Mike Leitner und Dani Pedrosa gehen in ihre zehnte gemeinsame Saison

MotoGP 2013

— 20.03.2013

Leitner im Interview: "Die Partnerschaft funktioniert"

Dani Pedrosas Renningenieur Mike Leitner lässt im Interview die Saisonvorbereitung Revue passieren und spricht über die Zusammenarbeit mit dem Spanier

Es gibt wohl nur wenige Menschen auf der Welt, die Dani Pedrosa besser kennen als sein Renningenieur Mike Leitner. Seit 2004 arbeitet der Österreicher mit dem Spanier zusammen und stieg mit ihm gemeinsam von der 250ccm-Klasse in die MotoGP auf. Im Interview blickt Leitner auf den Stand der Saisonvorbereitungen und den Test in Austin. Außerdem spricht er über die Zusammenarbeit mit seinem Schützling und erzählt, welcher gemeinsamer Sieg für ihn unvergesslich ist.

Frage: "Mike, wie ist der Test in Austin verlaufen?"
Mike Leitner: "Es war ein wirklich interessanter Test. Das Ziel war klar: Wir wollten die Strecke kennenlernen und ihre Charakteristik verstehen. Es lief gut und wir haben mehr oder weniger das erreicht, was wir uns vorgenommen hatten. Das Grip-Level war nicht optimal, da nur wenige Fahrer dort waren, aber generell war es ein sehr guter Test."

Frage: "Aus technischer Sicht: Was für eine Strecke ist das?"
Leitner: "Es ist eine Strecke, die von allem etwas hat. Sie hat Höhenunterschiede - vor allem Kurve eins ist sehr speziell, da man in einer Steigung sehr hart bremsen muss. In Kurve zwei geht es bergab, und dann folgen einige ineinander übergehende Kurven, die man im dritten Gang fährt. Es gibt auch einige sehr harte Bremszonen. Generell ist ein eine sehr technische Strecke."

Frage: "Hatte ihr in Austin viel Chattering?"
Leitner: "Bis jetzt ist das noch kein großes Problem, denn der Grip wird anders sein, wenn wir dort das Rennen fahren. Wir hoffen, dass sich der Grip und das Fahrverhalten des Motorrads ändern, wenn dort drei Klassen fahren und mehr Motorräder auf der Strecke sind."

Honda und Yamaha auf ähnlichem Niveau

Frage: "Kann man sagen, ob die Strecke Honda oder Yamaha besser liegt?"
Leitner: "Nein, das ist vor dem Rennwochenende schwierig zu sagen. Es war ein Test, und Yamaha war nur zwei Tage lang dort. Ich denke beide Motorräder haben positive Bereiche und andere, wo es nicht so gut läuft. Am Ende werden die Rundenzeiten sehr ähnlich sein."

Frage: "Denkst du, dass Honda und Yamaha derzeit auf einem ähnlichen Niveau liegen?"
Leitner: "Ich weiß nicht genau, wie gut die Yamaha ist, denn ich darf sie nicht anfassen und kann sie nur von außen ansehen, aber ich bin mir sicher, dass wir eine weitere enge Saison sehen werden. Im vergangenen Jahr hatte Yamaha einige Vorteile, wir aber auch. Am Ende werden unsere beiden Hersteller um den Titel kämpfen."

Frage: "Wie schätzt du Danis bisherige Saisonvorbereitung ein?"
Leitner: "Bis jetzt war es wirklich gut. Wir hatten gute Tests in Sepang und auch in Austin. In Amerika haben wir einige Anpassungen an die Strecke vorgenommen, ohne uns verrückt zu machen. In Sepang hatte er das gleiche Gefühl. Die Rundenzeiten können schneller oder langsamer sein, aber grundsätzlich läuft die Arbeit gut."

Frage: "Welchen Einfluss hat das in diesem Jahr von Reglement vorgeschriebene Zusatzgewicht?"
Leitner: "Alle Motorräder haben dieses Zusatzgewicht, und man spürt es auf jeden Fall. Bei einer neuen Abstimmung ist das eine Herausforderung. Ich denke, wir sind jedoch auf einem guten Weg, uns an diese extra Kilos anzupassen, die uns das Reglement aufbürdet."

Ein Blick sagt mehr als 1000 Worte

Frage: "Nach so vielen gemeinsamen Jahren mit Dani muss doch manchmal nur ein Blick ausreichen."
Leitner: "Das stimmt. Wir arbeiten seit 2004 zusammen, als Dani in der 250ccm-Klasse gefahren ist. Im Laufe der Jahre lernt man, was ein Fahrer möchte, aber du musst immer gut zuhören und die Gefühle des Fahrers verstehen. Das Verständnis zwischen ihm und dem Team ist sehr gut. Die Partnerschaft funktioniert."

Frage: "Ist Dani in seiner besten Form oder kann er sich noch weiter steigern?"
Leitner: "Seine Leistungen in der zweiten Hälfte der vergangenen Saison legen den Schluss nahe, dass er in Bestform ist. Wenn du sechs der letzten acht Rennen gewinnst, befindest du dich auf maximalem Niveau. Aber Raum für Verbesserungen gibt es immer. Er wird keine großen Schritte nach vorne machen, aber es gibt immer etwas, das man verbessern kann."

Frage: "Welcher Sieg oder Moment aus eurer gemeinsamen Zeit ist dir besonders in Erinnerung geblieben?"
"Der erste Sieg ist immer ein ganz besonderer. Das war in der 250ccm-Klasse in Welkom, Südafrika. Es war unser erstes Rennen in einer neuen Kategorie, bei einem neuen Team, und wir haben gleich gewonnen. Das war für uns alle ein ganz besonderer Moment, in dem wir begriffen haben, dass wir eine einzigartige Gruppe zusammengestellt haben. Seitdem haben wir großartige Momente erlebt, aber auch einige schlechte, doch die Kombination aus Fahrer und Team hat immer zusammengehalten. Das ist das Wichtigste."

Fotoquelle: Repsol

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