Die Qual der Wahl: Welcher Reifen darf es beim Rennen sein?

MotoGP 2013

— 11.04.2013

Bridgestone: Trotz Kälte und Sand gut durchgehalten

Bridgestones Shinji Aoki zeigt sich trotz schwieriger Bedingungen in Katar zufrieden mit der Leistung der Reifen und erklärt die Strategien der Teams

Wie in der Formel 1 steht auch in der MotoGP der Reifenhersteller im Fokus. Zwar generiert Bridgestone nicht ganz so viel Aufmerksamkeit und Unmut wie die italienischen Kollegen in der Königsklasse des Formelsportes, dennoch ist die Wahl der Reifenmischungen auch auf dem Motorrad von essenzieller Bedeutung. In Katar mussten die Teams mit kühlen und staubigen Bedingungen zurechtkommen. Wie sich das ausgewirkt hat und warum sich die Teams in diesem Jahr für eine andere Reifenstrategie entschieden haben, das erzählt Bridgestones Motorsport-Manager Shinji Aoki.

Frage: "Die Streckenbedingungen in Katar waren teilweise sehr staubig. Welchen Effekt hatte dies auf die Reifenperformance?"
Shinji Aoki: "Die größte Auswirkung des zusätzlichen Staubes war, dass weniger Grip als üblich vorhanden war - besonders während der frühen Sessions des Rennwochenendes. Die Fahrer mussten sehr vorsichtig sein, wenn sie von der Rennlinie abkamen, doch auch auf der Ideallinie war das Gripniveau niedriger als im vergangenen Jahr. Sand ist zudem sehr rau und kann größeren Reifenverschleiß verursachen. Trotzdem haben Analysen benutzter Reifen ergeben, dass die Reifen gut durchgehalten haben und keine unnormalen Verschleißerscheinungen gezeigt haben. Graining ist ein weiteres Phänomen, das auf kühlen und rauen Streckenoberflächen auftreten kann, aber das war in diesem Jahr kein Problem in Katar."

Frage: "Im vergangenen Jahr hat die Mehrheit des Grids härtere Hinterreifen gewählt, in diesem Jahr wählten alle Fahrer hingegen die weichere Slickmischung für das Rennen. Kannst du erklären, warum das so war?"
Aoki: "Die staubigeren Streckenbedingungen waren der Hauptgrund der einstimmigen Wahl der weicheren Hinterreifen, da die Fahrer in solchen herausfordernden Bedingungen immer den größten Level an Aufwärmperformance und Grip am Hinterreifen haben wollen werden. Aber es gibt immer einen Kompromiss zwischen Grip und Haltbarkeit, darum haben die Teams im Freien Training hart gearbeitet, um ein Setup zu finden, das konstante Performance über die Renndistanz aus dem weicheren Slick holen kann. Sie waren dazu in der Lage, also haben alle Fahrer die weicheren Hinterreifen für das Rennen gewählt. Wären die Streckenbedingungen wie im letzten Jahr besser gewesen, wäre die Reifenwahl anders ausgefallen, da einige Fahrer die härteren Reifen nach dem dritten Training in Erwägung gezogen haben. Am Ende haben sich die Bedingungen von Samstag auf Sonntag aber nicht genügend verbessert, und die Teams haben sich entschieden, die weicheren Hinterreifen zu verwenden."

"Alle Teams und Hersteller hatten ein Jahr Zeit, ihr Bike so zu entwickeln, dass sie mit den neuen Bridgestone-Reifen, die wir im vergangenen Jahr eingeführt haben, arbeiten können. Das ist auch ein Faktor, warum die Hinterreifenwahl so unterschiedlich zum letzten Jahr ist. Ein weiterer wichtiger Faktor, den man bedenken muss, ist, dass wir in Katar im vergangenen Jahr noch nicht unsere neue Spezifikation der Front-Slicks eingeführt hatten, die besser zu der aktuellen Generation Hinterrad-Slicks passt. In diesem Jahr hat die Performance-Balance zwischen Vorder- und Hinterreifen den Teams ermöglicht, die weicheren Hinterrad-Slicks effizienter zu nutzen."

Frage: "Die härteren Vorder-Slicks waren bei weitem die bevorzugte Wahl der Teams. Welche Vorteile offerierte diese Option in Katar?"
Aoki: "Katar hat eine extreme Bremszone am Ende der Hauptgeraden, die maximale Stabilität von der Front des Bikes verlangt. Es gibt bestimmte Sektionen, wie die Sequenz an Rechtskurven durch die Kurven zwölf und 13, die ebenfalls eine gute Frontstabilität benötigen. Darum hat der Großteil der Fahrer diese Option für das Rennen gewählt, während andere vielleicht persönlich den leichten Gripvorteil der weicheren Reifen bevorzugen."

Fotoquelle: Avintia

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