Jorge Lorenzo und Ben Spies waren 2011 und 2012 bei Yamaha Teamkollegen

MotoGP 2013

— 24.06.2013

Spies: Lorenzo hatte besseres Material

Pramac-Pilot Ben Spies erinnert sich an die Situation in der vergangenen Saison und kritisiert die Sensationslust der Medienvertreter

Ex-Superbike-Weltmeister Ben Spies ist seit 2010 Stammpilot in der MotoGP. Direkt nach dem Titelgewinn bei den Superbikes wechselte der US-Amerikaner ins Tech-3-Team. Nach einer guten Debtsaison, in der er zwei Podestpltze einfahren konnte, stieg er als Nachfolger von Valentino Rossi ins Yamaha-Werksteam auf. 2011 gewann er sein bisher einziges MotoGP-Rennen und wurde WM-Fnfter. Doch im vergangenen Jahr folgte der Absturz.

Spies kam 2012 auf etwa die Hlfte der Punkte, die er in seiner ersten Saison im Werksteam holen konnte. Obwohl die Yamaha M1 deutlich konkurrenzfhiger war als im Jahr zuvor - Jorge Lorenzo sicherte sich seinen zweiten Titel -, konnte Spies nicht an seine Leistungen anknpfen. Strze und technische Defekte bremsten den 28-Jhrigen immer wieder ein. Entsprechend hart wurde in den Medien mit Spies umgegangen.

"Es zeigt, wer die richtigen Medienvertreter und Fans sind. Im Motorradsport scheint es so zu sein, dass man nur so gut ist wie in seinem letzten Rennen. Ich finde das recht albern, doch leider ist es so", kritisiert Spies im Gesprch mit 'Crash.net'. "Ich widme den Sachen, die Leute online stellen normalerweise nicht viel Beachtung. Sie mssen Geschichten schreiben, um Aufmerksamkeit zu erreichen. Doch die Fans bekommen bei Dingen, die hinter den Kulissen geschehen, nur sehr selten die wahre Geschichte mit, weil die Werke nicht erlauben, dass diese verffentlicht wird."

Zu diesen Dingen zhlt vermutlich auch die Gleichberechtigung im Yamaha-Werksteam, die laut Spies in der vergangenen Saison nie gegeben war. Auf die Frage, ob er das gleiche Material zur Verfgung hatte wie Teamkollege Lorenzo, antwortet er mit "nein". "Das gehrt zu den Dingen, ber die man sich nie sicher sein kann. Ich wusste aber, dass das Chassis und der Motor unterm Strich nicht gleich waren", erklrt er.

"Das war selbst zu Beginn der Saison nicht so. Es gab whrend der Saison einige Motor-Upgrades, die wir nie bekamen. Es war schwierig, zu verstehen, was wie lief und an meinem Motorrad getestet wurde. Wir hatten aber nicht das gleiche Material zur Verfgung", betont Spies. Im Sommer 2012 verkndete er, in der Saison 2013 nicht mehr fr Yamaha zu fahren. Wochenlang war unklar, ob es ihn zurck zu den Superbikes zieht oder ob er zu einem anderen Team wechselt.

"Wir hatten einige Angebote aus der Superbike-WM, doch Ducati kam mit einem guten Plan zu mir. Wir befinden uns momentan nicht gerade in der optimalen Situation", bemerkt Spies, der groe Hoffnungen mit dem Einstieg von Audi verbindet. "Ich habe einen Zwei-Jahres-Vertrag. Am wichtigsten ist, dass ich den Vertrag mit dem Hersteller habe. Das hat zur Folge, dass ich fr Pramac, das Werksteam oder ein anderes Ducati-Team fahren kann. Pramac ist ein tolles Team. Doch fr mich war wichtig, dass ich einen Vertrag mit dem Werk abschliee", so Spies.

Fotoquelle: Yamaha

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