Die Dorna möchte spannende Rennen bei deutlich niedrigeren Ausgaben

MotoGP 2012

— 17.10.2012

Reglementänderungen für 2014: Die Zeit läuft davon

Bisher ist unklar, wie ab 2014 die Kosten gesenkt werden - Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta ist kompromissbereit, die Hersteller zögern

Seit beinahe einem Jahr wird über die Zukunft der MotoGP diskutiert. Bisher kam man zu keiner Erkenntnis. Obwohl ab 2013 ein Einheitssteuergerät verfügbar sein wird, weiß niemand, ob die ECU auch irgendwann für die Werke zur Pflicht wird. Die Dorna setzt sich dafür ein und möchte zudem ein Drehzahllimit einführen, dass die Lücke zwischen den Prototypen und den CRT-Bikes schließen soll. Die Hersteller liefern selbst keine Vorschläge, möchten den Dorna-Plänen aber auch noch nicht zustimmen.

"Meine Philosophie ist es, einen Konsens zu erreichen. Ich möchte niemandem etwas auferlegen. Wir sind hier nicht im Krieg. Wir sind sehr froh, weiterhin Gespräche zu führen", wird Dorna-Chef Carmelo Ezpeleta von 'Motor Cycle News' zitiert. "Wir sind der Meinung, dass die Einheits-ECU und das Drehzahllimit der einfachste Weg sind, um die Kosten reduzieren und die Performance zu kontrollieren."

Ezpeleta hofft auf Vorschläge

"Wenn uns jemand einen Vorschlag liefern kann, der die Lücke zwischen den Prototypen und den CRTs schließt, ohne das Steuergerät und die Drehzahl zu limitieren, dann soll er den bitte vortragen", so Ezpeleta, der bei jedem Grand Prix mit den Herstellern führt und die MSMA (Herstellervereinigung) auffordert, Vorschläge zu bringen. "Die Zeit läuft aber langsam davon."

"Wir möchten die Regeln für 2014 festlegen. Wenn unsere Vorschläge im Januar oder im Februar immer noch abgelehnt werden und die einzigen Vorschläge von uns kommen, dann müssen wir unsere Ideen durchsetzen", bekräftigt der Dorna-Chef. In der MotoGP benötigt er allerdings das Einverständnis der Hersteller, wenn eine Änderung im Reglement vollzogen wird. Besonders Honda wehrt sich gegen die Vorschläge der Dorna und würde demzufolge nicht zustimmen.

Damit würden sich Japaner aus ihrem bestehenden MotoGP-Vertrag befreien. Diesen Weg strebt Ezpeleta allerdings nicht an und fordert Honda auf, eigene Ideen auf den Tisch zu legen: "Wir haben seit Valencia 2011 diskutiert, wie wir die Kosten reduzieren und die Rennen spannender machen können. Bis jetzt gab es keine Vorschläge."

"Die Dorna muss die technischen Regeln mit der MSMA absprechen. Wir haben einen Fünfjahres-Vertrag mit der Dorna. Die Dorna kann die Regeln nicht ohne unsere Zustimmung ändern", bestätigt HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto gegenüber 'Motosprint'. Der Japaner gilt als größter Gegner der Einheits-ECU. Doch trotz der unterschiedlichen Ansichten soll es zwischen ihm und Ezpeleta keine Streitigkeiten geben: "Carmelo und ich verstehen uns gut."

"Ich bin gegen die Einheits-ECU, weil sie in Sachen Kostenreduzierung sinnlos ist. Doch das ist das Ziel der Dorna", erklärt Nakamoto und begründet: "Die Änderung der Programme und deren Programmierung stellt eine Verschwendung und keine Ersparnis der Kosten dar." Zudem fürchtet der HRC-Vize, dass der Mutterkonzern dem MotoGP-Engagement nicht mehr zustimmen würde, wenn die Entwicklungen eingeschränkt werden.

Yamaha und Ducati aufgeschlossen

Yamaha begegnet dem Thema Einheits-ECU offener. Yamaha-Teamchef Lin Jarvis fordert aber genauere Details: "Wir müssen erst verstehen, wie es genau ablaufen soll. Bisher ist nur bekannt, welches Einheitssteuergerät zum Einsatz kommen soll. Es wird davon abhängen, welche Modifikationen wir machen dürfen."

"Wir benutzen bereits eine ECU von Magneti Marelli. Die Hardware ist also vermutlich recht ähnlich", bemerkt Jarvis. Auch Ducati schließt die Dorna-Vorschläge nicht grundsätzlich aus. "Man muss die Kosten mit dem technologischen Reiz ins Gleichgewicht bringen", schildert Filippo Preziosi, der Technische Direktor. "Es hängt alles von den endgültigen Regeln ab. Dann treffen wir unsere Entscheidung."

Fotoquelle: Bridgestone

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