Die versammelten Prototypen-Fahrer wünschen sich neue Reifenmischungen

MotoGP 2013

— 09.05.2013

Fahrer fordern von Bridgestone andere Mischungen

Für die MotoGP-Fahrer funktioniert derzeit nur eine Reifenmischung gut - Deshalb üben sie Druck auf Bridgestone aus, damit neue Mischungen entwickelt werden

Am vergangenen Rennwochenende kamen die Reifen von Bridgestone in die Kritik einiger Fahrer. Aufgrund der unerwartet heißen Temperaturen war selbst der harte Vorderreifen viel zu weich. Deswegen hat man im Laufe der drei Tage zahlreiche Ausrutscher gesehen, die allesamt glimpflich ausgingen. Für das Rennen entschieden sich alle Fahrer für den harten Vorderreifen, aber für den weichen Hinterreifen, weil dieser in den Kurven mehr Grip auf der Reifenflanke bot. Den CRT-Fahrern stand in Jerez beim Hinterrad die Mischung extra-weich zur Verfügung, die auch benutzt wurde.

Am Freitagabend fand im Fahrerlager das Meeting der Sicherheitskommission statt. Das Thema Reifen stand ganz oben auf der Tagesordnung. "Wir haben in Texas über die Reifen geredet. Wir haben auch in Katar über die Reifen gesprochen. Bei jeder einzelnen Sitzung der Sicherheitskommission wird über die Reifen gesprochen", sagt Cal Crutchlow über das Treffen. "Ehrlich gesagt, es ist ein Bridgestone-Meeting. Wir versuchen ihnen die Informationen zu geben."

"Wir sprechen ständig über die Reifen, weil wir sie besser machen wollen. Wir wollen nicht die Regeln für Yamaha, Honda oder sonst jemanden biegen, wir wollen es für alle besser machen, weil es für alle funktionieren würde, wenn wir einen weiteren Satz Reifen hätten", spricht der Brite die Richtung an, die sich die Fahrer wünschen. Er gibt ein konkretes Beispiel: "Ich bin im letzten Training vor dem Qualifying gestürzt und musste dann mit dem Reifen von in der Früh fahren, der schon 20 Runden abgespult hatte."

"Von meiner Pace war ich trotzdem sehr überrascht, aber wir haben nicht genug Reifen. Die Jungs, die im ersten Qualifying antreten und weiterkommen, haben für Q2 dann keine neuen Reifen mehr. Wir reden so viel über die Zukunft und auch Carmelo (Ezpeleta, Dorna-Boss; Anm. d. Red.) ist unserer Meinung. Hoffentlich können wir das in Zukunft verändern." Auch die übrigen Fahrer wollen von Bridgestone Veränderungen sehen.

Weltmeister Jorge Lorenzo spricht die derzeitige Problematik klar an: "Wir sind etwas enttäuscht, weil wir auf praktisch allen Strecken nur einen guten Reifen haben. Die harte Mischung funktioniert für fast keinen Fahrer. Deshalb nimmt jeder Fahrer in jedem Training die weiche Mischung. Mit dem harten Reifen ist es sehr rutschig und er bietet auf fast keiner Strecke einen Vorteil. Deswegen wünschen wir uns für die Zukunft, dass uns Bridgestone mindestens zwei Reifenmischungen zur Verfügung stellt, die auch für alle funktionieren."

"Normalerweise benutzt man die weiche Mischung für das Qualifying und die harte Mischung für das Rennen. Das geschieht derzeit aber nicht. Deshalb sind wir von diesem Aspekt enttäuscht." Deswegen fordert der Weltmeister klar: "Ich glaube, dass wir einen anderen Reifen brauchen. Die weiche Mischung ist nicht so schlecht, aber die härtere funktioniert überhaupt nicht. Ich weiß nicht, ob er die gleiche Qualität hat wie die weiche Mischung, die allen Fahrern gefällt."

Crutchlow wundert sich

"Wir brauchen mehr Reifensorten. Derzeit haben wir nur einen und damit ist es schwierig, das Wochenende in guter Form zu beenden. Ich meine hauptsächlich den Hinterreifen." Auch Crutchlow sieht es ganz ähnlich. Zudem versteht er nicht, warum die gleichen Mischungen im Vorjahr funktioniert haben. "Wir müssen das Fenster der Mischungen erweitern, denn mit dem Soft-Reifen konnte man in Jerez unmöglich fahren."

"Abgesehen von der ersten Runde am Freitag, wo man wieder auf Speed kommen will, kann man diesen Reifen nicht verwenden. Der harte Reifen ist immer noch zu weich. Ich glaube, dass wir zwischen den Mischungen eine größere Bandbreite brauchen. Was wir nicht verstehen: Wie geht es, dass wir im Vorjahr alle Testfahrten, das Katar-Rennen, Portugal und die Wintertests in Sepang mit dem harten Hinterreifen gefahren sind. In diesem Jahr bin ich drei Runden mit diesem Reifen gefahren und habe sofort gesagt, dass er nicht funktioniert."

"Wie kann das gehen? Die Strecke ändert sich jetzt von Jahr zu Jahr nicht so stark, sie wird nur etwas langsamer. Niemand benutzte den harten Reifen bei den Wintertests und in Katar. Wir verstehen nicht, wie wir im Vorjahr damit in Katar gefahren sind und diesmal konnte man ihn nicht benutzen. Wieso müssen wir immer den weichen Reifen benutzen? Irgendetwas ist dabei falsch."

"Bridgestone hat die gleichen Reifen gebracht wie im Vorjahr, aber alle Fahrer von Yamaha, Honda und Ducati können damit nicht fahren. Alle fahren mit weich. Im Vorjahr sind alle mit hart gefahren und haben weich nur für eine schnelle Runde benutzt. Es ist jetzt komplett das Gegenteil, obwohl es die gleichen Reifen sind. Die Motorräder haben sich nicht zu stark verändert. Es liegt aber nicht an Bridgestone alleine. Wir versuchen ihnen Feedback zu geben."

Auch Andrea Dovizioso war beim Meeting der Sicherheitskommission und brachte sich wie immer ein: "Wir haben in der Sicherheitskommission darüber gesprochen und Druck gemacht, dass sich etwas verändert. Bridgestone will nur zwei Mischungen an die Rennstrecke bringen. Aber am Freitag soll es möglich sein, dass man zum Beispiel die weiche Mischung streicht und wir härtere Reifen bekommen. Ich glaube, das wäre einfach umsetzbar."

Fotoquelle: Bridgestone

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