Casey Stoner war im Qualiyfing auf Phillip Island unschlagbar

MotoGP 2012

— 27.10.2012

Stoner erobert überlegen die Pole-Position

Auch ein Sturz kann Casey Stoner nicht aus der Bahn werfen: Der Australier erobert auf Phillip Island souverän die Pole-Position - Stefan Bradl auf Platz fünf in Reihe zwei

Lokalmatador Casey Stoner dominierte das Qualifying auf Phillip Island und holte sich überlegen die Pole-Position. Nach 20 Minuten stürzte der Australier in Kurve vier, aber mit dem Ersatzmotorrad legte der Honda-Pilot noch zu und schraubte die Bestmarke auf 1:29.623 Minuten. Erster Verfolger war Yamaha-Werksfahrer Jorge Lorenzo, dem eine halbe Sekunde fehlte. Dani Pedrosa (Honda) lag als Dritter schon knapp eine Sekunde zurück. Der Deutsche Stefan Bradl (LCR-Honda) konnte sich im Vergleich zu den Freien Trainings deutlich steigern und wurde hinter Tech-3-Pilot Cal Crutchlow Fünfter. Valentino Rossi (Ducati) musste sich gegen Claiming-Rule-Fahrer Randy de Puniet (Aspar) wehren.

Die Geschichte des Qualifyings schrieb Stoner. Von Beginn an war der Australier wie erwartet in seiner eigenen Liga. Nach 20 Minuten lag seine Honda allerdings in der Wiese. In Kurve vier, die den Namen "Honda"-Kurve trägt, wurde er bei langsamer Geschwindigkeit per Highsider abgeworfen. "Ich war mit einem harten Reifen auf einer Aufwärmrunde und ich wurde in einer langsamen Kurve abgeworfen", sagt Stoner über sein Missgeschick. "Ich bin sehr langsam in die Honda-Kurve gefahren und konnte es nicht verhindern."

"Ich hatte Glück, dass ich nicht auf meinem verletzten Fuß gelandet bin. Dann hätte die Geschichte anders ausgesehen. Trotzdem konnte ich Pole holen." Keine zehn Minuten später saß Stoner auf der Ersatzmaschine und verbesserte seine bis dahin gefahrene Bestzeit mühelos um sechs Zehntelsekunden. Auch bei seinen nächsten Versuchen schraubte der noch amtierende Weltmeister die Zeit immer weiter nach unten. "Es ist sehr schön wieder zurück zu sein. Ich fühle mich auch etwas wohler."

"Es gibt auf diesem Kurs mehr Linkskurven, weshalb ich mich in den Rechtskurven mehr schonen und Druck auf die Linkskurven ausüben kann", nennt der Honda-Pilot einen der Gründe für seine Überlegenheit. "Es ist sehr schön, eines dieser Motorräder auf dieser Strecke zu fahren. Vielleicht ist es mein letztes Mal. Ich versuche jede Minute zu genießen. Bisher war das Wochenende fantastisch und ich bin schneller und schneller geworden. Danke ans Team, denn es war ein hektisches Training. Es ist nicht alles nach Plan verlaufen, aber der Rest des Wochenendes war bisher perfekt. Hoffentlich gibt es morgen für alle etwas zu Feiern."

Yamaha arbeitete fieberhaft an der Abstimmung der M1. Im Laufe des Trainings wurde der hintere Stoßdämpfer getauscht und Lorenzo konnte den Rückstand auf Stoner auf 0,517 Sekunden drücken. Trotzdem erkennt er dessen Dominanz: "Casey ist an diesem Wochenende unschlagbar, wenn nichts Außergewöhnliches passiert. Alle versuchen ihm so nahe wie möglich zu kommen. Ich habe hauptsächlich versucht vor Dani Zweiter zu sein", konzentriert sich Lorenzo auf seinen WM-Gegner.

23 Punkte Vorsprung hat er auf Pedrosa. Am Sonntag könnte Lorenzo schon zum zweiten Mal nach 2010 als Weltmeister feststehen. "Der Start wird sehr wichtig sein. Ich werde Casey als Referenz nehmen. Meine Runde war sehr gut und die Platzierung ist gut. Morgen ist ein wichtiger Tag. Ich versuche ruhig zu bleiben und keine Fehler zu machen." Dagegen lief es bei Pedrosa nicht ganz optimal. Auf seinen Teamkollegen Stoner büßte er 0,952 Sekunden ein.

Er muss am Sonntag vor Lorenzo ins Ziel kommen, wenn er die WM noch bis zum Finale in Valencia offenhalten will. "Wir haben an der Abstimmung des Motorrades gearbeitet. Gegen Trainingshälfte war das Motorrad nicht perfekt, aber am Ende war das Gefühl dann besser. Leider ist dann der Regen gekommen. Der Platz in der ersten Reihe ist immer wichtig. Hoffentlich habe ich morgen Glück und ein gutes Rennen", meint der Spanier.

Bradl in Reihe zwei

Erster Verfolger der Top 3 war der Brite Cal Crutchlow. Trotz Erkältung ließ er sich auf der Tech-3-Yamaha nichts von seiner körperlichen Schwäche anmerken und qualifizierte sich als Vierter (+1,140 Sekunden). Einen deutlichen Sprung nach vorne machte Bradl. Das LCR-Team arbeitete an der Abstimmung der Honda und fand den richtigen Weg, denn der Deutsche konnte seinen Rückstand auf 1,175 Sekunden verkürzen, womit er den fünften Platz in der Mitte der zweiten Reihe belegte.

Andrea Dovizioso (Tech 3/+1,577) und Alvaro Bautista (Gresini-Honda/+1,867) eroberten die Positionen sechs und sieben. Spannend ging es bei der Jagd nach dem siebten Startplatz zu. De Puniet lieferte sich mit der Claiming-Rule-Aprilia einen engen Kampf mit dem Ducati-Werksteam. Zeitweise hatte der Franzose die Nase vorne, doch am Ende konnte Valentino Rossi gerade noch die Hackordnung in Ordnung bringen. Der Superstar war lediglich um sechs Tausendstelsekunden schneller als de Puniet und eroberte Rang acht.

Rossis Rückstand auf Stoner betrug zwei Sekunden. Nicky Hayden musste sich als Zehnter de Puniet knapp geschlagen geben. Karel Abraham hielt mit der Cardion-Ducati den Anschluss an das Werksteam und belegte Platz zwölf. Zweitbester CRT-Vertreter war de Puniets Aspar-Teamkollege Aleix Espargaro als Zwölfter. Hector Barbera enttäuschte mit der Prototypen Ducati und kam nur auf Rang 13. Dahinter folgten die weiteren CRT-Fahrer.

Das waren Michele Pirro (Gresini) vor Danilo Petrucci (Ioda), Colin Edwards (Forward), James Ellison (PBM), Roberto Rolfo (Speed Master) und Ivan Silva (Avintia). Der Australier Kris McLaren, der den verletzten Yonny Hernandez bei Avintia ersetzte, konnte sich nicht für den Grand Prix qualifizieren. Sein Rückstand betrug 6,7 Sekunden. In den letzten fünf Minuten des Qualifyings fing es leicht zu regnen an und es gab keine Verbesserungen mehr.

Fotoquelle: Repsol

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