MotoGP 2013

— 07.05.2013

"Dovi" & Hayden hoffen auf nächsten Schritt beim Labor-Bike

Beim Jerez-Test probierten sowohl Andrea Dovizioso als auch Nicky Hayden das Labor-Bike von Ducati - Fortschritte halten sich (noch) in Grenzen



Beim Grand Prix von Spanien setzte Ducati das neue Labor-Bike erstmals im Rennen ein. Dieses wurde am Sonntag allerdings nicht von den Werkspiloten Nicky Hayden und Andrea Dovizioso, sondern von Michele Pirro bewegt. Der Ducati-Testfahrer war in Jerez mit einer Wildcard am Start und wird nach diesem Muster auch die beiden Rennen in Mugello (2. Juni) und Misano (15. September) bestreiten.

Beim anstehenden Grand Prix von Frankreich in Le Mans (19. Mai) ist Pirro ebenfalls am Start, dort allerdings im Pramac-Team in der Funktion als Ersatzmann für den verletzten Stammfahrer Ben Spies. Der leidgeprüfte US-Amerikaner wird in Mugello auf die weiße GP13 zurückkehren. Da sich auch dessen Teamkollege Andrea Iannone gegenwärtig mit den Nachwirkungen eines Sturzes herumschlägt (der Italiener zog sich im Freien Training zum Grand Prix von Spanien eine Fleischwunde am Knie zu und wurde am heutigen Dienstag sowohl am Knie als auch am Arm operiert), fehlte das Pramac-Team beim Montagstest in Jerez komplett.

Unterdessen war das Ducati-Werksteam mit Hayden und Dovizioso auf der Strecke. Bei dieser Gelegenheit kamen beide Fahrer in den Genuss des von Pirro am Wochenende gefahrenen Labor-Bikes. Da Ducati zwei Exemplare des Testträgers dabei hatte, mussten sich der US-Amerikaner und der Italiener nicht ein Bike teilen, sondern konnten beide direkte Vergleiche zur aktuellen GP13 anstellen. Beide bewegten sich auf ähnlichem Niveau. Dovizioso rangierte nach 47 Runden auf Platz sieben der Zeitenliste. Hayden hatte gut eine Zehntelsekunde Rückstand auf seinen Teamkollegen und reihte sich nach konditionsbedingt nur 35 zurückgelegten Runden auf Platz acht ein.

Dovizioso sieht nur sehr kleine Fortschritte

"Zunächst einmal ist die Rundenzeit ganz gut. Ich fuhr heute meine schnellste Runde hier", stellt Dovizioso, der am Rennwochenende im Vergleich zu Hayden stets ein wenig zurücklag, nach dem Test heraus. Auf Spitzenreiter Marc Marquez (Honda) verlor "Dovi" auf seinem schnellsten Umlauf exakt sieben Zehntelsekunden. "Unser Problem ist aber, dass unsere zweit- und drittschnellsten Runden zu weit hinter unserer schnellsten zurückliegen. Das war schon am Wochenende so", erklärt der Italiener.

"Wir haben die beiden Chassis gegeneinander verglichen", spricht Dovizioso das montägliche Hin- und Herspringen zwischen seiner Einsatzmaschine und dem Labor-Bike an und seufzt: "Leider ist der Unterschied sehr klein. Am Kurveneingang - allerdings nur in schnellen, nicht in langsamen Kurven - ist es etwas besser. In der Mitte der langsamen Kurven reagiert das neue Chassis etwas vorhersehbarer, doch das ist nichts Spektakuläres. In der Rundenzeit macht es sich so gut wie nicht bemerkbar. Um die Lücke nach vorn zu schließen, reicht es mit Sicherheit nicht aus, doch wir werden weiter hart arbeiten."

Hayden mit Sparprogramm

Hayden spulte aufgrund seiner nach wie vor nicht abgeklungenen Schwellung am rechten Handgelenk zwölf Runden weniger als Dovizioso ab: "Ich wusste, dass ich aufgrund meiner körperlichen Verfassung nicht viele Runden würde fahren können, doch es war wichtig, zumindest ein paar Runden mit dem Bike zurückzulegen, das Pirro im Rennen fuhr. Natürlich hofft man immer auf einen Riesenschritt, mit dem man auf einen Schlag eine Sekunde findet. Das war nicht unbedingt der Fall, doch es gibt ganz eindeutig ein paar kleinere Aspekte, die positiv sind. Es geht in die richtige Richtung."

Nach dem eintägigen Test teilt der US-Amerikaner die Eindrücke seines Teamkollegen Dovizioso in Bezug auf das Labor-Bike: "Am Kurveneingang müssen wir nicht mehr so stark kämpfen. Das Bike lässt sich leichter umlegen, was dazu führt, dass man den Scheitelpunkt besser trifft." Dies machte sich laut Hayden vor allem in der Sito-Pons-Kurve eingangs der Gegengeraden bemerkbar. Kleinere Probleme bereitete dem Ex-Champion, dass er mit dem neuen Bike aufgrund des veränderten Rahmens "in Rechtskurven mit den Fußspitzen auf dem Asphalt schleifte". Dies sei allerdings kein Grund zur Sorge. "Wir sprechen hier von 15 Millimetern. Das ist nicht viel, aber genug, um etwas Traktion zu verlieren", so der Ducati-Routinier.

Kein Renneinsatz für die Stammfahrer mit dem Labor-Bike

Im Rennen werden die beiden Stammfahrer das Labor-Bike allerdings nicht einsetzen. "Es ist immer noch ein Testträger, der noch nicht bereit dafür ist, Rennen zu bestreiten" ,unterstreicht Hayden, der mittlerweile seine fünfte Saison für das italienische Werksteam bestreitet und noch immer auf den ganz großen Durchbruch wartet. "Hoffentlich konnten wir hier ein paar weitere nützliche Informationen sammeln", übt sich der US-Boy in Zweckoptimismus und schiebt hinterher, dass das Ducati-Grundproblem auch mit dem Testträger noch nicht ausgemerzt werden konnte: "Das Untersteuern in langgezogenen Kurven ist nach wie vor da."

Auch wenn ein Quantensprung ausblieb, so hat sich der Einsatz des Labor-Bikes dennoch gelohnt, wie Bernhard Gobmeier betont: "Die Rückmeldungen waren positiv. Pirros bisherige Eindrücke wurden bestätigt. Es gab keine großen Überraschungen", analysiert der Ducati-Corse-Chef und bezeichnet den Testträger als "Zwischenschritt, den wir den Stammfahrern darlegen wollten".

"Doch das ist natürlich nicht das Ende unserer Entwicklung", setzt Gobmeier fort und sieht die Rennabteilung nach den gewonnenen Erkenntnissen auf Kurs, nun die nächsten Schritte angehen zu können. "Das Bike, das Pirro im Rennen einsetzte, ist natürlich nur ein Schritt in der Entwicklung", betont auch Ducatis MotoGP-Direktor Paolo Ciabatti und unterstreicht: "Uns ging es hier nur um die Bestätigung, dass der eingeschlagene Weg der richtige ist."

Gobmeier: Einfluss von Audi erst langfristig spürbar

"Bei allem Respekt gegenüber Michele, so sind die Aussagen von 'Dovi' und Nicky für uns natürlich wertvoller, denn sie besitzen einfach mehr Wissen, mehr Erfahrung und haben bessere Fähigkeiten, das Motorrad am Limit zu bewegen", stellt Gobmeier heraus und betont, dass das aktuelle Labor-Bike in diesem Jahr mit Ausnahme der Wildcard-Einsätze überhaupt nicht im Rennen eingesetzt wird: "Das wäre gar nicht möglich, denn in gewissen Punkten entspricht das Bike nicht dem Reglement. Es ist ein reiner Testträger, für den für die Wildcard-Einsätze eine Ausnahme gemacht wurde. Um aus diesem Labor-Bike ein echtes Rennmotorrad zu machen, müssen wir noch ein paar Dinge modifizieren."

Wie Gobmeier anfügt, hält sich der Einfluss von Audi derzeit noch in Grenzen. "Es gibt bestimmte Dinge, doch diese sind eher langfristig angelegt. Bei diesem Bike hier kommen diese noch nicht zum Tragen." Für Pirros Wildcard-Einsätze in Mugello und Misano wird es allerdings Evolutionen gegenüber dem aktuellen Stand geben. "Deswegen ist es ja ein Labor-Bike. So können wir neue Dinge ausprobieren und aussortieren", erklärt der Ducati-Corse-Chef und meint: "Es ist immer etwas anderes, ob man einen Test oder ein Rennen fährt."

Wenn es darum geht, das lästige Untersteuern zu beheben, spricht Gobmeier von "mehreren Ideen, doch es nicht nicht so einfach, dieses Problem zu lösen. Wenn es einfach wäre, dann hätten wir es schon gelöst." Am Mittwoch und Donnerstag dieser Woche stehen bereits die nächsten Testfahrten an. Gefahren wird dann in Mugello, wo am 2. Juni der Grand Prix von Italien stattfindet. Die beiden Ducati-Testfahrer Pirro und Franco Battaini testen in der Toskana weitere Upgrades am Labor-Bike. Unterdessen konzentrieren sich Hayden und Dovizioso während der kommenden zwei Tage auf die Abstimmung ihrer standardmäßigen GP13 in Vorbereitung auf das erste von zwei Ducati-Heimspielen in diesem Jahr.

Fotoquelle: FGlaenzel

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