Casey Stoner berichtet von offenen Anfeindungen im Fahrerlager

MotoGP 2013

— 27.01.2013

Stoner: "Wir Fahrer wurden zu Marionetten"

Casey Stoner kritisiert die Entwicklung in der MotoGP und beklagt fehlenden Respekt: "Leider kam meine ehrliche Art im Fahrerlager nicht gut an"

Nach andauernden Spekulationen und einem zwischenzeitlichen Dementi gab Casey Stoner heute nun doch bekannt, dass er nach seinem Rücktritt aus der MotoGP auf vier Räder wechselt und in diesem Jahr in der australischen V8-Supercar-Meisterschaft antreten wird. Im Zuge dieser Ankündigung sprach der Australier auch nochmals über die Gründe, die ihn zum Rücktritt vom Motorradsport veranlasst hatten und offenbarte dabei erschreckende Details.

Zunächst stellte er jedoch klar, dass weder seine Gesundheit noch die Familie bei der Entscheidung, im Alter von 26 Jahren dem Sport den Rücken zu kehren, eine Rolle gespielt haben: "Es ging auch nicht darum, dass ich etwas anderes machen wollte. Ich habe vielmehr die Liebe zum Sport verloren", wird Stoner von der Zeitung 'Sunday Telegraph' zitiert. Viele Leute im Umfeld haben uns nicht genügend respektiert. Die Richtung, in die es sich entwickelte, gefiel mir nicht."

Im Fahrerlager, so Stoner, sei er regelrecht gemobbt und sogar körperlich angegriffen worden: "Fans haben uns angespuckt und versucht, uns auf dem Weg vom Motorhome zu den Boxen vom Motorroller zu stoßen. Leider kam meine ehrliche Art im Fahrerlager nicht gut an", so der zweimalige MotoGP-Weltmeister. Doch das sei für seinen Rücktritt nicht ausschlaggebend gewesen.

"Es lag mehr an der Richtung, in die sich der Sport entwickelt hat. Wir haben vor einigen Jahren einen Fahrer verloren, aber innerhalb eines Monats war alles wieder so, als sei nichts passiert", spricht Stoner auf den Tod von Marco Simonchelli an. Seiner Meinung nach stehe in der MotoGP zu sehr die Show und zu wenig die Menschen im Vordergrund."Sie wollen es krachen und scheppern sehen und realisieren nicht, dass unsere Leben auf dem Spiel stehen. Wir wurden in dieser Welt zu Marionetten, das hatte nichts mehr mit Rennsport zu tun."

Mit der MotoGP hat Stoner knapp drei Monate nach seinem letzten Rennen abgeschlossen. Eine Rückkehr kann sich der Australier nur unter bestimmten Bedingungen vorstellen: "Ich habe nicht die Absicht, zurückzukehren. Wenn sich der Sport dramatisch verändern sollte, würde ich es vielleicht in Betracht ziehen." Dass es so kommt, glaubt Stoner aber nicht: "So wie es momentan ist, sehe ich keine Chance."

Fotoquelle: Honda

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