MotoGP 2013

— 31.01.2013

Yamaha: Neues Getriebe bei den Sepang-Tests?

Yamaha soll an einem Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung arbeiten - Ob das Kundenteam Tech 3 dieses ebenfalls erhält, ist noch offen



Im MotoGP-Starterfeld gibt es mit den Prototypen und den Claiming-Rule-Bikes praktisch zwei verschiedene Klassen. Im Detail gesehen gibt es aber drei Klassen, denn zwischen den reinrassigen Prototypen der Werksteams und der Kundenmaschinen gibt es ebenfalls Unterschiede. Bereits im Frühjahr 2012 gab es die "Bremsen-Affäre" beim Yamaha-Kundenteam Tech 3. Andrea Dovizioso verwendete die neueste Generation der Vorderbremsen von Brembo, die speziell für die damals neuen 1.000er Maschinen entwickelt worden waren. Cal Crutchlow reklamierte damals, dass er nicht über dieses Material verfügte, bis Tech 3 schließlich auch für den Briten das neueste Material bestellte.

Im Laufe des vergangenen Jahres strich Crutchlow in Gesprächen mit Journalisten auch heraus, dass die M1 von Jorge Lorenzo beim Motor und beim Chassis einige Schritte weiter sei als sein Material - der konsequente und logische Schritt des Nummer-1-Fahrers, der um die Weltmeisterschaft kämpfte. Ein weiterer Unterschied: Bei den Testfahrten nach dem Saisonfinale in Valencia stellte Bridgestone den Werksteams, also Yamaha, Honda und Ducati eine neue Reifenmischung zur Verfügung. Aufgrund des regnerischen Wetters wurde sie allerdings nicht verwendet. Tech 3 bekam diese Mischung als Kundenteam nicht zur Verfügung gestellt.

Die Unterschiede zwischen dem Werksteam und dem Kundenteam könnten sich auch in der kommenden Saison fortsetzen. Yamaha arbeitet an einem Getriebe, das Gangwechsel ohne Zugkraftunterbrechung ermöglicht. Honda hat dieses System schon seit 2011 im Einsatz. Casey Stoner und Dani Pedrosa beteuerten immer, dass das nicht der wesentliche Unterschied sei, doch in Schräglage sorgt dieses Getriebe dafür, dass bei Gangwechseln keine Unruhe ins Fahrwerk kommt. Ducati verfügt ebenfalls über ein derartiges Getriebe.

Yamaha soll bei der neuen M1 für 2013 an einem Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung arbeiten. Erstmals soll es bei den Sepang-Tests Anfang Februar auf der Strecke zum Einsatz kommen. "Wir haben genug Power, aber wir brauchen mehr Fahrbarkeit", streicht Yamaha-Teammanager Wilco Zeelenberg gegenüber 'Motor Cycle News' heraus. "Durch die Gänge zu schalten ist eine Sache, weil Honda dieses spezielle Getriebe hat. Das gibt ihnen Vorteile. In Schräglage haben sie keine Probleme beim Schalten. Wir versuchen diesen Bereich zu verbessern."

Das Honda-Getriebe ist extrem komplex und teuer. Selbst bei den Kundenteams Gresini und LCR dürfen nur Honda-Mitarbeiter an diesem Getriebe hantieren. Fotos der Innereien sind streng verboten. Zudem bestätigte HRC-Vizepräsident Shuhei Nakamoto bereits im Sommer 2011, dass das Getriebe "mehr als sein Haus koste", aber für die Serie aufgrund der hohen Drehzahlen nicht interessant sei.

Während Honda und Ducati Evolutionen ihrer bestehenden Bikes zu den ersten Wintertests bringen, wird von Yamaha ein größerer Entwicklungsschritt erwartet. Welche Motorräder in Malaysia in der Box stehen werden, wissen derzeit auch einige Entscheidungsträger noch nicht. "Ich wurde noch nicht darüber informiert, ob wir das neue Getriebe haben werden", meint Tech-3-Teamchef Herve Poncharal gegenüber 'Motor Cycle News'. "Ich weiß auch noch nicht, ob dieses Getriebe für Lorenzo und Rossi bereit sein wird."

"Wir warten auf Sepang, wo wir die Einschulung für den Zusammenbau des neuen Motorrades erhalten werden", streicht der Franzose den Unterschied seines Kundenteams zur Werksmannschaft heraus. "Natürlich war es bei Yamaha so wie bei allen anderen Herstellern immer die Politik, dass neue Teile zuerst an das Werksteam gehen. Sollte es in Sepang ein neues Getriebe geben, dann werden es Jorge und Valentino zuerst haben."

"Werden wir es haben? Ich weiß es nicht. Werden wir es nach einigen Rennen haben, oder überhaupt nicht? Ich bin nicht in der Position, um das zu beantworten." Für den Hersteller Yamaha ist es das klare Ziel mit Lorenzo und Rossi die Konkurrenz aus dem Hause Honda zu schlagen und Weltmeister zu werden. Dennoch strich Yamaha im vergangenen Jahr gerne die Stärken der M1 heraus, denn auch die Kundenfahrer Dovizioso und Crutchlow kamen mehrmals auf das Podest. Deshalb macht sich Poncharal auch keine Sorgen um sein Team: "Sie wissen, dass es dem Image von Yamaha hilft, wenn sie die Kundenteams unterstützen. Sie verwenden uns viel für ihr Marketing. Ich sehe keinen Grund, warum sie uns nicht so gut wie möglich unterstützen werden."

Fotoquelle: Tech 3

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