Cal Crutchlow war im Q2 mit seiner Tech-3-Yamaha klar der schnellste Pilot

MotoGP 2013

— 28.06.2013

Crutchlow erstmals auf Pole, Bradl in Reihe eins

Cal Crutchlow sichert sich bei der Dutch TT in letzter Sekunde die Pole-Position - Marc Marquez und Stefan Bradl in Startreihe eins, Valentino Rossi Vierter

Pole fr Cal Crutchlow: Der Brite hat in der "Kathedrale des Motorradsports" zugeschlagen und sich mit einer Traumrunde zum ersten Mal in seiner Karriere die Pole-Position gesichert. Es ging auf dem TT-Circuit in Assen (Niederlande) am Ende des Qualifyings extrem spannend zu und auch Stefan Bradl hatte die Chance auf den besten Startplatz. Als die Zeit abgelaufen war, hielt der Deutsche Platz eins, doch Marc Marquez und Crutchlow waren noch auf einer schnellen Runde und verdrngten Bradl noch auf Platz drei. Fr den Zahlinger ist es trotzdem das beste Qualifying-Ergebnis seiner MotoGP-Karriere.

"Es war sehr hart, weil wir in den Freien Trainings Probleme hatten", merkt Bradl an, dass das gute Ergebnis unerwartet kam. "Wir haben vor dem Q2 eine kleine nderung an der Gabel vorgenommen, die mir ein deutlich besseres Gefhl ermglichte. Ich konnte den neuen Reifen gut nutzen." Und dieses gute Gefhl setzte der Moto2-Weltmeister von 2011 perfekt um: "Startplatz drei ist gut. Ich freue mich ber einen Startplatz in der ersten Reihe. Ich hoffe, dass das Wetter gut bleibt und freue mich auf das Rennen."

Am Ende fehlten Bradl 0,480 Sekunden auf die Pole-Zeit von Crutchlow. An diesem Wochenende ist seine LCR-Honda nicht mit Nissin-Bremsen, sondern mit Stoppern von Brembo ausgestattet. Einen groen Tag feierte Crutchlow. Mit seiner Traumrunde in 1:34,398 Minuten nahm er Marquez 0,357 Sekunden ab. Es war fr Crutchlow die erste Pole-Position in der Motorrad-WM.

"Ich bin mit dem Startplatz sehr zufrieden, doch es ist fr mich keine richtige Pole-Position. Jorge war nicht dabei", hlt der Tech-3-Fahrer fest. "Ich htte gerne richtig mit ihm gekmpft. Hoffentlich kann ich das bei einigen Rennen im Verlauf der Saison noch nachholen. Wir haben gut gearbeitet. Ich war in den Freien Trainings nicht so zufrieden mit dem Setup. Wenn wir das Motorrad etwas ruhiger machen, dann kann ich noch schneller fahren. Ich freue mich auf morgen."

Crutchlow holte fr Yamaha in Abwesenheit von Lorenzo die Kohlen aus dem Feuer. Dagegen spielte Valentino Rossi keine groe Rolle. Das Qualifying war fr den Italiener in dieser Saison bisher ein Schwachpunkt, doch in Assen hat sich der zweite Yamaha-Werksfahrer mit Platz vier eine gute Ausgangsposition gesichert. Direkt daneben wird am Samstag Honda-Werksfahrer Dani Pedrosa auf Startplatz fnf stehen.

Pedrosa strzt

Fr den WM-Fhrenden verlief das Qualifying nicht nach Wunsch: Zunchst lag Pedrosa auf Platz eins, doch sechs Minuten vor Ablauf der Zeit klappte ihm in der Anbremsphase fr Kurve neun das Vorderrad schlagartig ein. Anschlieend ging der Spanier nicht mehr auf die Strecke und wurde noch auf Rang fnf zurckgereicht. Besser machte es sein Honda-Teamkollege Marquez: Im Freien Training am Vormittag hatte sich der Youngster bei einem heftigen Highsider den kleinen Finger der rechten Hand und den groen Zeh des rechten Fues angebrochen.

Trotzdem war der 20-Jhrige im Qualifying furchtlos unterwegs und eroberte Platz zwei. "Es ist wichtig hier zu sein. In der ersten Reihe zu stehen ist noch wichtiger. Ich hatte vor dem vierten Freien Training starke Schmerzen im Finger und im Fu. Morgen wird es vermutlich noch mehr weh tun", rechnet der Youngster mit einem anstrengenden Grand Prix. "Ich fhle mich sehr wohl auf dem Motorrad. Ich bin gespannt, wie ich die 26 Runden schaffe. Ich hoffe, dass es gut luft. Wir mssen abwarten wie die Bedingungen sind. Wir sollten bei beiden Bedingungen schnell genug sein."

Eine positive Vorstellung lieferte auch Rookie Bradley Smith ab (Tech-3-Yamaha). Der Brite war direkt fr Q2 qualifiziert und holte sich Startplatz sechs. Bester CRT-Vertreter war erneut Aleix Espargaro (Aspar) als Siebter. Auf Crutchlow fehlte dem Spanier eine Sekunde, doch er konnte einige Prototypen in Schach halten. Sein Aspar-Teamkollege Randy de Puniet wurde Neunter. Dazwischen steht Alvaro Bautista (Gresini-Honda) auf Startplatz acht in der dritten Reihe.

Mit eineinhalb Sekunden Rckstand betrieb Ducati-Werksfahrer Nicky Hayden Schadensbegrenzung. Mit Mhe schaffte der Ex-Weltmeister die Hrde in Q1 und es wurde schlussendlich Startplatz zehn. In Q2 hngte sich Hayden fr eine schnelle Runde an das Hinterrad von Rossi. Michele Pirro wurde mit der Pramac-Ducati Elfter. Mehr Fahrer nahmen nicht in Q2 teil.

Zum Zeitpunkt des Qualifyings war Jorge Lorenzo auf dem Weg zum Flughafen in Barcelona. Um 15:00 Uhr hob die Maschine Richtung Groningen ab. Sein gebrochenes linkes Schlsselbein wurde in der Nacht zum Freitag mit einer Titanplatte und acht Schrauben fixiert. Anhand der kombinierten Zeitenliste der drei Freien Trainings war der Weltmeister direkt fr Q2 qualifiziert. Da er nicht teilnahm, steht fr ihn Startplatz zwlf zu Buche. Wenn Lorenzo von den rzten grnes Licht erhlt, dann knnte er am Samstag an den Start gehen.

Q1: Klatsche fr Ducati

Im ersten Qualifikationsabschnitt musste das Ducati-Werksteam und Andrea Iannone mit der Pramac-Ducati gegen die versammelten CRT-Piloten mit Ausnahme von Espargaro antreten. Das stolze Werksteam musste sich strecken, denn auf der flssig zu fahrenden Strecke ist Handling ein entscheidendes Kriterium. Und es setzte die Klatsche fr Ducati: De Puniet stellte mit der CRT-Aprilia die Bestzeit in 1:36,087 Minuten auf und kam locker weiter ins Q2.

Hayden musste sich strecken und schaffte als Zweiter die Schadensbegrenzung. Der Ex-Weltmeister war um 75 Tausendstelsekunden langsamer als der Franzose und kam ebenfalls eine Runde weiter. Dagegen sa der Frust bei seinem Teamkollegen Andrea Dovizioso tief: Der Italiener fhlte sich von Hector Barbera (Avintia) aufgehalten und zeigte seinen Unmut, in dem er dem Spanier direkt vor das Vorderrad fuhr. In der Auslaufrunde wurde zwischen den beiden Fahrern heftig gestikuliert und Dovizioso trat mit dem Fu gegen die FTR-Kawasaki von Barbera.

Sportlich gesehen war das Ergebnis ernchternd: "Dovi" musste sich am Ende noch Barbera geschlagen geben und wurde nur Fnfter. Damit wird der Italiener am Samstag nur aus der fnften Reihe von Startplatz 15 starten. Auch bei Iannone lief es nicht optimal. Kurz vor Ablauf der 15 Minuten strzte der Rookie. Er kam als Dritter ebenfalls nicht weiter. In der sechsten Reihe werden Danilo Petrucci (Ioda), Karel Abraham (Cardion) und Colin Edwards (Forward) auf den Pltzen 16 bis 18 stehen.

Bryan Staring (Gresini), Claudio Corti (Forward) und Yonny Hernandez (PBM) teilen sich Startreihe sieben. Ganz hinten folgen Michael Laverty (PBM), Lukas Pesek (Ioda) und Aoyama-Ersatz Ivan Silva (Avintia).

Fotoquelle: Tech 3

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