Dani Pedrosa verwies Jorge Lorenzo kurz vor Ende von Q2 auf Position zwei

MotoGP 2013

— 01.06.2013

Pedrosa mit Rekordzeit zur Pole-Position in Mugello

Dani Pedrosa (Honda) verweist Jorge Lorenzo (Yamaha) auf Platz zwei und sichert sich die Pole-Position in Mugello - Stefan Bradl (LCR-Honda) auf Startplatz fünf

Im Qualifying für den Grand Prix von Italien entwickelte sich auf dem schnellen Mugello-Kurs ein enges Fernduell zwischen Weltmeister Jorge Lorenzo (Yamaha) und Dani Pedrosa (Honda). Lange sah es bei Sonnenschein nach der dritten Saison-Pole für Lorenzo aus, während sich Pedrosa im ersten Versuch zurückhielt. Der letzte Angriff entschied das Duell: Pedrosa knackte die Bestzeit von Lorenzo, doch der Yamaha-Pilot war noch mit schnellen Sektorzeiten unterwegs. Lorenzo konnte die Pole aber nicht zurückerobern und musste sich um 69 Tausendstelsekunden geschlagen geben. Pedrosas Runde in 1:47,157 Minuten ist die schnellste je in Mugello gefahrene MotoGP-Runde.

"Es war am Ende ziemlich schwierig, weil mir bewusst war, dass meine bisherige Runde nicht gut genug war. Ich wusste, dass ich nur noch eine Chance habe", sagt Pedrosa über den Weg zu seiner ersten Pole in diesem Jahr. "Ich war verärgert, weil alle Fahrer nur hinter mir hergefahren sind und selbst nicht das Tempo vorgeben wollten. Ich hatte nur noch einen Versuch und konnte eine gute Rundenzeit fahren. Ich durfte keinen Fehler machen. Ein Fehler und ich hätte meine Zeit nicht verbessert. Ich blieb konzentriert und habe es auf den Punkt gebracht und war schneller als im vergangenen Jahr. Wir konnten das Motorrad verbessern."

Lorenzo ließ sich im letzten Moment noch die Butter vom Brot nehmen. "Ich war sehr überrascht, als ich die 1:47.7 in der ersten Runde fuhr. Ich erwartete nicht, dass ich so schnell sein kann, doch andererseits erwartete ich auch nicht, dass Dani in seiner letzten Runde so schnell sein würde. Ich rechnete mit der Pole-Position. Manchmal trifft aber nicht das ein, was man sich ausrechnet. Es war nicht genug. Meine beste Runde hat nicht gereicht. Doch ich denke, dass wir am Sonntag ein gutes Tempo fahren können. Wir müssen konzentriert bleiben."

In den Schlussminuten entwickelte sich noch eine enge Zeitenjagd um den letzten Platz in der ersten Reihe. Mehrere Fahrer hatten die Chance auf Platz drei. Schließlich setzte sich zur Freude der Ducati-Fans Andrea Dovizioso durch und stellte die Desmosedici zum zweiten Mal in Folge in die erste Startreihe. Sein Rückstand auf Pedrosa betrug 0,471 Sekunden. "Ich hatte einen kleinen Sturz am Freitag, der Nackenschmerzen verursachte", spricht "Dovi" ein Handicap an.

"Ich konnte gestern geradeso weitermachen. Doch das Clinica Mobile und mein Physiotherapeut haben gute Arbeit geleistet. Ich konnte 100 Prozent geben." Dadurch wurde er mit Platz drei belohnt. "Es ist ziemlich speziell, hier in Italien vor den Fans, Sponsoren und Freunden mit der Ducati in die erste Startreihe zu fahren. Wir wissen, dass wir im Rennen nicht so schnell sind, doch beim Test vor einem Monat haben wir hart gearbeitet."

Dagegen verpasste Cal Crutchlow um vier Tausendstelsekunden den dritten Platz. Als der Brite an die Tech-3-Box zurückkam, ärgerte er sich sichtlich. Dabei hatte er wieder turbulente 15 Minuten erlebt. Neun Minuten vor Ablauf der Zeit wollte er Valentino Rossi (Yamaha) und Marc Marquez (Honda) folgen und rutschte aus. Crutchlow kehrte an die Box zurück, putzte sich kurz die Nase und schwang sich in den Sattel seiner Ersatz-Yamaha. In seiner bekannten Racer-Manier griff er wieder an und wurde schließlich Vierter.

Der Deutsche Stefan Bradl (LCR-Honda/+0,580) mischte ebenfalls mit und zog Startplatz fünf in der Mitte der zweiten Reihe an Land. Neben ihm wird sich am Sonntag Rookie Marquez aufstellen. Der Spanier zog mit der Bestzeit in Q1 in den letzten Abschnitt ein und lag zeitweise auf dem zweiten Platz. In der Schlussphase konnte der Honda-Werksfahrer aber nicht entscheidend zulegen und wurde noch auf Position sechs zurückgereicht. Auf seinen Teamkollegen Pedrosa fehlten Marquez sechs Zehntelsekunden.

Superstar Rossi konnte nicht an seine Trainingsleistungen anknüpfen und wurde Siebter, womit er in der dritten Reihe stehen wird. Am Samstag präsentierte der Italiener sein spezielles Helmdesign für Mugello. Darauf ist eine Schildkröte zu sehen. Um sieben Zehntelsekunden war Rossi langsamer als die Spitze. Die dritte Reihe komplettierten Nicky Hayden (Ducati) und Alvaro Bautista (Gresini-Honda).

Ducati-Testfahrer Michele Pirro wurde mit dem Labor-Bike vor Bradley Smith (Tech-3-Yamaha) Zehnter. Langsamster Fahrer in Q2 war Aleix Espargaro mit dem CRT-Motorrad von Aprilia. Auf den schnellsten Prototypen büßte der Spanier 1,6 Sekunden ein. Dennoch war er klar der beste CRT-Fahrer. Auf der langen Geraden war Espargaro um 12 km/h langsamer als Bautista, der mit 342,9 km/h der Schnellste bei der Top-Speed-Messung war.

Q1: Marquez und Smith setzen sich durch

Im ersten Qualifying-Abschnitt traten die Prototypen von Marquez, Andrea Iannone (Pramac-Ducati) und Smith gegen die versammelten CRT-Piloten an. Marquez war am Vormittag im dritten Freien Training erneut gestürzt. Im Anschluss konnte er sich zwar steigern, aber es reichte nicht für die Top 10 und die direkte Qualifikation für Q2. Deshalb musste der Überflieger in Q1 antreten. Und die drei Prototypen lieferten sich eine enge Zeitenjagd für die beiden Plätze, die den Einzug ins Q2 bedeuteten.

Marquez legte vor, doch Smith und Iannone wollten sich nicht geschlagen geben. Der Spanier steigerte sich Runde für Runde und zog mit seiner Zeit von 1:48,524 Minuten souverän ins Q2 ein. Smith war um 0,336 Sekunden langsamer und kam als Zweiter ebenfalls in die nächste Runde. Iannone hatte dagegen keine Chance und war um sieben Zehntelsekunden langsamer als Marquez. Somit wird der Lokalmatador sein Heimrennen von Startplatz 13 in Angriff nehmen. Randy de Puniet schaffte keine Sensation.

Der Franzose blieb auch in Mugello hinter seinem Aspar-Teamkollegen Espargaro zurück, denn der Spanier hatte sich im Freien Training direkt für Q2 qualifiziert. De Puniet war um eine Tausendstelsekunde langsamer als Iannone und belegte Startplatz 14. Die fünfte Startreihe komplettierte Hector Barbera (Avintia). Das Motorupgrade der Kawasaki hat keinen großen Sprung nach vorne bewirkt.

Am Sonntag werden sich in der sechsten Reihe Danilo Petrucci (Ioda), dessen BMW-Motor zu Trainingsbeginn nicht ansprang, und das Forward-Duo Colin Edwards und Claudio Corti aufstellen. Reihe sieben ist in der Hand von Michael Laverty (PBM), Karel Abraham (Cardion) und Yonny Hernandez (PBM). Laverty war mit der Eigenkonstruktion von Paul-Bird-Motorsport um rund vier Zehntel schneller als Teamkollege Hernandez mit der ART. In der letzten Reihe werden Geburtstagskind Bryan Staring (Gresini), der heute 26 wurde, Hiroshi Aoyama (Avintia) und Lukas Pesek (Ioda) stehen.

Nicht dabei war Ben Spies. Der Texaner stieg am Samstag nicht auf seine Pramac-Ducati. "Es liegt nicht an den Schmerzen, was es für mich noch schlimmer macht. Mir fehlt die Kraft. Ich kann nicht das machen, was man auf einen MotoGP-Motorrad machen muss", erklärt er bei 'MotoGP.com' die Gründe für den Startverzicht. "Es ist ein großer Rückschlag - nicht nur für mich, sondern auch für mein Team, Ducati und die Fans. Es ist eine große Enttäuschung, weil ich weiß, wie hart ich in den vergangenen vier oder fünf Wochen gearbeitet habe, damit ich wieder fahren kann. Nach dem zweiten Freien Training war klar, dass es noch nicht geht."

Fotoquelle: FGlaenzel

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