MotoGP 2012

— 12.11.2012

CRTs setzen sich stark in Szene

Beim Saisonabschluss in Valencia sorgt Aleix Espargaro für die ersten Führungskilometer einer CRT-Maschine - Michele Pirro wird sensationeller Fünfter



Der Grand Prix in Valencia entschädigte die MotoGP-Fans für die einigen nicht so spannenden Rennen. Da der Kurs zu Beginn weder nass noch trocken war, hatten die Fahrer keine einfache Aufgabe vor sich. Bei der Wahl der Reifen gingen die Meinungen auseinander. Der Großteil des Feldes entschied sich für Regenreifen, die nach einigen Runden gegen Trockenreifen gewechselt wurden.

Nach dem Start führte plötzlich Aleix Espargaro (ART) das Feld an. Der Spanier überraschte die Prototypen-Piloten und wollte möglichst viel Vorsprung für den späteren Motorrad-Wechsel herausfahren. "Das Rennen war ziemlich verrückt", bilanziert er. "In der Startaufstellung war ich sehr unentschlossen, was die Reifenwahl anging. Ich wusste, dass ich mit den Slicks schneller war, doch es war gleichzeitig auch sehr riskant. Deswegen habe ich die Regenreifen verwendet."

"Es gab eine schmale trockene Linie, die nicht durchgängig war. Mein Teamkollege verwendete die Slicks. Als das Rennen begann, wollte ich so hart wie möglich fahren, bis der Reifen abbaut und dann das Motorrad wechseln. Ich wollte Randy einholen. Als ich an ihm vorbeiging, konnte ich mich ein bisschen entspannen und das Rennen genießen", berichtet Espargaro, der das Rennen am Ende als Elfter beendete. Damit schloss er die Saison als bester CRT-Pilot ab. "Ich bin sehr glücklich. Wir konnten schlussendlich den CRT-Titel holen", so der Aspar-Pilot.

"Ich denke, dass wir eine ordentliche Saison gezeigt haben. Das wird durch den CRT-Titel unterstrichen. Am wichtigsten ist, dass mich mein Team unterstützt hat. Das ist viel wert. Jorge (Martinez; Anm. d. Red.) hat mir von Beginn an sehr viel Vertrauen geschenkt und ich möchte ihm danken", schildert Espargaro. "Ich freue mich, dass wir unser Ziel erreicht haben."

De Puniet zieht den Kürzeren

Teamkollege Randy de Puniet musste sich in seinem ersten Jahr als CRT-Pilot knapp geschlagen geben. Hinter Espargaro wurde der Franzose immerhin Zweiter der CRT-Wertung. Den Grand Prix in Valencia beendete de Puniet als Zwölfter. "Wir haben uns gegen alle Voraussagen entschieden und Slicks verwendet, als der Kurs noch ziemlich feucht war. Ich denke, dass es eine gute Wahl war", hält er fest.

"Am Freitag fühlte ich mich bei ähnlichen Bedingungen sehr wohl. Ich wusste aber nicht, was im Rennen möglich ist. Ich hatte ein merkwürdiges Gefühl. Ich hatte kein Vertrauen in die Front und hatte Probleme, das Motorrad auf der Strecke zu halten. Ich bin an einigen Stellen eine weite Linie gefahren", erklärt de Puniet. "Ich bin ein bisschen enttäuscht. Ich habe das Rennen noch einmal angesehen. Mit einem etwas besseren Gefühl hätte ich um eine Spitzenposition kämpfen können."

Pirro mit schönem Abschiedsgeschenk für Gresini

Eine Spitzenposition fuhr Michele Pirro (FTR-Honda) als Fünfter ein. Der Italiener, der 2013 Ducati-Testfahrer wird, fuhr seinen vorerst letzten Grand Prix für das Gresini-Team. "Was für ein toller Tag. Als Fünfter durchs Ziel zu fahren, bester CRT-Pilot zu sein und das beste CRT-Ergebnis des Jahres geholt zu haben, ist wunderbar", freut er sich. "Es war kein einfaches Rennen, doch wir haben unser Bestes gegeben und sind einige Risiken eingegangen."

Die Erinnerungen an Marco Simoncelli waren für Pirro eine Motivation: "Ich konnte wie im Vorjahr, als ich das Moto2-Rennen gewann, Marcos Hand auf meiner Schulter spüren. Er hat mich angetrieben", schildert der Gresini-Pilot, der seinem Team "Goodbye" sagt. "Die beiden letzten Jahre waren sehr wichtig für meine Karriere. Ich möchte allen Mitgliedern danken. Die Erinnerungen an den Sieg im Vorjahr und dieses tolle Ergebnis werden für immer im Gedächtnis bleiben. Es war wunderbar, in dieser großartigen Meisterschaft ein kleines Kapitel Geschichte zu schreiben."

Ellison sagt "Goodbye" zur MotoGP

Ebenfalls zu Ende ging die Grand-Prix-Karriere James Ellison (ART). Der Brite wird 2013 nicht mehr für Paul Bird Motorsport (PBM) in der MotoGP fahren. "Es war ein weiteres emotionales Rennen, das muss ich nicht verleugnen. Es waren viele Gefühle im Spiel, da ich wusste, dass es mein letzter Grand Prix ist", gesteht der ART-Pilot, der das Rennen als Neunter beendete.

"Mir war bewusst, dass mein Vater nicht vor Ort war, um zu beobachten, wie gut es lief. All das, wofür ich die Saison über so hart gearbeitet habe, kam zu einem Ende. Ich habe die Arbeit mit PBM sehr genossen. Ich werde jeden Einzelnen vermissen - besonders meine Boxencrew. Wir sind in diesem Jahr zusammengewachsen, haben die guten Zeiten genossen und in den schlechten zusammengehalten", sagt Ellison. "Ich möchte Paul Bird für die Chance danken."

"Wir haben uns sicher richtig entschieden, das Rennen mit Regenreifen zu beginnen und dann auf die Slicks zu wechseln. Der neunte Platz und die neuntschnellste Runde waren ein toller Saisonabschluss", freut sich der Brite, der noch nicht genau sagen kann, wie es für ihn weitergeht: "Wer weiß, was in der Zukunft passiert. Ich werde 2013 sicher ein Rennmotorrad bewegen."

Edwards erneut in Schwierigkeiten

Genauere Vorstellung in Sachen Zukunft hat Colin Edwards. Er wird dem Forward-Team treu bleiben, sich aber von der wenig geliebten Suter-BMW verabschieden. In Zukunft nimmt der charismatische US-Amerikaner auf einer FTR-Kawasaki teil. Beim Grand Prix in Valencia lief es für Edwards erneut alles andere als optimal. Als 14. und Letzter im Ziel holte er aber immerhin zwei Punkte.

"Mit diesem Motorrad habe ich mich für die sicherere Option entschieden und bin mit den Regenreifen gestartet. Ich bin mit dem Regen-Setup rausgefahren. Wir müssen irgendetwas am Morgen verändert haben. Als ich in der Kurve das Gas voll öffnete, ging gar nichts. Ich kam in die Box, um das Motorrad zu wechseln. Ich konnte nicht mehr Runterschalten. Zu diesem Zeitpunkt ging es nur noch ums Überleben", berichtet der "Texas Tornado". "Wir haben abgewartet, was passiert und ein paar Punkte mitgenommen."

Einen Platz vor Edwards kam MotoGP-Rückkehrer Hiroshi Aoyama (Avintia) ins Ziel. "Der Zustand der Strecke war für alle Fahrer kritisch. Wir haben uns für die Regenreifen entschieden, sind aber ein paar Runden später an die Box gekommen, um Trockenreifen abzuholen. Das Problem ist, dass der Asphalt nicht komplett trocken war. Dadurch konnte man leicht stürzen. Wir konnten am Ende das Rennen beenden und sogar Punkte holen", freut sich der Japaner. "Das ist deutlich mehr, als wir am Samstag erwartet hatten. Es sollte eigentlich nur eine Art Training sein." 2013 wird Aoyama für Avintia wieder an allen MotoGP-Rennen teilnehmen.

Teamkollege Ivan Silva verpasste ein gutes Ergebnis durch einen Sturz. "Wir waren an diesem Wochenende ziemlich konkurrenzfähig. Ich wollte die Saison mit einem guten Ergebnis beenden. Die Bedingungen haben die Sache erschwert. Ich denke, dass die Trockenreifen die richtige Entscheidung waren, wie sich später zeigte", berichtet der Avintia-Pilot.

"Es ist schade, weil wir ein gutes Ergebnis hätten erzielen können. Als ich auf eine Gruppe von Fahrern aufschloss, die langsamer unterwegs waren als ich, musste ich auf eine nasse Stelle fahren, um zu überholen", schildert Silva. "Dabei verlor ich das Vorderrad. Ich bedauere den Ausfall, weil ich Avintia danken wollte für das Vertrauen."

Nur 14 Piloten im Ziel

Ebenfalls ausgefallen ist Roberto Rolfo (ART). Der Speed-Master-Pilot ersetzt seit vier Rennen Mattia Pasini. "Es tut mir leid, weil es ein gutes Rennen hätte werden können. Wir sind mit Regenreifen gestartet und haben sie solange verwendet, wie sie funktioniert haben. Als wir das Motorrad gewechselt haben, waren wir sehr schnell. Wir konnten eine kleine Lücke zu Ellison herausfahren, den ich in der letzten Kurve überholt hatte. Auf Slicks fühlte ich mich sofort wohl. Wir waren in jeder Kurve schnell", erklärt Rolfo.

"In der siebten Runde stürzte ich. Vielleicht gab es noch eine nasse Stelle auf dem Kurs oder der Reifen war noch zu kalt", grübelt er. "Der Sturz hat das Motorrad ziemlich stark beschädigt. Ich konnte nicht weiterfahren. Es gab einige Stürze dieser Art. Vielleicht hätte ich es ruhiger angehen sollen. Wir haben keine Punkte geholt und dieses Abenteuer endet nun so. Ich möchte dem Team für die vier Rennen danken. Es hat sehr viel Spaß gemacht. Ich kam gut mit der Crew zurecht. Abgesehen von den Ergebnissen war es eine positive Erfahrung."

Claudio Corti (Inmotec) sah bei seinem MotoGP-Debüt die Ziellinie ebenfalls nicht. "Es war ein spannendes Wochenende, bei dem die Wetterbedingungen die Arbeit bei meinem MotoGP-Debüt etwas komplizierter gestaltet haben. Ich konnte alles ausprobieren: Regen, Trockenheit, Mischmaschbedingungen und sogar einen Motorradwechsel im Rennen. Ich war zwischenzeitlich sogar in den Punkten für eine Minute. Doch dann musste ich die Elektronik abschalten, weil sie nicht richtig funktioniert hat. Dadurch bin ich gestürzt. Ich möchte Inmotec für diese Chance danken und auch Avintia für die technische Unterstützung", so Corti.

Fotoquelle: Bridgestone

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