Das Level ist sehr hoch. In der Superbike-WM ist es derzeit richtig, denn es gewinnen viele verschiedene Hersteller. Das ist aufregend. Hier hat man die besten drei Fahrer der Welt, Dani, Jorge und Casey. Sie würden auch in jeder anderen Serie an der Spitze sein", denkt er.

Fotoquelle: Repsol

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