Honda-Pilot Dani Pedrosa fuhr in Jerez seinen ersten Saisonsieg ein

MotoGP 2013

— 05.05.2013

Pedrosa meldet sich mit Sieg in Jerez zurück

Dani Pedrosa schlägt in Jerez zurück und gewinnt sein Heimrennen - Marc Marquez nach hartem Manöver gegen Jorge Lorenzo Zweiter - Stefan Bradl ausgeschieden

Dani Pedrosa setzt sich beim Grand Prix von Spanien in Jerez gegen seine beiden Landsleute durch und feiert seinen ersten Saisonsieg. Der Honda-Werkspilot übernahm nach dem ersten Renndrittel das Kommando und kontrollierte den Sieg sicher bis ins Ziel. Spannend ging es im Duell um Platz zwei zwischen Jorge Lorenzo (Yamaha) und Marc Marquez (Honda) zu. Das Duell der beiden wurde in der letzten Kurve entschieden. Der Rookie bremste sich innen in die Kurve hinein und es kam zur Berührung mit Lorenzo. Beide blieben sitzen und Marquez überquerte als Zweiter die Ziellinie. Der Weltmeister wurde Dritter, war mit dem Manöver des Rookies aber überhaupt nicht einverstanden.

Dieses Manöver hatte auch Auswirkungen auf die WM: Marquez führt nun drei Zähler vor Pedrosa und vier vor Lorenzo. Superstar Valentino Rossi (Yamaha) konnte nicht in dieses Duell eingreifen und wurde Vierter. Stefan Bradl kam gar nicht so weit: Der Deutsche stürzte schon in der Anfangsphase von seiner LCR-Honda und musste aufgeben. Nach Katar war es schon sein Zweiter Nuller in diesem Jahr Über 111.000 Fans verfolgten in Jerez die spanischen Festspiele und bekamen viel Spektakel geboten. Die insgesamt 27 Runden sorgten für viel Pulverdampf.

Beim Start setzte sich zunächst Pedrosa durch und bog als Erster in die erste Kurve. Dahinter sortierten sich Lorenzo und Marquez ein, aber Lorenzo attackierte Pedrosa gleich in der zweiten Kurve und übernahm die Führung. Alle Fahrer kamen gut durch die ersten Kurven durch. An das Hinterrad von Marquez klemmte sich Rossi. Am Ende der ersten Runde schnappte sich Rossi Marquez in der Zielkurve und übernahm Rang drei.

Auf den weiteren Positionen folgten am Ende der ersten Runde Cal Crutchlow (Tech-3-Yamaha), Bradl, Alvaro Bautista (Gresini-Honda), Nicky Hayden (Ducati), Andrea Iannone (Pramac-Ducati), Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) und Andrea Dovizioso (Ducati). Es ging auch gleich wieder turbulent zu, denn in der zweiten Runde drückte sich Marquez am Ende der Gegengeraden hinein in Kurve sechs wieder an Rossi vorbei. Rossi wollte gleich kontern, konnte es aber nicht. Währenddessen setzten sich Lorenzo/Pedrosa im Laufe der ersten beiden Runden schon leicht vom Trio Marquez/Rossi/Crutchlow ab.

Turbulent ging es im Mittelfeld zu. In der Anfangsphase schieden Yonny Hernandez (PBM), Randy de Puniet (Aspar) und Iannoe durch Sturz aus. Auch Lukas Pesek (Idoa) rutschte aus. In der dritten Runde war das Rennen auch für Bradl vorbei. Seine LCR-Honda lag im Kiesbett und die Schäden waren zu groß. Bradl konnte nicht weiterfahren. Es war schon sein zweite Nuller in dieser Saison. Schon das gesamte Wochenende klagte Bradl über mangelndes Gefühl zum Vorderrad.

An der Spitze entwickelte sich im ersten Renndrittel eine spanische Show. In Runde fünf quetschte sich Pedrosa in Kurve sechs am Ende der Gegengeraden an Lorenzo vorbei und übernahm wieder die Führung. Mittlerweile schloss auch Marquez auf dieses Duo auf. Rossi und Crutchlow konnten nicht folgen und blieben auf den Plätzen vier und fünf.

Pedrosa setzt sich ab

Pedrosa machte sich nach seinem Überholmanöver aus dem Staub und war pro Runde um zwei bis drei Zehntelsekunden schneller als das Duo Lorenzo/Pedrosa. Bei den Reifen gab es keine Unterschiede: Die drei Spanier hatten alle den weichen Hinterreifen aufgezogen. Lorenzo kam schließlich stärker unter Druck von Marquez. Der jüngere der beiden Spanier klebte am Hinterrad der Yamaha und wäre in der Bemszone von Kurve sechs beinahe Lorenzo hinten aufgefahren.

Pedrosa nutzte diese Situation und hatte nach zwölf Runden schon drei Sekunden Vorsprung auf Lorenzo/Marquez. Dieses Duell beruhigte sich aber mit Fortdauer des Rennens und Lorenzo hielt Marquez unter Kontrolle. Spannend ging es dafür im Duell um Platz fünf zu: Bautista und Crutchlow wechselten mehrmals die Positionen. In den letzten Runden wurde es dann wieder zwischen Lorenzo und Marquez spannend.

Hartes Manöver von Marquez gegen Lorenzo

Marquez hing wieder am Hinterrad der Yamaha und übte Druck aus. Am Ende der Gegengeraden drückte sich Marquez innen vorbei, doch er konnte die Linie nicht halten und Lorenzo stach innen wieder durch. Es gab noch eine einzige Möglichkeit: Die letzte Kurve, die seit Donnerstag nach Lorenzo benannt ist. Und Marquez machte den Angriff. Er bremste sich innen hinein und es kam zur Berührung mit Lorenzo. Beide blieben sitzen, aber Marquez hatte sich den zweiten Platz geschnappt.

Das Manöver erinnerte an das legendäre Überholmanöver Rossi gegen Sete Gibernau aus dem Jahr 2005 an der gleichen Stelle. Marquez wollte sich im Parc Ferme entschuldigen, aber Lorenzo deutete ihm unmissverständlich, dass er mit dem Manöver nicht zufrieden war. "Ich habe im Rennen 100 Prozent gegeben", sagt Marquez. "Ich bin sehr froh, weil es sehr schwierig war, besonders mit der Haftung am Vorderrad." Und wie lautet seine Stellungnahme zur letzten Runde?

"In der finalen Runde habe ich einfach 100 Prozent gegeben. Als ich in der letzten Kurve sah, dass Lorenzo die Tür offen ließ, bin ich reingezogen. Das habe ich durch die Analyse der Videos bereits vorher erkannt. Doch ich muss mich auch entschuldigen. Am wichtigsten ist aber, dass wir beide das Rennen beenden konnten." Lorenzo wollte zu diesem Zwischenfall nichts sagen und meint nur: "Ich denke, wir haben bei den gegebenen Bedingungen das Beste gegeben."

"Ich habe in jeder Runde und Kurve mein Bestes gegeben. Wir haben kein richtig konkurrenzfähiges Motorrad. Wir müssen es verbessern. Ich habe mir zwei Fehler geleistet - beim Start und in der letzten Kurve, in der ich die Tür nicht zugemacht habe. Ich bin zufrieden mit dem Rennen, weil ich sehr konzentriert und konstant gefahren bin." An seiner Körpersprache war zu erkennen, dass er innerlich kochte.

An der Spitze machte Pedrosa alles klar. Zwei Wochen nach der Niederlage gegen Marquez schlug Pedrosa eindrucksvoll zurück und holte sich seinen ersten Saisonsieg. "Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier zu gewinnen. Für die Meisterschaft ist es auch sehr gut", freut sich Pedrosa über seinen zweiten Jerez-Sieg nach 2008. "Es war ein schwieriges Wochenende, weil die Reifen zu weich waren. Ich bin ein cleveres Rennen gefahren. Ich musste in jeder Runde pushen, aber gleichzeitig auf die Reifen aufpassen. Sie waren nicht optimal. Aber alle haben darunter gelitten. Ich konnte den Vorsprung verwalten. Es ist ein unglaubliches Gefühl, hier zu sein."

Rossi hatte keine Chance auf einen Podestplatz und kam als Vierter über die Ziellinie. Im Duell um Platz fünf setzte sich schließlich Crutchlow gegen Bautista durch. Hayden kam alleine fahrend als Siebter über die Linie. Ein großes Duell gab es auch um den achten Platz. Espargaro forderte Ducati-Werksfahrer Dovizioso heraus und konnte ihn mehrmals überholen. "Dovi" musste alles geben, um den CRT-Fahrer doch noch in Schach zu halten. Hinter diesem Duo kamen Smith und Pirro als Zehnter und Elfter über die Ziellinie.

Die letzten Punkte nahmen Hector Barbera (Avintia), Michael Laverty (PBM), Danilo Petrucci (Ioda) und Colin Edwards (Forward) mit. Leer gingen Bryan Staring (Gresini), Claudio Corti (Forward) und Hiroshi Aoyama (Avintia) aus. Jerez stand ganz im Zeichen der Spanier. In der Moto3 gewann Maverick Vinales und in der Moto2 Esteve Rabat. Die spanischen Festspiele gehen am 19. Mai in Frankreich (Le Mans) weiter. Am Montag bleibt die MotoGP-Gemeinde noch für einen Testtag in Jerez. "Ich möchte den Moment genießen, doch morgen steht bereits ein Test an", sagt Sieger Pedrosa abschließend.

Fotoquelle: Honda

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