Die vier Ducati-Piloten sollen die Desmosedici wieder an die Spitze führen

MotoGP 2013

— 04.02.2013

Ducati: Evolution statt Revolution?

Rennleiter Bernhard Gobmeier möchte am Motor/Rahmen-Konzept festhalten und das Potenzial der Desmosedici voll ausschöpfen

Nach zwei sieglosen Jahren geht Ducati mit einer nahezu unveränderten Desmosedici in die neue MotoGP-Saison. Dennoch hat man in Bologna Hoffnung, den Abwärtstrend der vergangenen Jahre zu stoppen und endlich wieder Honda und Yamaha herauszufordern. Dabei helfen soll Rennleiter Bernhard Gobmeier, der Filippo Preziosi ersetzt hat. Der Deutsche möchte das Vermächtnis seines Vorgängers aber nicht umstürzen, sondern vielmehr darauf aufbauen.

"Mit dem aktuellen Chassis gibt es eine gewisse Bandbreite von Möglichkeiten. Doch bevor ich mich den Spekulationen anschließe, würde ich gerne die Fakten überprüfen. Es gibt immer noch viel zu erfahren und sehr viel zu testen bevor wir dazu etwas Aussagekräftiges sagen können", bemerkt Gobmeier gegenüber 'Cycle News' in Bezug auf eine Änderung des Zylinderwinkels der Desmosedici.

Reizthema Zylinderwinkel

Im Gegensatz zu Honda setzt Ducati auf einen Zylinderwinkel von 90 Grad, der bei der Konzentration der Massen Schwierigkeiten mit sich bringt. Honda baute die Motoren der RC211V, der RC212V und der aktuellen RC213V mit etwa 75 Grad Zylinderwinkel. Dadurch kann man mehr Gewicht auf das Vorderrad bringen, was ein neutraleres Handling ermöglicht. Nicht nur Valentino Rossi beschwerte sich über die Untersteuer-Neigung der Ducati.

Dennoch will Ducati die traditionellen 90-Grad-Motoren nicht aussortieren. "Wir haben diesbezüglich noch nicht alles erforscht, doch gleichzeitig gibt es noch andere Bereiche, die wir bisher noch nicht erforscht haben. Es gibt immer noch genug, woran wir mit unserer momentanen Konfiguration von Motor und Rahmen arbeiten können", schildert Gobmeier.

"Wir haben noch sehr viele Teile im Werk, die noch nicht getestet wurden. Es gibt Vorschläge von Ingenieuren, die noch nicht am Motorrad umgesetzt wurden. Natürlich konnte nicht alles getestet werden, weil so viel gebaut wurde", berichtet der Ducati-Corse-Chef, der damit bestätigt, dass man in Bologna während der vergangenen Jahre nicht untätig war.

Bei den Tests in Sepang werden einige Teile zum Einsatz kommen, die bereits seit Wochen und Monaten im Regal liegen. "Deswegen meinte ich, dass wir noch ziemlich viele Sachen in der Pipeline haben, von denen wir noch nicht wissen, wie sie funktionieren", betont der Deutsche. "Ich bin mir aber sicher, dass einige der Dinge funktionieren werden."

Gobmeier lässt Software-Entscheidung offen

Wie gut die Einheitselektronik von Magneti Marelli funktioniert, die ab 2014 vorgeschrieben sein wird, lässt sich noch nicht sagen. Ebenfalls unklar ist, ob die Werke tatsächlich eine eigene Software entwickeln werden. Diese hat zur Folge, dass bei den Rennen nur 20 anstatt 24 Liter Kraftstoff verwendet werden dürfen.

"Wir haben die finale Entscheidung noch nicht getroffen", erklärt Gobmeier. "Natürlich haben wir unsere Vorlieben, doch gleichzeitig würde ich gerne ein paar weitere Fakten ansehen, bevor wir unsere Entscheidung verkünden. Deswegen sage ich, dass wir unsere Vorstellungen haben. Wir haben noch keine Entscheidung getroffen, haben aber hinsichtlich der ECU und dem Umgang mit ihr gewisse Vorlieben."

Fotoquelle: Ducati

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