MotoGP 2012

— 08.12.2012

Iannone und Pirro bei Ducati "angekommen"

Während sich Andrea Iannone an das Limit der Ducati herantastet, ist für Testfahrer Michele Pirro "ein Traum wahr geworden"



Andrea Iannone hat nach seinem Aufstieg in die MotoGP bisher kaum Anlaufschwierigkeiten. Der 23-Jährige, der in der kommenden Saison für Pramac-Ducati an den Start gehen wird, setzte sich bei den Testfahrten nach Saisonabschluss gut in Szene und tastet sich langsam an das Limit des Motorrads heran. Bei den Testfahrten in Jerez fehlte ihm auf die Zeit von Routinier Nicky Hayden nur knapp eine Sekunde. Davon will sich der Italiener aber nicht beeinflussen lassen.

"Ich schaue im Moment noch nicht auf die Rundenzeiten", wird Iannone von 'Motosprint' zitiert, Der Italiener freut sich jedoch über den Achtungserfolg in Jerez: "Nicky stand hier beim Grand Prix auf Startposition drei. Weniger als eine Sekunde langsamer als er zu sein, ist nicht so schlecht." Iannone, der in der abgelaufenen Saison Gesamtdritter in der Moto2 war, sieht seinen Markenkollegen Hayden nicht als Messlatte an - zumindest zu Beginn.

"Ich erwarte weder, dass ich auf Anhieb schneller bin als er, noch, dass ich ihn in den ersten Rennen bezwingen kann. Ich muss kleine Schritte machen", so Iannone. "Die Desmosedici zu fahren macht sehr viel Spaß. Wenn ich aber nahe an die guten Rundenzeiten herankomme, wird das Motorrad schwieriger zu fahren sein", erwartet Iannone. "Bisher hatte ich keine großen Probleme und hoffe, dass das so bleibt."

Iannone von Marquez' Zeiten nicht überrascht

Auch sein neuer Arbeitgeber ist mit den Leistungen des 23-Jährigen bisher sehr zufrieden: "Iannone verbessert sich stetig, er kommt mit dem Motorrad immer besser zurecht", sagt Teammanager Vittoriano Guareschi. "Der Schritt von der Moto2 in die MotoGP ist kein einfacher. Es ist ein großer Sprung, und jeder Kilometer, den er vor der Saison fahren kann, wird ihm beim ersten Rennen hilfreich sein. Jerez war sein dritter Test für uns, und bisher macht er es gut."

Die starken Leistungen seines bisherigen Moto2-Rivalen Mark Marquez bei den Tests für Honda kommen für Iannone nicht unerwartet: "Die Honda ist wahrscheinlich das beste Motorrad, und er ist kein langsamer Fahrer. Daher bin ich nicht überrascht." Moto2-Champion Marquez war bei Tests in Sepang auf Anhieb 0,6 Sekunden schneller gefahren als Gresini-Pilot Alvaro Bautista.

Neben Iannone ist mit Michele Pirro ein zweiter junger Italiener zu Ducati gestoßen. Der 26-Jährige, der in der abgelaufenen Saison die CRT-Maschine von Gresini gefahren hatte, mit der er beim Saisonfinale in Valencia als Fünfter das beste Ergebnis eines CRT-Piloten erzielt hatte, ist offizieller Testfahrer des Werksteams. Eine Rolle, ich der Pirro voll aufgeht.

2013 drei Wild-Card-Einsätze für Pirro

"Damit wurde ein Traum wahr", sagt Pirro gegenüber 'GPOne.com'. "Ein MotoGP-Motorrad zu fahren ist der Traum eines jeden Fahrers, und bei Ducati ist es noch spezieller." Die Entscheidung für den Posten des Testfahrers bereut der Italiener nicht. "Nach dem Test in Mugello haben sie mir den Job des Testfahrers angeboten. Das schien mir die bessere Wahl zu sein, als in der CRT weiterzumachen", sagt Pirro. "Ich werde zwar weniger Rennen fahren, habe aber die Möglichkeit, meine Fähigkeiten aufzuzeigen."

Auch der 26-Jährige hat sich schon gut in die neue Mannschaft eingelebt: "Ich habe ein großartiges Team vorgefunden, welches sehr professionell arbeitet. Das ist für mich eine neue Situation und wird sicherlich eine tolle Erfahrung", sagt Pirro. "Der einzige Nachteil ist, dass ich nicht bei allen Saisonrennen fahren werde, aber ich werde viel Zeit auf dem Motorrad verbringen und jede Gelegenheit nutzen, die sich mir bietet."

Pirro wird nach eigenen Angaben bei den Rennen in Jerez, Mugello und Misano mit einer Wild Card zum Einsatz kommen. In der übrigen Zeit konzentriert er sich auf die Testarbeit bei Ducati. Pirro erläutert, worauf es dabei für ihn ankommt: "Wenn Nicky und Andrea aufs Motorrad steigen, wollen sie die Maschine auf ihren Fahrstil abstimmen. Ich hingegen muss das Potenzial neuer Komponenten beurteilen und eine Auswahl treffen."

Neben Pirro wird auch der bisherige Testfahrer Franco Battaini weiterhin für Ducati testen. Jeder der beiden Testfahrer wird dabei seinen Schwerpunkt auf einen anderen Bereich legen: "Franco wird sich mehr auf die Zuverlässigkeit konzentrieren, während ich an der Performance der Maschine arbeiten werde", sagt Pirro.

Fotoquelle: Pramac

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