Das Pflaster verdeckt eine starke Schwellung am Kinn

MotoGP 2013

— 01.06.2013

Marquez froh über Startplatz sechs

Sturz im dritten Training, Schnellster in Q1 und schließlich Startplatz sechs: Rookie Marc Marquez erlebt auch am Samstag einen aufregenden Tag in Mugello

Einen Tag nach seinem Horror-Sturz stieg Marc Marquez wieder auf seine Honda und absolvierte das Qualifying für den Grand Prix von Italien in Mugello. Zunächst lag der Spanier allerdings im dritten Freien Training erneut im Kiesbett. Es war aber ein harmloser Ausrutscher. Im Qualifying meisterte der Youngster problemlos Q1 und mischte anschließend auch in Q2 im Spitzenfeld mit. In der Schlussphase konnte Marquez allerdings nicht mehr zulegen und beendete das Qualifying auf dem sechsten Platz.

Sechs Zehntelsekunden fehlten auf die Pole-Zeit seines Teamkollegen Dani Pedrosa. Trotz der Schmerzen zeigte Marquez keine Furcht und gab wieder mächtig Gas. "In der Schulter habe ich einen kleinen Haarriss, dazu schmerzen die Beine. Das Gesicht schmerzt auch. Trotzdem kann ich das Motorrad fahren. Morgen wird es schwierig, weil es ein schwieriger Kurs ist, denn es ist durch die vielen Richtungswechsel ein körperlich anstrengender Kurs", sagt der 20-Jährige nach dem Qualifying.

Der Sturz beeinflusste das bisherige Wochenende, denn Marquez ist zum ersten Mal mit der MotoGP in Mugello unterwegs und kämpft gegen die "alten Hasen". "Es war gestern nicht nur der Crash, sondern wir verloren dadurch auch viel Zeit für die Arbeit an der Abstimmung. Heute Vormittag hatte ich nicht nur mit der Abstimmung, sondern auch mit meinem Fahrstil Mühe. Im Vergleich zu Dani habe ich am Ende der Geraden drei bis vier Zehntelsekunden verloren. Am Nachmittag war es besser."

"Nach dem Crash hat es lange gedauert, bis ich wieder Vertrauen zum Motorrad gefunden habe", meint Marquez, dass der Unfall doch Spuren hinterlassen hat. Bei 338 km/h hatte er die Kontrolle über das Vorderrad verloren und bei rund 300 km/h war er zu Boden gegangen. Speziell am Vormittag ging er mit Respekt an diese Kuppe auf der Zielgeraden heran. "Ich drehte das Gas etwas früher zu und tastete mich in der Folge näher heran. Der Sturz ist aber so schnell passiert. Deshalb war es nicht einfach, wieder das Vertrauen zu finden. Jetzt weiß ich aber wieder, wie es geht. Man muss mit dem Druck am Bremshebel vorsichtig umgehen."

"Trotzdem bin ich Sechster geworden. Damit bin ich zufrieden", zeigt er sich gut gelaunt. Allerdings stellte der Spanier seine persönlich beste Runde schon im dritten von acht Umläufen auf. Hatte er keinen frischen Reifen zur Verfügung, weil er in Q1 fünf Runden fahren musste? "Ich hatte genug Reifen, weil gestern das erste Training verregnet war und am Nachmittag bin ich nur neun Runden gefahren. Das war eine Hilfe, denn ich konnte an einem Motorrad eine andere Abstimmung probieren und mir dann die beste Option aussuchen. Dann bauten wir die besten Dinge zusammen, aber wir können uns immer noch verbessern."

Auch fahrerisch machte Marquez am Samstag einen Schritt. In Q2 hängte er sich an das Hinterrad von Valentino Rossi (Yamaha) und studierte die Linien des Altmeisters. "Es ist ein sehr technischer Kurs. Ich wollte mich an jemanden anhängen, der den Kurs sehr gut kennt. Valentino war die beste Lösung", sagt der Shootingstar mit einem Schmunzeln. "Dann bin ich ihm nachgefahren, weil ich in einigen Passagen noch viel Zeit verloren habe. Dadurch konnte ich die richtigen Linien sehen. Dadurch fühlte ich mich viel besser."

Marquez kann sich an den Unfall genau erinnern

An den genauen Unfallhergang kann sich Marquez genau erinnern. "Es geht leicht bergauf und bergab. An dieser Stelle sind auch einige Bodenwellen. Ich bremste ein wenig später, aber etwas aggressiver. Zunächst war es noch okay, aber dann bremste ich etwas stärker und das Vorderrad blockierte. Ich löste dann wieder die Bremse, um den Sturz abzufangen, aber dann bekam das Vorderrad Grip und ich wurde auf das Gras gedrückt", berichtet er den brenzligen Moment. "Ich fuhr dann direkt auf die Mauer zu und sprang vom Motorrad."

"Als ich stürzte, hatte ich Angst, denn Kieselsteine sind in den Helm eingedrungen. Als erstes checkte ich die Beine, aber dann spürte ich Schulterschmerzen und Gesichtsschmerzen. Mein Kinn sieht nicht so gut aus, aber gestern war es viel schlimmer. Ich kann mich an alles erinnern, was sehr wichtig ist. Wichtig war auch, dass ich heute fahren konnte. Der Helm hatte große Schäden, aber mein Kopf war einwandfrei. Das ist das Wichtigste."

Unter all diesen Umständen will Marquez am Sonntag keine Bäume ausreisen. Seine Ziele formuliert er so: "Punkte. Über eine Runde kann ich dieses Tempo fahren, aber über die Renndistanz wird es schwierig." Bisher stand er in all seinen vier MotoGP-Rennen auf dem Podest.

Fotoquelle: Repsol

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