Bei den kalten Bedingungen in Le Mans kam es auf guten Grip der Reifen an

MotoGP 2013

— 22.05.2013

Bridgestone: Lorenzos Reifen waren "in gutem Zustand"

Shinji Aoki blickt auf die Reifensituation beim Großen Pries von Frankreich und erklärt, dass Jorge Lorenzos Probleme nichts mit dem Pneu zu tun hatten

Kalte Temperaturen, böiger Wind und Regen. Die MotoGP-Fahrer hatten beim Großen Preis von Frankreich mit den Elementen und dementsprechend geringem Grip zu kämpfen. Shinji Aoki, Leiter der Entwicklungsabteilung von Reifenlieferant Bridgestone, erklärt im Interview, welche Auswirkungen das auf die Reifen hatte. Der Japaner geht dabei auch auf die Probleme von Jorge Lorenzo ein und stellt klar, dass die Reifen nicht die Ursache für den fehlenden Grip am Hinterrad des Yamaha-Piloten waren.

Frage: "Für das Wochenende des Großen Preises von Frankreich waren kalte und nasse Bedingungen vorhergesagt, und so ist es auch gekommen. Können Sie erklären, welchen Einfluss das in Le Mans auf die Reifen hatte?"
Shinji Aoki: "Die Bedingungen waren wie erwartet, was es für die Fahrer aber nicht gerade einfacher gemacht hat. Die Streckentemperatur war mit zeitweise 13 Grad sehr niedrig, und obwohl wir unsere weichste Reifenmischung gebracht haben, habt die Strecke, vor allem während der Vormittagstrainings, nur wenig Grip geboten."

"Nach einhelliger Meinung der Fahrer war das Aufwärmverhalten der Reifen aber gut. Dennoch haben die kalten Temperaturen und der starke Wind einige Fahrer während der Trainings und Qualifyings auf dem falschen Fuß erwischt. Die kalten Bedingungen haben auch dazu geführt, dass nur sehr wenige Fahrer den harten Hinterreifen gewählt haben, da sie bestmöglichen Grip und optimales Aufwärmverhalten haben wollen, was auf einem Stop-an-go-Kurs wie Le Mans mit vielen Beschleunigungszonen besonders wichtig ist."

"Am Sonntag haben die Fahrer dann völlig andere Bedingungen erwartet, denn der Start des MotoGP-Rennens war der einzige Zeitpunkt am gesamten Wochenende, an dem die Strecke vollkommen nass war. Das Warmup war zwar auch zum Regentraining erklärt worden, aber es hat nicht geregnet. Daher stand nicht so viel Wasser auf der Strecke wie zu Beginn des Rennens. Da also nur sehr wenig Zeit zum Finden einer Regenabstimmung war, und in Anbetracht der Tatsache, dass die Fahrer in Le Mans guten Grip an der Hinterachse benötigen, haben alle Piloten den weichen Regenreifen gewählt."

Frage: "Niemand hat also den harten Regenreifen für das Rennen gewählt. Hätte diese Option am Ende des Rennens, als die Strecke abtrocknete, nicht vielleicht besser funktioniert?"
Aoki: "Einige Fahrer haben die harten Regenreifen im morgendlichen Warmup ausprobiert, einige sogar noch auf der Runde in die Startaufstellung. Da es aber so kalt war und die Strecke so wenig Grip bot, hielten alle Fahrer die Wahl des weichen Regenreifens für die richtige Entscheidung. Ich denke unter diesen Bedingungen war das richtig."

"Obwohl die Strecke gegen Ende des Rennens abtrocknete, war der Verschleiß der Reifen noch im akzeptablen Rahmen. Ich denke nicht, dass der harte Regenreifen in der Schlussphase des Rennens ein Vorteil gewesen wäre. Wäre die Streckentemperatur aber nur fünf Grad höher gewesen, hätten einige Fahrer sicherlich den harten Regenreifen gewählt. Und damit hätten sie in der Schlussphase vor allem beim Bremsen einen Vorteil gehabt."

Frage: "Jorge Lorenzo hat sich nach dem Rennen über fehlenden Grip am Hinterrad beklagt. Hatte das etwas mit den Reifen zu tun?"
Aoki: "Es war während des Rennens klar, dass Jorge ein Problem hat, denn er konnte nicht das gleiche Tempo fahren wie die Spitzengruppe. Direkt nach dem Rennen hat er seinem Reifeningenieur erklärt, dass er am Hinterrad keinen Grip hatte. Wie üblich in solchen Fällen hat der Ingenieur Jorges Rennreifen untersucht und dabei festgestellt, dass sie in gutem Zustand waren."

"Ich habe mir den Reifen sogar persönlich angesehen und das Problem mit den Yamaha-Ingenieuren diskutiert. Dabei sind wir alle zu dem Schluss gekommen, dass Jorges fehlender Grip nichts mit dem Reifen zu tun hatte. Wir haben nach dem Rennen sehr unterschiedliche Kommentare von den Fahrern gehört, und dass obwohl sie alle die gleiche Reifenmischung gewählt hatten und die Bedingungen für alle gleich waren."

"Wenn den Grip so niedrig ist, ist die Abstimmung des Motorrads sehr kritisch. Schon eine kleine Änderung kann große Auswirkungen haben. Es war aber auf jeden Fall schade für Jorge, denn im Warmup war er so stark. Daher hatten wir ein besseres Resultat von ihm erwartet. Aber er ist ein Champion und wird beim nächsten Rennen wieder zu alter Stärke finden."

Fotoquelle: Bridgestone

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