MotoGP 2012

— 07.12.2012

Weltmeister Lorenzo: Gegner zollen Respekt

Jorge Lorenzo gewann 2012 seinen zweiten MotoGP-Titel: Während Casey Stoner die Konstanz verantwortlich macht, lobt Andrea Dovizioso den Einsatzwillen des Spaniers



Im Alter von 25 Jahren hat Jorge Lorenzo bereits fünf MotoGP-Saisons auf dem Buckel. Seit dem Grand Prix von Australien am 28. Oktober 2012 ist der Spanier zweifacher Weltmeister in der Königsklasse auf zwei Rädern. Hauptgegner des Yamaha-Piloten auf dem Weg zum zweiten MotoGP-Titel nach 2010 war das Honda-Werksteam.

In der ersten Saisonhälfte 2012 schien alles auf ein weiteres WM-Duell zwischen Lorenzo und dem amtierenden Weltmeister Casey Stoner hinauszulaufen. In der zweiten Jahreshälfte kristallisierte sich dann Stoners Teamkollege Dani Pedrosa als Lorenzo-Gegner Nummer eins heraus. Dies lag zum einen am schweren Crash des Australiers im Indianapolis-Qualifying, nicht zuletzt aber am unglaublichen Lauf Pedrosas, der von den sechs Rennen vor der WM-Entscheidung auf Phillip Island nicht weniger als fünf gewann.

Als nach 18 Rennen abgerechnet wurde, hatte Lorenzo 18 Punkte Vorsprung auf Pedrosa, was nach Ansicht Stoners vor allem an der Konstanz des Yamaha-Piloten lag. "Er war immer da. Speziell in diesem Jahr war er extrem konstant. Immer wenn er ins Ziel kam, wurde er Erster oder Zweiter", stellt der Australier heraus.

Stoner: Titel wäre auch ohne Verletzung schwierig geworden

"Dieser Umstand hat zusammen mit meinem Crash in Indianapolis dazu beigetragen, dass er einen so großen Vorsprung herausfahren konnte", so Stoner. Auf den Weltmeister der Jahre 2007 und 2011, der aufgrund seiner Knöchelverletzung in diesem letzten MotoGP-Jahr drei Rennen auslassen bei fünf weiteren gehandicapt war, betrug der Punktevorsprung unterm Strich 96 Zähler.

"Ungeachtet dessen fuhr er aber eine sehr starke Saison, sodass es so oder so schwierig geworden wäre, ihn zu besiegen", will Stoner den WM-Titel Lorenzos nicht als Ergebnis seiner eigenen Verletzung hinstellen. Der zurückgetretene Ex-Champion gibt aber zu bedenken: "Es war nicht die reine Geschwindigkeit, die bei Lorenzo den Ausschlag gab. Sowohl Dani als auch ich waren in diesem Jahr häufig schneller als er. Ich weiß nicht, ob er sich in diesen Fällen immer mit Platz zwei begnügt hat oder einfach nicht schneller konnte. Wie auch immer, seine Konstanz war in diesem Jahr der entscheidende Faktor."

Dovizioso hätte sich Pedrosa als Champion gewünscht

Andrea Dovizioso, in Diensten von Tech-3-Yamaha in der Saison 2012 mit Abstand der erfolgreichste Fahrer aus einem Satellitenteam, sieht die Sache etwas anders. "Er war in diesem Jahr der Beste", lobt der Italiener den Weltmeister und hält fest: "Casey und Dani haben gut gekämpft und waren richtig schnell, wenn das Motorrad gut war, aber Jorge war entschlossener als sie."

Angesichts der Tatsache, dass der künftige Ducati-Werksfahrer Dovizioso die Saison 2012 genau wie Lorenzo auf einer Yamaha bestritt und damit Markenkollege des Spaniers war, überrascht seine abschließende Aussage: "Ich hätte mir persönlich zwar gewünscht, dass Dani den Titel holt, aber Lorenzo war schneller und hat verdient gewonnen."

Fotoquelle: Bridgestone

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