Marc Marquez fuhr am letzten Tag die schnellste Runde des gesamten Tests

MotoGP 2013

— 15.03.2013

Austin: Marquez hat alles im Griff

In Abwesenheit von Yamaha drehte Marc Marquez (Honda) auch am dritten Testtag in Austin die schnellste Runde - Dani Pedrosa und Stefan Bradl mit Schmerzen

Nachdem am Dienstag und Mittwoch insgesamt sieben MotoGP-Piloten die Chance nutzten, auf dem Circuit of The Americas (CoTA) in Austin zu testen, waren es am dritten und letzten Testtag (Donnerstag) nur noch deren vier. Sowohl das Yamaha-Werksteam mit Weltmeister Jorge Lorenzo und Ex-Weltmeister Valentino Rossi als auch das Claiming-Rule-Team GPTech mit Michael Barnes reisten vorzeitig ab.

An der Spitze bot sich unterdessen dasselbe Bild wie schon an den beiden Tagen zuvor. MotoGP-Rookie Marc Marquez setzte vor seinem Honda-Teamkollegen Dani Pedrosa die Bestzeit. Im Verlauf der drei Tage schraubte Marquez seine eigene Bestmarke bis auf 2:03.281 Minuten nach unten und war unterm Strich 0,617 Sekunden schneller als der amtierende Vize-Weltmeister auf der anderen Seite der Honda-Box.

"Der letzte Tag lief für mich sehr gut", kommentiert Marquez, der sich am Donnerstag im Zuge von 60 Runden vor allem den Elektronikeinstellungen seiner RC213V widmete. "Am Vormittag gelangen uns zum ersten Mal echte Fortschritte. Für den Nachmittag hatten wir ursprünglich eine Rennsimulation vorgesehen, konzentrierten uns dann aber doch ausschließlich auf die Elektronik", so der Spanier, der den Wert des Austin-Test herausstellt: "Jetzt kennen wir die Strecke ein bisschen und haben eine gute Basis, wenn wir hier zum zweiten Rennen des Jahres antreten."

Marquez' Teamkollege Pedrosa drehte am Donnerstag nur 24 Runden auf der 5,513 Kilometer langen Strecke. "Nach dem ersten Rausfahren am Morgen hatte ich Schmerzen im Nacken. Ich bin nicht sicher, wo sie herkam, weiß aber, dass sie mich beim Fahren gestört haben. Aus diesem Grund fuhr ich nicht so viele Runden", sagt der kleingewachsene Spanier, zeigt sich mit Test aber insgesamt zufrieden: "Wir erlebten drei gute Tage und ich froh, dass wir uns entschlossen haben, hierher zu kommen, um auf dieser schwierigen Strecke so viele Runden wie möglich zu fahren."

Mit einer Runde in 2:03.898 Minuten fuhr Pedrosa trotz der wenigen Umläufe seine persönlich schnellste Runde aller drei Tage. Von den beiden von Bridgestone zur Verfügung gestellten Reifenmischungen probierte er nur die weiche aus und spricht insgesamt von einem "positiven Gefühl". Im Zuge der letzten Testfahrten vor dem Saisonauftakt (23. bis 25. März in Jerez) will sich der Honda-Werksfahrer intensiv mit dem Setup seiner RC213V beschäftigen und dabei unter anderem einen neuen hinteren Dämpfer testen, der in Austin nur kurzzeitig zum Einsatz kam.

Bradl mit Schmerzen: Kein Longrun möglich

Auch Stefan Bradl (LCR-Honda) fuhr am dritten Tag seine persönlich schnellste Austin-Runde (2:04.224 Minuten) und beendete den Test mit einem Rückstand von knapp einer Sekunde auf seinen einstigen Moto2-Rivalen Marquez als Drittschnellster. Der LCR-Honda-Pilot testete verschiedene Bremssystemeinstellungen und widmete sich den Bridgestone-Reifen, doch genau wie Pedrosa war auch Bradl gehandicapt.

Auf einen geplanten Longrun musste der Deutsche aufgrund von Schmerzen in der linken Hand zwar verzichten, dennoch brachte er es am Schlusstag noch einmal auf 43 Runden. Nur Marquez drehte am Donnerstag mehr Umläufe. "Über Nacht hat meine linke Hand angefangen zu schmerzen und heute Morgen war sie angeschwollen. Aus diesem Grund konnte ich nicht so aggressiv fahren, speziell beim starken Bremsen und in den Linkskurven hatte ich Probleme", bedauert Bradl.

"Daher haben wir beschlossen, die Rennsimulation am Nachmittag nicht durchzuführen. Wir konnten aber einige Bereiche, wie die Bremsstabilität verbessern und probierten verschiedene Reifen aus. Im Großen und Ganzen war es ein nützlicher Test für uns und wir bekamen einen ersten Eindruck von dieser neuen Strecke", so Bradl. Claiming-Rule-Fahrer Blake Young, der beim Grand Prix von Amerika an gleicher Stelle (21. April) mit einer Wildcard für Attack Performance antritt, konnte seinen Rückstand auf die Spitze mit der APR-Kawasaki auf unter neun Sekunden schrauben.

Positiver Test für Bridgestone

Insgesamt hat sich der Drei-Tages-Test in Austin auch für den Reifenhersteller gelohnt. "Wir waren hier schon im Vorfeld einen Tag lang mit einigen CRT-Fahrern testen. Anhand der dabei gewonnenen Daten legten wir die Basis für diesen zweiten Test mit Honda und Yamaha", erklärt Peter Baumgartner von Bridgestone gegenüber 'MotoGP.com' und spricht insgesamt von "guten Erkenntnissen, um nun die Auswahl der Mischungen für das Rennen vornehmen zu können". In diesem Zusammenhang deutet der Reifeningenieur an, dass es auch beim Renndebüt in Austin in fünf Wochen "aller Voraussicht nach einen von der Mischung her asymmetrischen Reifen geben wird".

Bevor der Grand Prix von Amerika am 21. April auf dem CoTA über die Bühne geht, stehen Ende März im spanischen Jerez die letzten Testfahrten vor dem Saisonauftakt in Doha (7. April) auf dem Plan. Anders als in Austin werden in Jerez auch das Ducati-Werksteam sowie die Satellitenteams von Pramac (Ducati), Tech 3 (Yamaha) und Gresini (Honda) auf die Strecke gehen.

Testzeiten aus Austin (Donnerstag):
01. Marc Marquez (Honda) - 2:03.281 Minuten (60 Runden)
02. Dani Pedrosa (Honda) - 2:03.898 (24)
03. Stefan Bradl (LCR-Honda) - 2:04.225 (43)
04. Blake Young (Attack Performance) - 2:12.186 (42)

Fotoquelle: Repsol

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