In Mugello hielt Jorge Lorenzo das Honda-Duo in Schach

MotoGP 2013

— 08.06.2013

Yamaha sieht sich gegenüber Honda nicht im Nachteil

Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli sieht technisch keinen Nachteil gegenüber Honda - Jorge Lorenzo erkennt bei hohen Streckentemperaturen Schwierigkeiten

Nach fünf Rennen steht es im Zweikampf zwischen Honda und Yamaha 3:2. Jorge Lorenzo gewann für Yamaha den Auftakt in Katar und hat nach einer kleinen Durststrecke zuletzt in Mugello wieder zugeschlagen. Dazwischen hielten die beiden Honda-Werksfahrer Marc Marquez und Dani Pedrosa das Zepter hoch. Es stellt sich die ewige Frage, ob die M1 oder die RC213V das bessere Motorrad ist. Generell sind beide Konzepte auf einem ähnlich hohen Niveau. Je nach Streckencharakteristik ist entweder Yamaha oder Honda besser. Dazu kommt es auf Details wie die Streckentemperatur an.

Die WM-Wertungen sprechen derzeit eine deutliche Sprache für Honda. In der Herstellerwertung, wo jeweils nur das beste Ergebnis eines Fahrers zählt, hat Honda neun Punkte Vorsprung auf Yamaha. In der Teamwertung, wo die Ergebnisse beider Fahrer einfließen, liegt Honda sogar deutliche 42 Punkte vor Yamaha. Wer hätte vor Saisonbeginn gedacht, dass die Fahrerpaarung Dani Pedrosa/Marc Marquez besser ist als die beiden Weltmeister Lorenzo und Valentino Rossi?

Yamaha-Teamdirektor Massimo Meregalli glaubt nicht, dass Honda stärker ist. "Ich glaube nicht, dass Honda das beste Paket hat. In Katar war Yamaha besser und in Jerez wurden wir von den niedrigen Temperaturen bestraft, weshalb wir die harten Reifen nicht verwenden konnten", erläutert Meregalli bei 'GPOne.com'. "Während der Trainings wurden mehr als 20 Grad gemessen und drei M1 waren vor allen anderen. Es hängt auch von der Strecke ab."

Zudem sind die Streckentemperaturen ein großer Faktor, wie Lorenzo erklärt: "Bei hohen Temperaturen haben wir einige Probleme mit dem Heck. Wenn wir in den Kurven ans Gas gehen, beginnt das Heck zu rutschen. Das beeinflusst auch die Front. Wir können mit dem Motorrad nicht richtig in die Kurven einbiegen, wie es bei niedrigeren Temperaturen der Fall ist."

Zudem war von den Yamaha-Fahrern immer wieder der Wunsch nach mehr Motorleistung zu hören gewesen. Dennoch feierte Lorenzo auf dem schnellen Mugello-Kurs nun schon seinen dritten Sieg in Folge. Allerdings lagen die Yamaha- und Honda-Fahrer bei der Top-Speed-Messung in Q2 auf Augenhöhe. Lorenzo sieht das Thema Motorleistung derzeit auch entspannt: "Das ist nicht so schlecht. Ich beschwere mich nicht darüber. Honda hat sicher mehr Leistung. In Mugello war es schwierig, die richtige Getriebeübersetzung festzulegen."

"In diesem Jahr haben wir eine begrenzte Anzahl an möglichen Übersetzungen. Meine Übersetzung war etwas länger, doch auf den Geraden hatte ich keine Probleme. Wir müssen aber das Umlegen des Motorrades etwas verbessern." Im Anschluss an den Grand Prix in Barcelona findet am Montag ein offizieller Testtag statt. Honda und Yamaha werden aber nach Aragon fahren und dort testen. Meregalli weiß derzeit noch nicht, ob aus Japan große Entwicklungsschritte für diesen Test eintreffen werden.

Yamaha testet in Aragon

"Die Entwicklung der Elektronik und des Motorrades läuft ständig weiter. Von außen ist das aber schwierig zu sehen. In Japan wird an dem Getriebe ohne Zugkraftunterbrechung gearbeitet. Wir haben aber noch keine Bestätigung, wann und ob wir dieses Getriebe bekommen werden", hält Meregalli fest. "Sie verhalten sich bei Neuentwicklungen sehr diskret." Auffällig ist auch, dass Yamaha seit Le Mans schon den dritten Motor im Einsatz hat.

Bei Honda sind erst zwei der insgesamt fünf erlaubten Triebwerke verwendet worden. Meregalli erklärt diesen Umstand mit der "Rotation" der Motoren über die gesamte Saison gesehen. "Ich glaube, dass jemand in der zweiten Saisonhälfte darüber sprechen wird." Bezüglich Aragon-Test meint er: "Die Yamaha-Ingenieure teilen uns das Arbeitsprogramm immer erst in letzter Minute mit."

Ein großes Geheimnis machen die Yamaha-Ingenieure, die von Shigeto Kitagawa und Kouichi Tsuji angeführt werden, bezüglich der Elektronik. In diesem Gebiet konnten seit Einführung der 1.000er Triebwerke große Fortschritte erzielt werden, die sich direkt auf die Performance auswirken.

Fotoquelle: FGlaenzel

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