Aleix Espargaro ist auf dem Weg zur CRT-Krone in diesem Jahr

MotoGP 2012

— 22.10.2012

Espargaro auch in Sepang bester CRT-Fahrer

Aspar-Pilot Aleix Espargaro eroberte im Regenrennen in Sepang mit Platz acht sein bestes Saisonergebnis - James Ellison war dem Spanier dicht auf den Fersen

Der Regen in Sepang eröffnete für die Claiming-Rule-Fahrer einige Möglichkeiten. Viele Fahrer stürzten und WM-Punkte gab es selten so leicht zu haben. Einfach war es allerdings nicht, denn man musste erst einmal auf seinem Motorrad sitzen bleiben. Um die CRT-Krone kämpfen in dieser Saison nur noch die beiden Aspar-Piloten. Aleix Espargaro wurde in Sepang beim Abbruch als Achter gewertet. Das war auch sein bestes Resultat in diesem Jahr. Sein Teamkollege Randy de Puniet schied wie in Motegi durch Sturz aus. Somit hat Espargaro vor den letzten beiden Rennen zehn Punkte Vorsprung auf den Franzosen. Der drittplatzierte Michele Pirro (Gresini) liegt schon 33 Punkte zurück. Unter normalen Umständen läuft es in Australien und Valencia auf Espargaro hinaus.

"Ich bin sehr glücklich, denn wir haben einen großen CRT-Sieg in einem harten Rennen erobert", jubelt Espargaro. "Ich hatte einen guten Start und kämpfte zunächst gegen einige Prototypen-Fahrer. Dann überholte mich Randy mit einem guten Tempo und ich konnte nicht mithalten. Bald ließ bei ihm diese Intensität nach und ich konnte ihn überholen. Später holte ich Barbera ein, aber dann fing es stärker zu regnen an. Es war fast unmöglich, auf dem Motorrad sitzen zu bleiben. In jeder Kurve rutschten beide Räder herum."

"Nachdem Randy gestürzt war, versuchte ich mich zu konzentrieren und so viele Punkte wie möglich mitzunehmen. Es war ein sehr wichtiges Resultat und wir müssen so in Australien weitermachen, damit ich in Ruhe nach Valencia reisen und das Wochenende genießen kann", blickt Espargaro auf sein Heimrennen voraus. "Der Abbruch war die richtige Entscheidung, weil die Streckenverhältnisse viel zu gefährlich waren." Dagegen war de Puniet tief enttäuscht.

Nach Motegi war es sein zweiter "Nuller" in Folge. "Ich hatte einen guten Start und fühlte mich in den ersten Runden in Ordnung. Als aber der Regen stärker wurde, verlor ich etwas Selbstvertrauen. Aleix überholte mich und ich versuchte zu folgen, aber er war sehr schnell. Ich versuchte meine Position um jeden Preis zu halten. Ich wusste, dass es schwierig werden würde ihn wieder zu überholen, also war es die logische Entscheidung, so viele Punkte wie möglich zu sammeln", meint de Puniet. Dieser Plan ging aber nicht auf: "Als es schließlich noch stärker regnete, konnte ich kaum etwas sehen."

"In der zehnten Runde fuhr ich in der Zielkurve durch zu viel stehendes Wasser und das Vorderrad klappte ein." Genau auf dem gleichen nassen Fleck war wenige Momente zuvor Tech-3-Pilot Cal Crutchlow ausgerutscht. Die Streckenposten kümmerten sich noch um die Yamaha, als de Puniet angeflogen kam. Es passierte aber nichts. "Es ist schade, aber ich liege nur zehn Punkte hinter Aleix. Ich muss mich darauf konzentrieren, ihn einzuholen. Es wird schwierig, aber ich werfe nicht das Handtuch."

Ellison zweitbester CRT-Fahrer

Hinter Espargaro war James Ellison als Neunter der zweitbeste CRT-Fahrer. In der zweiten Saisonhälfte läuft es für den Briten im Team von Paul Bird deutlich besser. "Ich habe das Rennen genossen, obwohl die vorderen Dämpfer nicht richtig eingestellt waren. Ich passte meine Bremstechnik an, um das zu kompensieren und kam in einen guten Rhythmus. Während ich Aleix jagte, konnte ich einige Fahrer überholen. Gegen Rennende kam ich ihm immer näher, aber dann wurde richtigerweise abgebrochen", findet auch Ellison. "Ich freue mich für mein Team und auf mein Lieblingsrennen auf Phillip Island."

Der nächste Claiming-Rule-Fahrer im Ziel war Danilo Petrucci (Ioda), der sich im Duell gegen Pirro um Platz elf durchsetzte. "Mit diesem Resultat bin ich sehr zufrieden. Langsam werden wir für unsere harte Arbeit an der Ioda-Suter mit Ergebnissen belohnt", freut sich Petrucci. "Ich hatte keinen guten Start, aber nach einigen Runden fand ich ein gutes Gefühl für das Motorrad und fuhr ein gutes Tempo, obwohl ich die Traktionskontrolle abschalten musste, weil sie zu stark eingriff. Ich erreichte Abraham und fuhr einige Runden mit ihm. Dann fing es stärker zu regnen an und ich hatte große Probleme das Motorrad zu kontrollieren. Nach einer Runde wurde aber abgebrochen."

Pirro war dagegen mit seinem zwölften Platz nicht zufrieden. "Ich bin enttäuscht, weil wir eine gute Lösung für unsere Chatter-Probleme gefunden haben. Es sah für das Rennen gut aus, speziell für die zweite Hälfte. Ich dachte, dass wir die Chance haben um die CRT-Krone zu kämpfen, aber der Regen ruinierte für uns alles. Wir müssen im Regen noch viel arbeiten. Dennoch habe ich gekämpft und hätte noch um die CRT-Spitze kämpfen können, wenn die rote Flagge nicht herausgekommen wäre."

"Ich war nämlich der einzige Fahrer mit einem harten Regenreifen", begründet Pirro seinen Optimismus. "Ich will WM-Platz drei bei den CRT-Fahrern verteidigen." Alle weiteren Claiming-Rule-Fahrer kamen nicht ins Ziel. Roberto Rolfo (Speed Master) wurde sogar disqualifiziert. Der Italiener war gestürzt und kam nach dem Abbruch nicht innerhalb von fünf Minuten - wie es vom Reglement vorgeschrieben ist - zurück an die Box. "Es war ein merkwürdiges Rennen. In der Aufwärmrunde funktionierten die Reifen gut und ich war für den ersten Rennabschnitt zuversichtlich."

Enttäuschungen bei Rolfo, Edwards & Silva

"Ich hatte mich für einen weichen Hinterreifen entschieden. Nach dem Start fand ich nach einigen Kurven eine gute Pace", berichtet Rolfo. "Als meine Gegner jedoch schneller wurden, konnte ich nicht mithalten. Ich hatte Schwierigkeiten mit der Bremse und war in der Kurvenmitte zu langsam. Ich versuchte meine Linien zu ändern, aber es war nicht einfach. Als es wieder stärker regnete, lag ich auf Platz 13 und stürzte in Kurve sieben. Dort stürzten auch einige andere Fahrer. Es ist schade, dass ich es nicht zurück in die Box geschafft habe, denn deshalb bekamen wir keine Punkte."

Neben de Puniet war das Rennen für zwei weitere CRT-Fahrer vorzeitig beendet. Colin Edwards stellte seine Suter-BMW mit einem elektrischen Problem an der Forward-Box ab. "Wir kannten die Regenabstimmung nicht und entschieden uns dann für eine Einstellung, die wir in Aragon hatten. Mein Start war gut und ich fühlte mich sofort wohl. Es gibt aber noch einige Dinge, die wir verbessern können. Eine Übersetzung für Trockenrennen funktioniert im Regen nicht wirklich."

"Ich kam aus den Kurven so schlecht heraus, dass ich die Zeit auf der Bremse und beim Kurvenspeed gutmachen musste. Direkt vor mir waren drei Aprilia und ich wartete, ob jemand von ihnen einen Fehler macht. Dann ging aber etwas schief. Wir müssen uns noch die Daten ansehen. Weiterfahren war aber nicht mehr sicher und ich kam an die Box", sagt Edwards über seinen Ausfall. Ein schwarzes Wochenende erlebte das Avintia-Team. Yonny Hernandez konnte nur am Freitag fahren. Sein verletztes linkes Schlüsselbein muss operiert werden, weshalb der Kolumbianer am kommenden Wochenende in Australien fehlen wird.

Ivan Silva stürzte im Rennen: "Zu Beginn konnte ich einige Fahrer überholen. Sobald ich ein gutes Gefühl für die Strecke hatte und ein gutes Tempo fuhr, merkte ich, dass etwas beim Heck nicht stimmte. Der Hinterreifen rutschte systematisch weg, obwohl ich langsam in den Kurven war. Im Nassen wurde es immer schlimmer und ich konnte den Sturz nicht vermeiden. Es ist schade, weil ich auf Punktekurs war und dieses Rennen beenden wollte. Ich hatte große Erwartungen, weil wir im Winter hier getestet haben. Wir hatten allerdings viele Schwierigkeiten und konnten nicht das Beste herausholen. Ich hoffe es läuft in Australien besser, obwohl ich die Strecke nicht kenne."

Fotoquelle: Aspar

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