MotoGP 2012

— 10.11.2012

Ducati-Krise: Preziosi vor der Ablösung?

Laut Medienberichten steht Ducati-Chefkonstrukteur Filippo Preziosi kurz vor der Ablösung - Außerdem soll Suter ein Chassis für das Werksteam bauen



Die sportliche Krise von Ducati könnte nun auch personelle Konsequenzen haben. Nach übereinstimmenden Berichten italienischer Medien soll Chefkonstrukteur Filippo Preziosi im Zuge einer Umstrukturierung des MotoGP-Teams von seinem Posten abberufen werden. Nach Angaben von 'Motosprint' und 'Moto.it' soll Ducati zukünftig, ähnlich wie die japanischen Werksteams, in mehreren Abteilungen ohne strenge zentrale Kontrolle geführt werden.

Angeblich habe der neue Ducati-Eigentümer Audi radikale Änderungen gefordert, um die Serie der Misserfolge zu beenden. Seit über zwei Jahren wartet Ducati in der MotoGP auf einen Sieg. Auch die Verpflichtung von Superstar Valentino Rossi hatte die Marke aus Bologna nicht zurück an die Spitze gebracht. Die Traumehe blieb ohne sportliche Erfolge und wird nach dem morgigen Rennen geschieden.

Vor allem das Chassis der Ducati wurde immer wieder als Problemquelle ausgemacht. Daher schlägt Audi nun angeblich einen völlig neuen Weg ein und soll Suter mit der Fertigung eines Rahmens beauftragt habe, was einer sportlichen Entmachtung Preziosis gleichkäme. Daher solle der Italiener folgerichtig abgelöst werden. Wer seine Nachfolge antreten könnte, ist noch unklar. In Italien wir der Name Paolo Ciabatti gehandelt, der früher für die Superbike-Aktivitäten von Ducati verantwortlich war.

Stoner glaubt an freiwilligen Rückzug

Die Fahrer wurden von den Gerüchten genau so kalt erwischt wie Fans und Medienvertreter. "Davon habe ich heute auch gehört. Aber man hört so viele Gerüchte, ich habe von Ducati nichts dazu gehört und weiß daher nicht, ob es stimmt", sagt Nicky Hayden. Auch Teamkollege Rossi gibt sich unwissend: "Filippo hat darüber nicht mit mir gesprochen. Ich weiß nicht, ob es mehr als nur ein Gerücht ist."

Ein ehemaliger Preziosi-Schützling kann sich einen anderen Sachverhalt gut vorstellen: "Um ehrlich zu sein glaube ich, dass er selbst so entschieden hat", sagt Stoner. "Er sah sich im Laufe der Jahre starkem Druck und viel Kritik ausgesetzt. Speziell die zurückliegenden zwei Jahre waren mit Sicherheit nicht einfach für ihn." Der Australier war der letzte Ducati-Sieger in der MotoGP und gewann 2007 zusammen mit Preziosi den WM-Titel.

Hayden wäre gegen eine Ablösung des Chefkonstrukteurs und glaubt, dass man gemeinsam die Probleme in den Griff bekommen würde: "Ich habe volles Vertrauen in ihn. Ducati hat einige gute Ideen. Wir werden am Dienstag und Mittwoch einige Dinge testen und hoffen, dass wir dann schon die Richtung erkennen, in die es gehen wird. Wir müssen das Problem mit dem Vorderrad in den Griff bekommen, haben aber auch noch andere Probleme, die wir lösen müssen. Das bekommen wir zwar nicht über Nacht in den Griff, aber ich bin zuversichtlich, dass wir es schaffen können", so Hayden.

Rossi: "Das ist nicht mein Problem"

Zu möglichen Folgen einer Ablösung von Preziosi will sich Hayden wegen seines persönlich guten Verhältnisses zum Italiener nicht äußern, lässt aber zumindest verlauten: "Jemanden wie ihn zu ersetzen, wäre schwierig." Das sieht auch Stoner so: "Als jemand, der mit ihm zusammengearbeitet hat und weiß, was er drauf hat, kann ich nur sagen, dass es ein großer Verlust ist. Wenn die Leute seine vorgegebene Richtung besser befolgt hätten, wären die Dinge sicherlich etwas besser gelaufen", meint Stoner.

Für den Australier ist Preziosi nicht der Schuldige für die Ducati-Krise: "Meist war es schwierig für ihn, das nötige Budget für seine Ideen zu bekommen. Mit etwas mehr Unterstützung und Glaube an die Ideen hätte Ducati sicherlich größere Erfolge einfahren können", so Stoner. "Wenn das Gerücht stimmt - und das werden wir wohl bald erfahren - dann tut es mir einerseits leid für ihn. Andererseits freue ich mich aber auch für ihn, da ein Gewicht von seinen Schultern fällt, und er das Leben sicherlich etwas mehr genießen wird."

Rossi zeigt hingegen, dass er gedanklich mit Ducati schon abgeschlossen hat: "Für Filippo täte es mir leid, denn ich kenne ihn sehr gut. Aber das ist nicht mein Problem", so der 33-Jährige. "Ich werde mit einem anderen Motorrad für ein anderes Team fahren, daher mache ich mir darüber keine Gedanken." Auf den Einwand, dass er Preziosi im Falle einer Entlassung mit zu Yamaha nehmen könnte, antwortet Rossi gut gelaunt: "Ja (lacht)! Aber da müsst ihr schon mit Filippo reden, ich weiß nichts."

Fotoquelle: Ducati



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