MotoGP 2012

— 20.11.2012

Ducati: "Neue Ära steht bevor"

Bernhard Gobmeier übernimmt bei Ducati ab Januar die Rennabteilung - Filippo Preziosi wird zum Entwicklungschef und hofft auf starke Synergien



Der angekündigte Umbruch bei Ducati wird nun Realität: Bernhard Gobmeier übernimmt Ducati Corse, die Rennabteilung der Italiener, und ist damit Geschäftsführer Gabriele Del Torchio direkt unterstellt. Gobmeier war bis vor kurzem bei BMW für das Superbike-Projekt verantwortlich. Der 53-Jährige Deutsche wurde von Audi ausgewählt und wird im Januar 2013 die Arbeit aufnehmen. Er übernimmt damit den Posten von Filippo Preziosi, der zum Entwicklungschef von Ducati wird und damit Gobmeier unterstellt sein wird.

Paolo Ciabatti nimmt ab 2013 die Rolle des MotoGP-Projektleiters ein. Sein ehemaliges Amt, den Posten des Superbike-Projektleiters, übernimmt Ernesto Marinelli. "Mit diesen neuen Besetzungen und der Bestätigung der 2013er-Fahrer in der MotoGP und Superbike-WM sind wir sehr gut vorbereitet, eine neue Rennsaison in Angriff zu nehmen", ist sich Del Torchio sicher. "Wir sind zuversichtlich, dass wir durch die neue Strukturierung und konzentrierte Strategie unsere Ziele erreichen werden und mit dem Technologietransfer vom Rennsport in die Serienproduktion weitermachen. Das ist ein Element, das Ducati-Motorräder charakterisiert."

Zuletzt gab es bei Ducati Corse nur wenig Grund zur Freude. In der MotoGP lagen Valentino Rossi, Nicky Hayden und die Satelliten-Piloten klar zurück und mussten teilweise mit den CRT-Piloten um Positionen kämpfen. Die Desmosedici verlor in den vergangenen Jahren den Anschluss an die Honda RC213V und die Yamaha M1. Doch auch in der Superbike-WM war Ex-Weltmeister Carlos Checa weit von der Titelverteidigung entfernt und schickte die 1098R ohne weiteren Titel in Rente. Ab 2013 muss sich die 1199 Panigale in der Superbike-WM beweisen.

Preziosi ist zuversichtlich

In der MotoGP will Audi bereits 2013 Fortschritte sehen. Ein Jahr später sollen Siege folgen und 2015 möchte man um den Titel kämpfen. Damit verfolgen die Ingolstädter einen ehrgeizigen Plan, bedenkt man die Kräfteverhältnisse beim Saisonfinale in Valencia. Doch bereits der Test soll für neuen Mut gesorgt haben. "Ich bin mit Nickys Rundenzeit sehr zufrieden. Wir sind näher an unseren Konkurrenten", bilanziert Preziosi. "Eine neue Ära steht bevor."

Hayden war am zweiten Tag des Nachsaisontests in Valencia eine Zeit von 1:32.956 Minuten gefahren. Auf die Tagesbestzeit von Dani Pedrosa verlor der US-Amerikaner etwas mehr als sechs Zehntelsekunden. Ducati-Neuzugang Andrea Dovizioso lag bei seiner ersten Ausfahrt im Trockenen weitere drei Zehntel zurück. "Ich bin sehr froh. Dovi hat seine beste Rundenzeit mit einem Reifen aufgestellt, der bereits neun Runden alt war", schildert Preziosi.

"Das Wetter war leider ziemlich schlecht. Wir konnten lediglich vier Mal im Trockenen auf die Strecke gehen. Dennoch war es uns möglich, wichtige Informationen zu sammeln. Die Stimmung im Team ist sehr gut. Ich sehe optimistisch in die Zukunft", verkündet der Italiener. "Wir haben viel Material. Leider haben wir mehr Material als Testtage. Wir haben beim Nachsaisontest sehr viel Zeit verloren. Wir müssen sehr genau und gut organisiert arbeiten."

Mit neuem Rahmen zurück an die Spitze?

Für den zusätzlichen Test in Jerez, der kommende Woche stattfindet, hofft Ducati auf besseres Wetter als in Valencia, um die Zeit auf der Strecke in Erkenntnisse umzuwandeln. "Nicky hat einen neuen Rahmen getestet, den er für gut befindet. In Jerez werden wir den neuen Rahmen erneut testen, um auf einer anderen Strecke mit anderen Kurven Erfahrungen zu sammeln."

"Ich bin auch mit Dovi sehr zufrieden und der Arbeitsweise der beiden Fahrer in unserem Team sowie der beiden Pramac-Piloten. Auch bei Pramac wurde hart gearbeitet. Es ging in die richtige Richtung. Für die Zukunft bin ich sehr optimistisch", bekräftigt Preziosi. Hayden war in Valencia zum ersten Mal mit dem neuen Rahmen unterwegs. Rossi testete das modifizierte Chassis bereits im Laufe der Saison.

"Er hat eine andere Steifigkeit. Wir möchten ein besseres Umlegen erzielen. Es scheint, dass dieser Rahmen dabei hilft", erläutert Preziosi. "Bei Ducati ändert sich momentan viel. Ducati gehört nun zu einer großen Gruppe. Es gibt nicht nur viele ökonomische Ressourcen sondern auch ein sehr hohes Level an Technologie. Wir warten auf ein paar neue Anlagen, die bereits bestellt sind. Wir haben viele Jahre davon geträumt. Nun haben wir die Chance für solche Dinge."

Mehr Kompetenz durch Audi?

"Die Rennabteilung wird in Zukunft aufgerüstet und erhält mehr Mitarbeiter - sowohl im Management als auch aus technischer Sicht. Die Oberen der Gruppe sind sehr entschlossen und möchten Ducati wieder an die Spitze bringen. Wenn man die Ressourcen und den Willen hat, dann sind das große Hilfen", weiß Preziosi.

"Es gibt die Möglichkeit, mit unseren Kollegen in der Gruppe zu sprechen, egal um was es geht: Elektronik, Motor oder Materialien. Wir können Synergien schaffen", erklärt er. "Wenn sich Ducati jeden einzelnen Aspekt genau ansieht, dann gibt es keinen Grund, warum wir nicht schon bald siegfähig sein sollten."

Laut Preziosi wird bei Ducati momentan ununterbrochen an Verbesserungen getüftelt. "Wir arbeiten an zwei unterschiedlichen Dingen. Die erste Aufgabe ist es, die besten Teile auszuwählen und mit den vorhandenen Teilen das Motorrad zu optimieren", erklärt er. "Wir haben drei verschieden dimensionierte Rahmen. Bei jedem Rahmen gibt es zwei unterschiedliche Steifigkeiten. Wir haben zwei unterschiedlich lange Schwingen. Jede gibt es in drei Steifigkeiten."

"Wir können also unterschiedliche Elemente auswählen und kombinieren. Doch wichtiger ist es, in welche Richtung die Entwicklung gehen soll. Wenn wir die Erkenntnisse von Nicky in Jerez bestätigen können, dann müssen wir bei der Steifigkeit diesen Weg einschlagen und in Sepang daran weiterarbeiten. Es gibt also zwei unterschiedliche Aufgaben", sagt Preziosi.

Pirro leistet gute Arbeit

Sehr zufrieden ist der 44-Jährige über die Arbeit von Testfahrer Michele Pirro. Durch die Verletzung von Ben Spies durfte der ehemalige Gresini-CRT-Pilot bereits beim Nachsaisontest mit der Ducati Desmosedici arbeiten. Er war der fleißigste Pilot des Tests und verlor am Ende nur 1,3 Sekunden auf die Bestzeit.

"Michele wird in Zukunft wichtig sein bei der Entwicklung. Wir stecken also ab sofort sehr viele Ressourcen in die Tests", kündigt Preziosi an. Neben Pirro wird auch Franco Battaini weiterhin an der Desmosedici arbeiten. "Einen Fahrer zu haben, der sich auf die Zuverlässigkeit konzentriert und einen weiteren zu haben, der sich auf die Performance konzentriert, ermöglicht es, den Stammfahrern Material zu liefern, das bereits die Vorauswahl überstanden hat. Wir können mehr Rahmen herstellen und die besseren auswählen, die dann den Stammfahrern zur Verfügung gestellt werden."

Gerüchte über eine Zusammenarbeit mit Suter kommentiert Preziosi mit einem Lächeln. "Suter gehört zu unseren guten Freunden", verrät er. "Sie sind unser Zulieferer für die Kupplung. Wir haben also eine sehr enge Zusammenarbeit." Ob darüber hinaus zusammengearbeitet wird, lässt er offen.

Fotoquelle: Ducati

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