Auch die Rückkehr von Valentino Rossi half Yamaha nicht bei der Sponsorensuche

MotoGP 2013

— 30.03.2013

Jarvis: "MotoGP ist zu sehr auf Europa konzentriert"

Yamaha-Teamchef Lin Jarvis sieht für die MotoGP Wachstumspotenzial in Südostasien und erklärt, warum Valentino Rossi für den Sport so wichtig ist

Ein Star auf dem Motorrad sorgt nicht automatisch für schwarze Zahlen auf dem Teamkonto: Diese Erfahrung muss Yamaha in dieser Saison machen. Obwohl mit Valentino Rossi der große Start der MotoGP zu Yamaha zurückkehrte, steht das Team auch in dieser Saison ohne einen Titelsponsor da - und das in der dritten Saison in Folge. Ende 2010 hatte FIAT nach dem Wechsel Rossis zu Ducati sein Engagement bei Yamaha beendet, seitdem sucht Teamchef Liv Jarvis vergeblich nach einem neuen Titelsponsor.

Zwar wurde die Zusammenarbeit mit dem Energydrink-Hersteller Monster in diesem Jahr ausgebaut, abgesehen davon sucht man neue große Sponsoraufkleber auf den M1 von Rossi und Jorge Lorenzo jedoch vergebens. Doch Yamaha steht dabei nur exemplarisch für alle Werksteams in der MotoGP: "Man schaue sich HRC an, sie haben keine neuen Sponsoren auf dem Motorrad. Mit Ausnahme von Repsol, die schon seit Jahren bei ihnen sind, haben sie kaum neue Sponsoren gewonnen", sagt Yamaha-Teamchef Jarvis gegenüber 'MCN'.

"Oder Ducati. Sie haben Generali, Diesel und Eni verloren", setzt Jarvis die Aufzählung fort. Dies habe im Fall der Italiener seiner Meinung nach zwar auch mit den vergangenen beiden, sportlich erfolglosen Jahren und dem Abgang von Rossi zu tun, allerdings haben die drei genannten Sponsoren die MotoGP verlassen und sind nicht zu einem anderen Team gewechselt. Das ist für Jarvis symptomatisch, alle Teams hätten derzeit große Schwierigkeiten, zahlungskräftige Werbepartner zu finden.

Neben der schwierigen Lage der Weltwirtschaft hat Jarvis noch eine zweite Ursache dafür ausgemacht: "Das hängt mit dem derzeitigen Status der MotoGP zusammen. Sie ist zu sehr auf Europa konzentriert." Zwar gebe es nun drei Rennen in den USA, mit Ausnahme von Monster seien jedoch keine großen US-Firmem im Sport engagiert. Wachstumspotenzial sieht der Brite jedoch in einem anderen Teil der Erde: "Asien ist für die Geschäfte von Yamaha ein entscheidender Markt. Wir müssten mehr dorthin gehen."

So seien bei einer Veranstaltung mit Lorenzo und Rossi in Indonesien 3500 Yamaha-Händler vor Ort gewesen. In diesem Jahr rechnet der japanische Hersteller alleine in Indonesien mit 2,8 Millionen verkauften Motorrädern. "Und dann gibt es noch Thailand, Malaysia, Vietnam und die Philippinen. Südost-Asien ist der Schlüssel, und dort sind wir noch nicht ausreichend vertreten", meint Jarvis. Allerdings gebe es dort trotz der großen Popularität der Sportler keine Sponsoring-Kultur. Diese müsse erst langsam aufgebaut werden.

Das derzeitige Geschäftsmodell der MotoGP wurde in besonderem Maße von der Euro-Schuldenkrise getroffen. "Die Sponsoren kommen hauptsächlich aus Italien und Spanien", sagt Jarvis. Zwar handle es teilweise sich um globale Unternehmen, die Entscheidungen über die Sponsor-Verträge würden jedoch von den Niederlassungen in Spanien und Italien getroffen. "Und in beiden Ländern liegt die Wirtschaft am Boden", klagt Jarvis. Die Rezension in Europa sei für die MotoGP eine große Herausforderung.

Umso wichtiger sei es für Yamaha, mit Rossi den große Star der MotoGP unter Vertrag zu haben, da man nur mit ihm Zielgruppen außerhalb der Motorsportfans erreiche. "Ich habe in einem Hotel jemanden getroffen, der sich für die MotoGP nur am Rande interessiert. Er fragte mich, wie es läuft und wer für uns fährt. Als ich Jorge und Valentino erwähnte, sagte er: 'Oh, Valentino Rossi, der ist eine Legende'", gibt Jarvis ein Beispiel. "Die Wahrnehmung von Valentino geht über den Kreis der Motorradsport-Fans hinaus, deshalb ist er für uns so wertvoll." Das bezieht der Teamchef jedoch ausdrücklich nur auf den Marketing-Wert. Sportlich sieht er Lorenzo nach wie vor an der Spitze.

Fotoquelle: Yamaha

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