Stefan Bradl jagte der Unfall von Marc Marquez einen gewaltigen Schrecken ein

MotoGP 2013

— 04.06.2013

Bradl: "Natürlich hat man Angst sich zu verletzen"

Der Horror-Sturz von Marc Marquez hat die MotoGP-Stars aufgeschreckt: Stefan Bradl und Dani Pedrosa sprechen über die Angst auf dem Motorrad

Der Sturz von Marc Marquez beim zweiten Freien Training zum Großen Preis von Italien in Mugello bewegt auch Tage später noch die Gemüter in der MotoGP-Szene. Der Spanier hatte beim Anbremsen der ersten Kurve bei gut 330 km/h die Kontrolle über seine Honda verloren, war von der Strecke abgekommen und bei ca. 280 km/h von der Maschine abgestiegen. Wie durch ein Wunder überstand der 20-Jährige diesen Sturz nahezu unverletzt. Neben einer starken Prellung am Knie und blauen Flecken wurde lediglich ein Haarriss im rechten Oberarm diagnostiziert.

Für seinen Teamkollegen Dani Pedrosa steht damit fest: "Er hat da einen großen Schutzengel gehabt", sagt der Spanier bei 'ServusTV'. "Ein klein bisschen mehr, dann wäre das ein Drama gewesen, da brichst du dir sehr schnell die Knochen. Aber er springt von Motorrad und steht einfach auf", schüttelt der Spanier den Kopf. Auch Stefan Bradl jagte der Sturz seines Honda-Markenkollegen und früheren Moto2-Rivalen einen gehörigen Schrecken ein.

"Ich habe den Sturz erst einen Tag später gesehen, und natürlich war es im ersten Moment ein Schock, weil man sieht: 'Oh, das hätte auch anders ausgehen können'", so Bradl bei 'ServusTV'. TV-Experte Alex Hofmann dankt ebenfalls Marquez' Schutzengel. "Da hat er sehr viel Glück gehabt, das kann anders ausgehen", so der Deutsche bei 'ServusTV'. "Ich habe mir früher sehr viel gebrochen, nach solch einem Sturz wäre meine Saison erst mal vorbei gewesen", meint Hofmann.

Sturz eine schmerzhafte Lernerfahrung

Nachdem der Sturz für Marquez glücklicherweise glimpflich endete, sieht Hofmann diesen als Teil des Lernprozesses des 20-jährigen Rookies in der MotoGP: "Marc ist gerade dabei, sich den Respekt der MotoGP zu holen. Er hat keine Angst vor niemanden, und so fährt er auch. Er ist ein reisen Talent. Aber ich glaube, dieser Sturz hat ihn ein bisschen gebremst", so der frühere MotoGP-Pilot. "Er muss lernen, sich zu kontrollieren", fordert Hofmann.

Marquez ist jedoch nicht der erste Pilot, der nach dem Aufstieg in die MotoGP zunächst schmerzhaftes Lehrgeld zahlen musste. Auch Jorge Lorenzo landete in seiner ersten Saison in der Königsklasse regelmäßig auf dem Boden, und auch Pedrosa erinnert sich nur ungern an seine Anfangsjahre zurück. "Ich hatte einige schlimme Stürze, kurz hintereinander", so sich der 27-Jährige.

"Fliegengewicht" Pedrosa war nach seinem Aufstieg aus der 250ccm-Klasse mit dem schweren und leistungsstarken Motorrad vor allem körperlich teilweise überfordert. "Als ich in die MotoGP kam, hatte ich nicht die Fitness wie heute und war körperlich schwächer. Ich konnte das Motorrad nicht ständig kontrollieren und hatte durchaus auch ein bisschen Angst, weil ich die Situation nicht unter Kontrolle hatte", gibt der Spanier zu.

Die Angst fährt mit

"Wenn du dann stürzt, sagst du: 'Hoppla! Jetzt erst einmal das Ding wieder unter Kontrolle bringen', und dann gehst du wieder ans Limit", so Pedrosa. Auch Bradl erklärt, dass die Angst im Hinterkopf immer mitfahre. "Natürlich gibt es Situationen, in denen man respektvoll damit umgeht, und natürlich hat man Angst sich zu verletzen. Ich will mir nicht wehtun", so der 23-Jährige. "In einer grenzwertigen Situation ist ein Automatismus im menschlichen Körper, der einen zurückstecken und sicher handeln lässt."

Auch der Fahrernachwuchs registriert Stürze von Vorbildern wie Marquez. "Wenn solch ein Sturz passiert, der weltweit im Fernsehen zu sehen ist, dann ist das natürlich ein Thema", berichtet August "Gustl" Auinger bei 'ServusTV'. Der fünfmalige Grand-Prix-Sieger betreut heute die Talente in der Nachwuchsserie Red-Bull-Rookies-Cup. Als Anschauungsmaterial verwendet der Österreicher Unfälle wie den von Mugello jedoch nicht: "Bei meiner Arbeit mit den Jungs suche ich keine Stürze als abschreckendes Beispiel, sondern es geht darum, dass sie ihre Arbeit ernst nehmen."

"Ich sage immer: 'Seid Kinder, schaut, dass ihr eine Kindheit habt, aber wenn wir uns dann Renntag an der Strecke treffen, gibt es nur Rennen", berichtet Auinger über die Arbeit mit den 13- bis 16-Jährigen. "Weil der Motorsport gefährlich ist. Das wissen sie alle, aber wir brauchen kein abschreckendes Beispiel. Erschrecken würde ein Sturz meine Jungs ohnehin nicht. Sie wachsen damit auf", meint der 58-Jährige. "Sie sehen das völlig anders als wir. Wenn du Ursache klar ist, stehen sie auf und fahren weiter."

Fotoquelle: Honda

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