Die APR von Attack fuhr in Austin in den Nationalfarben der USA

MotoGP 2013

— 30.04.2013

Attack und GPTech: MotoGP "Made in the USA"

Beim Rennen in Austin bereicherten Attack und GPTech die CRT-Klasse, doch wer sind die beiden "Exoten" im Starterfeld der MotoGP?

Schon im vergangenen Jahr tauchten bei den USA-Rennen der MotoGP zwei Teams in der Boxengasse auf, die man bei den übrigen Rennen dort vergeblich sucht. Und auch bei der Premiere auf dem Circuit of The Americas in Austin nahmen Attack und GPTech mit ihren CRT-Motorrädern wieder am Rennwochenende teil. Allerdings war beiden Teams die fehlende Erfahrung in der MotoGP deutlich anzumerken. Blake Young, der die APR von Attack fuhr, hielt sich die meiste Zeit des Wochenendes dezent im Hinterfeld auf, fuhr im Rennen aber immerhin durch und wurde mit einer Runde Rückstand 21. und Letzter.

Wer nun aber denkt, dass es sich bei Attack um eine Hinterhof-Schrauber-Truppe handelt, der irrt. Das Unternehmen ist im US-amerikanischen Motorsport eine feste Größe und hat sich auch als Hersteller von Motorrad-Komponenten für den Rennsport einen Namen gemacht. Der (teilweise) Einstieg in die MotoGP war für Teambesitzer Richard Stanboli daher ein weiterer Schritt in der Entwicklung seines Unternehmens.

"Wir betreiben den Sport schon seit vielen Jahren und haben einige Meisterschaften in der AMA (US-amerikanische Meisterschaft, Anm. d. Red.) gewonnen, daher erschien uns das als nächster logischer Schritt", sagt Stanboli im Gespräch mit 'motogp.com'. "Wir kamen in der AMA nicht mehr richtig voran, außerdem war es unser großer Traum, unser eigenes Rennmotorrad zu bauen. Das wurde erst durch die CRTs möglich. Auch GPTech ist keine Unbekannte in der Motorrad-WM. 2010 setzte das Team in Indianapolis in der Moto2 eine FTR für den Wildcar-Piloten Jason DiSalvo ein, der damit im Rennen auf einen starken neunten Platz fuhr.

Chassis entstehen in Eigenregie

Auch GPTech sieht die MotoGP als neue Herausforderung für das Team. "Das ist eine hervorragende Möglichkeiten, die technischen Möglichkeiten unseres Unternehmens und des Rennteams zu testen. Wir treiben uns selbst an und wollen sehen, wie weit wir es bringen und was wir daraus lernen können", sagt Teambesitzer Geoff Maloney zu 'motogp.com'. Das Wochenende in Austin verlief für das Team und Pilot Mike Barnes jedoch enttäuschend. Der 44-Jährige Routinier verpasste mit seiner BCL in den vier Freien Trainings die 107-Prozent-Hürde. Somit war sein Rennwochenende schon vor dem Qualifying beendet.

Sowohl GPTech als auch Attack bedienen sich nicht bei einem Chassis-Lieferanten wie Suter oder FTR, sondern bauen ihre Motorräder in Eigenregie bzw. gemeinsam mit Kooperationspartnern auf: "Der Rahmen wurde von BCL in Kanada hergestellt", sagt GPTech-Boss Maloney. "Wir haben ihn rund um einen Motor aus der Suzuki GSX-R 1000 konstruiert und haben dann weiter hochwertige Komponenten auf dem Markt zugekauft. In Zukunft werden wir aber viele Komponenten selbst herstellen, um uns zu verbessern."

Einen vergleichbaren Weg wählte auch Attack bei seiner APR: "Wir haben das Motorrad bei uns konstruiert und verwenden einen Kawasaki-Superbike-Motor. Die Motec-Elektronik stammt aus Großbritannien ähnelt der von Idoa", erklärt Stanboli. Eine große Unbekannte waren für beide Teams die Bridgestone-Reifen. "Die größte Herausforderung war für uns an Reifen zu kommen, damit wir testen konnten. Die regulären Starter fahren ständig auf diesen Reifen, daher sind wir ein wenig im Nachteil", erklärt Stanboli.

Langer Lernprozess

"Wir mussten daher auf die harte Tour lernen, dass die Reifen hier völlig anders sind. Das Chassis lässt sich gut einstellen und lässt sich leicht fahren. Die größte Herausforderung für unsere Fahrer war, sich an die Reifen zu gewöhnen", so der Attack-Besitzer. Seine Kollegen hatten damit weniger Schwierigkeiten. "Wir waren überrascht, wie gut es auf Anhieb mit den Bridgestone-Reifen lief", erinnert sich Maloney. "Das war eine große Erleichterung, weil das Motorrad erst kurz vor dem ersten Rennen fertig wurde."

Während sich GPTech nach dem schwachen Auftritt von Austin für den nächsten Auftritt in Laguna Seca kein konkretes Ziel setzen will, gibt man sich bei Attack optimistischer: "Wir wollen im Spiel mitspielen. Wir sammeln hier Erfahrungen für den nächsten Einsatz in Laguna Seca", so Stanboli. "Wir wollten uns weiterentwickeln und unsere Ergebnisse bei jedem Rennen verbessern. Wenn wir uns qualifizieren und mit dem Rest der CRT-Jungs mithalten können, wäre das für uns wie ein Sieg. Sollten wir an der Spitze der CRT fahren, wäre das unglaublich."

Fotoquelle: Bridgestone

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