Marc Marquez ist nun jüngster Polsetter in der Geschichte der MotoGP

MotoGP 2013

— 21.04.2013

Marquez vom eigenen Tempo überrascht

In seinem zweiten MotoGP-Qualifying fährt Marc Marquez als jüngster Fahrer in der Geschichte der Königsklasse auf die Pole-Position

Marc Marquez (Honda) setzt seinen Aufstieg in der MotoGP weiterhin mit Siebenmeilenstiefeln fort. Beim Qualifying zum zweiten Saisonrennen auf dem "Circuit of The Americas" (CoTA) in Austin/Texas fuhr der Spanier als jüngster Fahrer in der Geschichte der größten Klasse der Motorrad-Weltmeisterschaft auf die Pole-Position. Sollte der 20-Jährige diese Position im Rennen verteidigen, würde er auch den US-Amerikaner Freddie Spencer als jüngsten Grand-Prix-Sieger aus den Analen der MotoGP verdrängen.

"Ich freue mich sehr, denn die erste Pole-Position in der MotoGP ist ein besonderer Moment in der Karriere eines jeden Fahrers. Wenn du einen Rekord brichst, sind das immer gute Neuigkeiten. Das ist eine weitere Motivation", sagt Marquez, der an diesem Wochenende das Geschehen auf dem CoTA fast schon nach Belieben bestimmt. Von der ersten Trainingssitzung an war der amtierende Moto2-Weltmeister in Austin der schnellste, lediglich ein Sturz im dritten Freien Training ermöglichte seinem Teamkollegen Dani Pedrosa eine Bestzeit und verhinderte einen Durchmarsch von Marquez.

Dort war der Spanier per Highsider vom Motorrad abgestiegen, blieb bei dem spektakulären Sturz aber nahezu unverletzt. "Ich habe leichte Schmerzen im Rücken, aber das ist kein Problem. Auf dem Motorrad fühlt es sich normal an", berichtet der Rookie, für den der Unfall, bei dem das Motorrad einen Totalschaden erlitt, eine wichtige Erfahrung bei seinem Lernprozess in der MotoGP war. "Ich habe gelernt, dass man mit einem kalten Reifen nicht pushen kann."

Unfall bringt Marquez nicht aus dem Konzept

"Dabei habe ich nicht einmal gepusht, sondern bin nur ein wenig neben die Linie gekommen, wo diese Strecke sehr schmutzig ist", schränkt Marquez jedoch ein. "Ich habe zunächst das Vorderrad verloren, dachte aber, ich hätte es im Griff. Doch dann wurde das Motorrad nervös und es ging dahin", beschreibt der Spanier den Unfall. Davon lies er sich aber nicht beeindrucken, fuhr im Qualifying voll auf Angriff und distanzierte seinen Teamkollegen Pedrosa um mehr als zwei Zehntelsekunden.

"Am Nachmittag hatte ich ein gutes Gefühl. Ich wusste, dass ich um die Pole würde kämpfen können, aber diese Jungs sind so stark, vor allem auf eine Runde", sagt Marquez. "Ich war etwas nervös, aber mir ist eine sehr gute Runde gelungen." Im Gegensatz zu vielen seiner Konkurrenten fuhr der Honda-Pilot im Qualifying nur mit einem Reifensatz: "Ich wollte nur einen Versuch fahren, weil es sonst hätte eng werden können. Auch in der vierten oder fünften Runde hat sich der Hinterreifen noch gut angefühlt", so Marquez.

Jorge Lorenzo auf der schnellsten Yamaha war am Ende sogar mehr als eine Sekunde langsamer als Marquez. "Davon bin ich auch überrascht", sagt der MotoGP-Neuling. "Bei den Wintertests waren die Yamaha näher dran, aber an diesem Wochenende haben sie Probleme." Dies kann sich seiner Meinung nach im Rennen jedoch ändern. "Wie Jorge schon sagte: Auf eine Runde sind wir schneller, aber am Ende des Rennens werden sie recht gut sein." Bei der Reifenwahl fürs Rennen ist sich der Honda-Pilot noch nicht schlüssig: "Am Anfang ist der weiche Reifen ein großer Vorteil, und wir wissen nicht, wie sich der harte entwickelt. Das werden wir mit dem Team besprechen."

Was macht den Spanier so schnell?

Nach der dominanten Vorstellung an diesem Wochenende fühlt sich Marquez gut gerüstet für das Rennen: "Es wird aber schwierig, denn die Strecke ist körperlich sehr anstrengend", gibt der Spanier jedoch zu bedenken. Auch Konkurrent Cal Crutchlow (Tech-3-Yamaha) glaubt nicht, dass das Rennen für seinen jungen Rivalen ein Selbstläufer wird: "Marquez ist der Favorit, aber Dani wird dort sein. Wir werden sehen, wie Marc unter Druck reagiert", sagt der Brite. "Wir wissen, dass er schnell ist. Er ist auch schneller als Dani. Ob er aber dieses hohe Tempo über die gesamte Renndistanz fahren wird, werden wir sehen."

Nachdem Marquez schon an seinem zweiten Rennwochenende die erfahrenere Konkurrenz teilweise deklassiert, fragen sich die Beobachter im Fahrerlager der MotoGP, was den Spanier so schnell macht. Er selbst ist bei der Beantwortung der Frage keine große Hilfe. "Ich weiß es nicht. Vielleicht liegt es daran, dass es eine neue Strecke ist", sagt Marquez. "In Katar waren die schnellen Kurven meine Stärke. Hier ist das Gegenteil der Fall. Mein Fahrstil ist noch nicht der Beste, aber im Moment komme ich ganz gut zurecht", stapelt der 20-Jährige tief.

Eine Erklärung für den Speed des Spaniers könnte seine extreme Schräglage in den Kurven sein. "Vielleicht, aber ich denke aber, es liegt am Fahrstil", meint Marquez. Die Schräglage sehe bei ihm nämlich nur extremer aus. "Wenn wir die Daten vergleichen, sehen wir, dass Dani und ich recht ähnliche Schräglagen fahren." Auffällig ist beim 20-Jährigen in den Kurven jedoch das Schleifen der Ellenbogen über den Asphalt, das für ihn mittlerweile zur Gewohnheit geworden ist: "Ich spüre es und mag es. Wenn ich mit dem Ellenbogen den Boden berühre, fühle ich mich sicher."

Fotoquelle: Repsol

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