MotoGP 2013

— 07.05.2013

Letzte Kurve: Lorenzo & Marquez nehmen Stellung

Für Lorenzo ist der Zwischenfall in der letzten Kurve von Jerez abgehakt: Der Weltmeister will daraus lernen, während Marquez auf die Vergangenheit verweist



Es war die Szene des Grand Prix von Spanien. In der letzten Kurve der letzten Runde gerieten Jorge Lorenzo (Yamaha) und Marc Marquez (Honda) im Kampf um Platz zwei aneinander. Mit einem energischen Manöver setzte sich der MotoGP-Rookie gegen den amtierenden Weltmeister durch und nahm diesem damit nicht nur nur Platz zwei im Rennen, sondern auch die unmittelbar vor Augen liegende Tabellenführung ab. Wäre Lorenzo hinter Sieger Dani Pedrosa als Zweiter ins Ziel, dann hätte der Yamaha-Pilot anstelle von Marquez die Führung in der Gesamtwertung übernommen.

Nachdem Lorenzo am Sonntag sowohl im Parc Ferme als auch auf dem Podest eine Entschuldigung seitens Marquez ablehnte, sieht er das Manöver, das ausgerechnet in der nach ihm benannten Kurve passierte, mit ein wenig Abstand inzwischen gelassener. "Ich habe dadurch den zweiten Platz verloren. Die Rennleitung hat entschieden, nichts dagegen zu unternehmen. Also ist die Sache erledigt. Das Wichtige ist, dass wir nicht gestürzt sind."

So bezeichnet der Mallorquiner die Szene inzwischen als "eine weitere gute Gelegenheit, um daraus zu lernen", und bezieht sich in diesem Zusammenhang auf Barcelona 2009, als ihm Teamkollege Valentino Rossi in der letzten Kurve der letzten Runde (ohne Berührung) doch noch den Sieg vor heimischem Publikum wegschnappte. "Damals dachte ich, ich hätte meine Lektion gelernt. Diesmal war es aber anders, denn damals wusste ich, dass Valentino da war. In Jerez dachte ich, er (Marquez; Anm. d. Red.) wäre weiter zurück."

Lorenzo räumt Fehler ein

"Er war näher an mir dran, als ich dachte", räumt Lorenzo ein, dass er sich am Sonntag schlicht verschätzt hat und bedauert: "Ich habe die Tür nicht zugemacht. Das war mein Fehler und ich werde für die Zukunft insofern daraus lernen, dass ich mir des Abstands zum Fahrer hinter mir nicht sicher sein kann."

Über eine mögliche Bestrafung Marquez' will sich der Yamaha-Fahrer nicht äußern. Vielmehr erwägt der zweifache MotoGP-Champion eine Rückkehr zum Fahrstil aus vergangenen Zeiten. "Das spielt keine große Rolle, denn es ist nicht an mir, so etwas zu entscheiden", winkt Lorenzo im Hinblick auf das Ausbleiben einer Strafe seitens der Rennleitung ab und fügt hinzu: "Wir werden sehen, was in Zukunft passiert. Vielleicht macht mich dieser Vorfall zu einem besseren Fahrer und ich werde künftig wieder aggressiver zu Werke gehen. So wie ich es bei den 250ern gezeigt habe."

"Als Außenstehender würde man manchmal anders reagieren, als wenn man auf dem Motorrad sitzt. Ich kann meine Fahrweise für den Rest der Saison nur verbessern. Damit meine ich nicht nur die defensive, sondern die offensive Hinsicht. In jüngster Vergangenheit war ich auf der Bremse nicht sehr stark", übt sich Lorenzo in Selbstkritik.

Die Tatsache, dass er Marquez am Sonntag zweimal einen Handschlag verweigert hat, bereut der Mallorquiner inzwischen. "Einerseits war ich natürlich geladen. Drei Minuten, bevor wir im Parc Ferme standen, hatte ich den zweiten Platz und die Chance auf die Führung in der Gesamtwertung verloren - und das nach einem sehr schwierigen Rennen, in dem ich stark zu kämpfen hatte. Es war eine menschliche Reaktion und alle Menschen, die mich dafür kritisieren, dass ich Marcs Entschuldigung nicht angenommen habe, hätten sich genauso verhalten. Als ich unter Strom stand, war das für mich eine natürliche Reaktion, doch mit klaren Kopf hätte ich womöglich anders gehandelt. Ich kann ihm verzeihen", stellt Lorenzo klar.

Marquez verweist auf die Vergangenheit

Zu einem persönlichen Gespräch der beiden Kontrahenten kam es allerdings auch am Rande der Jerez-Testfahrten am Montag nicht. "Ich habe kein Problem damit", beteuert Marquez und zeigt Verständnis für den Weltmeister: "Wenn ich auf der Strecke eine Position verlieren würde, wäre ich auch sauer. Jorge ist ein sehr guter Fahrer - auf und neben der Strecke. Ich werde ihn immer respektieren."

An eine Strafe durch die Rennleitung dachte Marquez im Anschluss an das viel diskutierte Manöver nicht. "So etwas ist in dieser Kurve schon oft passiert, auch in der letzten Runde", erinnert der 20-Jährige an die Szenen zwischen Mick Doohan und Alex Criville (1998), Valentino Rossi und Sete Gibernau (2005) sowie Lorenzo und Pedrosa (2010) im Kampf um Jerez-Siege in den vergangenen Jahren.

"Wenn es mitten im Rennen passiert wäre, dann wäre es etwas anderes. In der letzten Runde war diese Kurve aber schon häufig Schauplatz ähnlicher Zwischenfälle", unterstreicht der MotoGP-Rookie und neue Tabellenführer. Auf die Fortsetzung des Duells zwischen Lorenzo und Marquez darf man schon jetzt gespannt sein.

Fotoquelle: FGlaenzel



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