MotoGP 2013

— 16.01.2013

Ducati: Gobmeier möchte Revolution vermeiden

Ducati-Corse-Chef Bernhard Gobmeier wünscht sich eine weniger aggressive Desmosedici, die aber weiterhin die typischen Ducati-Gene in sich trägt

Das Ducati-Werksteam sowie das neu strukturierte Pramac-Team haben gestern im Skiort Madonna di Campiglio ihre Desmosedicis für die Saison 2013 präsentiert. Doch auch wenn die Motorräder für die anstehende MotoGP-Saison aus technischer Sicht keine spektakulären Änderungen aufweisen, so hat sich bei Ducati hinter den Kulissen einiges getan. So musste Mastermind Filippo Preziosi seinen Platz als Chef der Ducati-Rennabteilung an Bernhard Gobmeier abtreten.

Der Deutsche, der mit mäßigem Erfolg einige Jahre bei BMW das Superbike-Projekt leitete, ist seit dem 1. Januar für Ducati Corse tätig. Ihn erwartet keine einfache Aufgabe. Seit Phillip Island 2010 konnte Ducati kein Rennen in der MotoGP gewinnen. Sowohl Ex-Champ Nicky Hayden als auch MotoGP-Legende Valentino Rossi bissen sich 2011 und 2012 die Zähne aus. Aus eigener Kraft war man weder im Trockenen noch im Nassen siegfähig.

Strategie der kleinen Schritte

Dennoch möchte Gobmeier nichts überstürzen. Die positiven Eigenschaften der Ducati sollen erhalten bleiben, während man die Schwächen aussortiert. "Wir werden versuchen, alles auf den guten Dingen aufzubauen, die wir beibehalten müssen", erklärt er im Gespräch mit 'Autosport'. "Wir werden die technischen und organisatorischen Schwächen analysieren und sie verbessern."

"Ich hasse es, das Wort "Revolution" zu verwenden, weil Revolutionen in der Geschichte alles kaputt gemacht haben - das Gute und das Schlechte - und wir versuchen, die guten Dinge bestmöglich zu erhalten", betont Gobmeier. Als Stärke kann man die reine Motorleistung der Desmosedici bezeichnen. Nicht zuletzt durch die Desmodromik braucht sich Ducati nicht hinter Honda verstecken. Doch die Fahrbarkeit ließ nicht nur 2012 zu wünschen übrig.

"Wenn fünf Piloten das Motorrad bewegen, dann sollte es allen fünf Fahrern liegen. Es sollte kein wildes Biest sein, das nur Casey Stoner fahren kann", fordert Gobmeier. "Wer werden nie ein richtig einfach zu fahrendes Motorrad bauen. Es wird immer die Ducati-Gene in sich haben. Doch wir müssen es fahrbarer machen, es muss mehr Fehler verzeihen und durchschnittlicher werden, ohne die Ducati-Gene zu verlieren."

Langzeitbekenntnis von Ducati und Audi

Dafür benötigt Ducati vor allem Zeit und Geld. Gobmeier ist sich bewusst, dass von heute auf morgen keine großen Sprünge zu erwarten sind und unterstreicht, dass sich Ducati und Audi langfristig zur MotoGP bekennen. "Der Rennsport gehört zur DNA von Ducati und wird es auch weiterhin tun. Es steht ein wichtiges Entwicklungsjahr bevor. Das Ziel ist es, Ergebnisse zu erzielen. Doch uns ist bewusst, dass viel Arbeit und Entschlossenheit sowie viel Zeit nötig sein werden, um die Etablierten der MotoGP einzuholen."

In der anstehenden Saison sollen es Hayden, Andrea Dovizioso, Ben Spies und Andrea Iannone richten. Doch auch wenn Rossi mittlerweile nicht mehr zum Team gehört, so wird dessen Kritik immer noch beachtet. Der ehemalige Ducati-Pilot kritisierte immer wieder die schlechte Koordination zwischen Fahrer, dem Team vor Ort und dem Team in der Fabrik. Dadurch gestaltete sich die Entwicklung der Desmosedici unnötig kompliziert.

"Wir haben durch die Zeitungen und die Online-Kommunikation erfahren, dass sich Valentino immer wieder darüber beschwert hat und es diesbezüglich Nachholbedarf gibt", bemerkt Gobmeier spitzzüngig. "Wir konnten den Fehler adressieren und haben einen Weg gefunden, das in der kommenden Saison zu verbessern. Ich habe den Eindruck, als ob jeder im Werk diese Änderungen und Ideen begrüßt, die ich angeordnet habe, um effektiver miteinander zu arbeiten. Bisher fallen die Reaktionen sehr gut aus."

Fotoquelle: Ducati

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