MotoGP 2013

— 06.01.2013

Crewchief-Ikone: Die Yamaha verlangt einen runden Fahrstil

Der langjährige Tech-3-Crewchief Guy Coulon lobt die Arbeitseinstellung von Andrea Dovizioso und meint, dass Cal Crutchlow weiter an sich arbeiten muss



Zusammen mit Teamchef Herve Poncharal leitet Guy Coulon seit über 20 Jahren die Geschicke des Tech-3-Teams. In dieser Zeit arbeitete der Ingenieur mit einer Vielzahl namhafter Piloten zusammen. Colin Edwards, James Toseland und Andrea Dovizioso vertrauten allesamt auf das Wissen und die Ratschläge des Franzosen, dessen Look durchaus ein wenig an Emmett "Doc" Brown aus "Zurück in die Zukunft" erinnert.

Im vergangenen Jahr war Coulon als Crewchief für den inzwischen in Richtung Ducati abgewanderten Dovizioso tätig und lobt gegenüber 'motormania.com.pl' dessen Arbeitseinstellung: "Er verbringt sehr viel Zeit mit den Ingenieuren und plant jeden seiner Runs bis ins kleinste Detail. Er weiß stets über alles Bescheid, zum Bespiel darüber, wie viele Runden die Reifen auf dem Buckel haben."

Genau wie dem ehemaligen Tech-3-Piloten Edwards bescheinigt Coulon auch Dovizioso ein "exzellentes Einschätzungsvermögen seiner eigenen Fähigkeiten" und stellt sowohl beim "Texas Tornado" als auch bei "Dovi" heraus: "Wenn die Rundenzeit nicht gut genug ist, schieben sie es nicht auf das Motorrad, sondern arbeiten an sich selbst. Das kann man nicht von vielen Fahrern behaupten."

Dovizioso stellte sich schnell um, Crutchlow nach und nach

Nachdem er jahrelang auf einer Honda saß, musste sich Dovizioso im Winter 2011/2012 nicht nur an ein neues Team gewöhnen, sondern auch seinen Fahrstil umstellen. Ging der Italiener auf der RC212V noch vergleichsweise spät auf die Bremse und ließ dadurch vor allem in Kurvenmitte Zeit liegen, wie Doviziosos damaliger Chefmechaniker Ramon Aurin wiederholt betonte, so "verstand es Andrea nach Vergleich der Telemetrie-Daten mit den anderen Yamaha-Fahrern, dass ein flüssiger Stil der schnellere ist", wie Coulon in Bezug auf die M1 anmerkt.

Auch Cal Crutchlow, seit der Saison 2011 in Diensten des Tech-3-Teams unterwegs, gewöhnte sich in diesem Zeitraum einen "saubereren" Stil an, wie die Crewchief-Ikone herausstellt. "Cal fährt von Natur aus sehr aggressiv. Im vergangenen Jahr fuhr aber auch er weicher", sagt Coulon, sieht diesen Prozess beim Briten aber noch nicht als abgeschlossen an: "Sein Stil ist schon deutlich runder als noch vor einem Jahr, weshalb auch seine Ergebnisse besser wurden. Er fährt aber nach wie vor nicht flüssig genug und muss auf diesem Gebiet weiter an sich arbeiten."

Coulon ist nicht der einzige, der davon überzeugt ist, dass ein weicher, runder Fahrstil der Schlüssel zu guten Rundenzeiten auf der 1.000er-Yamaha ist. Ex-Tech-3-Pilot Ben Spies machte in der abgelaufenen Saison im Werksteam von Yamaha dieselben Erfahrungen und führt sein enttäuschendes Abschneiden im Vergleich zu Teamkollege Jorge Lorenzo nicht zuletzt darauf zurück, dass sein wilder Fahrstil nicht zur aktuellen M1 passt. Anders als Dovizioso und Crutchlow gelang es Spies nicht, seinen Stil umzustellen.

Was kann Smith?

In der neuen Saison wird MotoGP-Rookie Bradley Smith von Coulon betreut. Mit einer Aussage über das Potenzial des 22-jährigen Briten auf der M1 hält sich der Crewchief noch zurück: "Das ist schwer zu sagen, denn der erste Test in Valencia stand im Zeichen von Regen. Wir müssen die ersten Runden auf trockener Piste abwarten, um Bradleys Potenzial besser einschätzen zu können."

Wenngleich Smith vor seiner Debütsaison in der Königsklasse steht, so ist er im Tech-3-Team alles andere als ein Unbekannter. In zwei Moto2-Jahren brachte es der Brite auf der Eigenbaumaschine aus der Feder von Coulon auf drei Podestplätze. Derartige Ergebnisse traut man dem Youngster auch auf höchster Ebene zu. "Bradley fährt für unser MotoGP-Team, weil wir glauben, dass er gute Ergebnisse einfahren kann", so Coulon.

Fotoquelle: Tech 3



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