Dani Pedrosa hat Honda den wichtigen Heimsieg beschert

MotoGP 2012

— 14.10.2012

Pedrosa holt wichtigen Honda-Heimsieg in Japan

Dani Pedrosa gewinnt den Grand Prix auf der Honda-Heimstrecke in Motegi und verkürzt den WM-Rückstand auf Jorge Lorenzo - Stefan Bradl Sechster

Honda-Pilot Dani Pedrosa entschied das spanische Duell beim Grand Prix von Japan in Motegi für sich. Yamaha-Konkurrent Jorge Lorenzo führte in der Anfangsphase, aber ab Halbzeit übernahm Pedrosa das Kommando und konnte sich die entscheidenden Sekunden Vorsprung herausfahren. Mit dem fünften Saisonsieg verkürzte der 27-Jährige seinen WM-Rückstand um fünf Punkte. Lorenzos Polster beträgt drei Rennen vor Saisonende 28 Zähler. Der Tag stand im Zeichen Pedrosas, der Honda nicht nur den wichtigen Heimsieg schenkte, sondern seinen insgesamt 20. MotoGP-Triumph feierte.

Das Podium war komplett in spanischer Hand, denn Alvaro Bautista kletterte als Dritter auf das Podium. Der Gresini-Honda-Pilot setzte sich im Duell gegen Cal Crutchlow durch. In der letzten Runde konnte der Brite keinen Angriff mehr setzen, denn seine Tech-3-Yamaha rollte ohne Sprit aus. Stefan Bradl (LCR-Honda) fuhr das gesamte Rennen im Verfolgerfeld und kam schließlich als Sechster ins Ziel. Superstar Valentino Rossi war mit seiner Ducati auch in Japan chancenlos und belegte Platz sieben. Bester Claiming-Rule-Vertreter war Aspar-Pilot Aleix Espargaro.

Die Honda-Bosse durften sich über den Sieg freuen, während die Yamaha-Verantwortlichen eine Niederlage einstecken mussten. "Es war ein hartes Rennen, weil das Tempo von Beginn an sehr hoch war", sagt Pedrosa im Moment des Triumphes. "Ich wollte zunächst das Motorrad verstehen, weil ich gestern viel Chattering hatte. Heute war es nicht so schlimm und ich war ständig bei Jorge. Einmal hatte ich einen gute Schwung aus einer Kurve und ich kam vorbei. Dann konnte ich wegziehen."

"Im Rennen hatte ich schon Chattering, aber ich konnte es kontrollieren und den Sieg nach Hause bringen. Ich bin sehr glücklich." Lorenzo folgte seiner gewohnten Taktik: Wenn der Sieg nicht möglich ist, dann wichtige Punkte für Platz zwei mitnehmen. Eigentlich wollte er aber gewinnen: "Ich wollte einen Vorsprung herausholen, aber es ging nicht. Mein Vorsprung betrug maximal vier Zehntelsekunden", sagt Lorenzo und geht auf die Gründe für die Niederlage ein: "Heute war der Unterschied auf der Geraden zu groß und ich konnte nicht folgen."

"Ich habe mein Maximum gegeben, aber wir müssen jetzt abwarten, wie es auf einer anderen Strecke läuft." Neben Pedrosa strahlte Bautista über seinen zweiten Podestplatz in der Königsklasse. Das Duell gegen Crutchlow war unterhaltsam: "Von außen hat es sicher Spaß gemacht, aber es war ein harter Kampf", sagt der Spanier. "Ich wusste, dass ich ein gutes Rennen fahren kann, weil ich gestern ein gutes Tempo hatte. Wir haben das Problem aus Aragon verbessert, aber nicht ganz gelöst."

"Mein Start war nicht so gut und ich konnte nicht viele Leute überholen. Als ich vorbei war, lag ich den Rest des Rennens hinter Crutchlow. Ich wollte nicht so nahe an ihm dranbleiben, weil ich im Warmup ein Problem mit den Bremsen hatte. Ich wollte sie auf den Geraden kühlen. Fünf Runden vor Schluss entschloss ich mich zur Attacke. In Zukunft möchte ich genau so weitermachen." Die 24 Runden gingen nicht als das spannendste Rennen in die Geschichtsbücher ein. Von Beginn an waren Lorenzo und Pedrosa in ihrer Liga.

Lorenzo & Pedrosa ziehen weg

Lorenzo erwischte einen guten Start und wählte in der ersten Kurve die Außenbahn. Pedrosa probierte es innen, doch Lorenzo setzte sich außen durch und übernahm die Führung. Dahinter sortierten sich Ben Spies (Yamaha) und Crutchlow ein. Stoner folgte auf Platz fünf. Bradl war nach den ersten Kurven hinter Bautista und Dovizioso Achter. Rossi lag auf Rang neun. Alle kamen durch die ersten Kurven gut durch, doch im Laufe der ersten Runde stürzte Randy de Puniet (Aspar), für den es in Motegi an diesem Wochenende gar nicht lief.

Am Ende der ersten Runde verpasste Spies den Bremspunkt und fuhr geradeaus ins Kiesbett. Kurz vor der Streckenbegrenzung stürzte er schließlich. Enttäuscht stapfte der US-Amerikaner davon. Seine Seuchensaison fand auch in Japan seine Fortsetzung. In der zweiten Runde ging Ivan Silva (Avintia) zu Boden und hielt sich das linke Schlüsselbein. Bradl gewann durch den Ausfall von Spies eine Position und überholte auch noch Dovizioso für Platz sechs. In den ersten Runden ging es ruhig zu im Feld und das Kräfteverhältnis wurde ersichtlich. Alle Fahrer starteten vorne mit der harten Reifenmischung und hinten weich.

Lorenzo und Pedrosa fuhren an der Spitze auf und davon und waren wieder in ihrer eigenen Liga. Crutchlow drehte alleine als Dritter seine Runden. Eine Gruppe hatte sich von Platz vier bis sieben gebildet. Dabei waren Bautista, Stoner, Bradl und Dovizioso. Rossi hatte den Anschluss schon verloren und war alleine fahrend Achter. Nicky Hayden (Ducati) und Katsuyuki Nakasuga (Yamaha) duellierten sich um Platz neun. Espargaro führte das CRT-Feld an. Die Positionen waren bezogen.

Wenig Action auf der Strecke

In der ersten Rennhälfte spulten die Fahrer ihre Runden ab und es gab keine Zweikämpfe. Die Bremsscheiben der Vorderreifen standen auf der "Stop-and-Go"-Piste im Fokus, denn die neuen 1.000er sind im Vergleich zur 800er im Vorjahr nicht nur schwerer, sondern sie kommen auch mit einem höheren Tempo bei den Kurven an. Die Bremsscheiben glühten speziell bei der Anfahrt zu Kurve elf, die noch dazu bergab führte.

Bradl verlor im ersten Renndrittel den Anschluss an das Honda-Duo Bautista/Stoner und wurde von Dovizioso auf Rang sieben verdrängt. An der Spitze gab es in Runde elf den ersten und schlussendlich einzigen Platztausch. Lorenzo kam am Kurvenausgang auf die Randsteine und musste leicht lupfen. Pedrosa nutzte diesen Moment und ging erstmals in Führung. Der spanische Honda-Pilot konnte sich in der Folge um einige Meter von Lorenzo absetzen.

Es gab kaum Duelle auf der Strecke, doch zu Beginn der zweiten Rennhälfte wurde es um Platz drei spannend. Bautista hatte Stoner abgeschüttelt und die Lücke zu Crutchlow geschlossen. Für beide ging es um ihren zweiten MotoGP-Podestplatz. Fünf Runden vor dem Ziel zog Bautista ein Überholmanöver erfolgreich durch und war auf dem Weg zum Podium. Erst am Samstag war sein Vertrag bei Gresini für die kommende Saison verlängert worden.

Spannendes Duell um Platz drei

Bis ins Ziel änderte sich nichts mehr. Pedrosa fuhr den Sieg sicher nach Hause und hatte auf der Linie vier Sekunden Vorsprung auf Lorenzo. Mit seinem fünften Saisonsieg machte Pedrosa in der WM fünf Punkte gut, aber Lorenzo hat noch ein Polster von 28 Zählern - also mehr als einen Sieg. Spannend blieb es bis zum Schluss im Duell um den dritten Platz. Bautista und Crutchlow lieferten sich noch einige Überholmanöver, bis sich schließlich Bautista durchsetzte. In der letzten Runde rollte plötzlich die Tech-3-Yamaha langsam aus.

Enttäuscht stand Crutchlow neben seiner M1. Es hätten nur noch wenige Kurven gefehlt. In der Auslaufrunde nahm ihn Lorenzo mit zurück an die Box. Von dem Ausfall profitierte sein Teamkollege Dovizioso, der den vierten Platz erbte. Auch alle weiteren Fahrer rückten um eine Position auf. Weltmeister Stoner hatte im Ziel 20 Sekunden Rückstand. Sein rechts Fußgelenk ist noch nicht richtig verheilt und wirkt sich auf dem Motorrad aus. Der Australier konnte Bradl in Schach halten und beendete sein Comeback-Rennen auf Platz fünf.

Dem Deutschen fehlten im Ziel vier Sekunden auf Stoner. Mit dem sechsten Rang hat Bradl wieder solide Punkte geholt, doch das Podium war nie in Reichweite. Am Ende kam ihm noch Rossi nahe, der schließlich Siebter wurde. Bis ins Ziel dauerte das Duell zwischen dem nicht ganz fitten Hayden und Yamaha-Testfahrer Nakasuga an. Hayden setze sich schließlich durch und eroberte Platz acht. Die Ducati-Privatiers Hector Barbera (Pramac) und Karel Abraham (Cardion) hatten im Ziel über eine Minute Rückstand. Der Spanier kam als Zehnter vor dem Tschechen über die Ziellinie.

Das Claiming-Rule Feld hatte Espargaro von Start bis ins Ziel unter Kontrolle. Auf Rennsieger Pedrosa betrug sein Rückstand auch in Motegi 1:22 Minuten. Espargaro feierte als Zwölfter und durfte zu seinen spanischen Landsleuten ins Parc Ferme. Zweitbester CRT-Fahrer war Routinier Colin Edwards (Forward). Dahinter folgten James Ellison (PBM), Michele Pirro (Gresini) und MotoGP-Rückkehrer Roberto Rolfo (Speed Master). Mehr als 16 Fahrer kamen nicht ins Ziel. Das nächste Rennen findet bereits am kommenden Wochenende in Malaysia (Sepang) statt.

Fotoquelle: Repsol

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