In Assen eroberte Cal Crutchlow seine erste Pole-Position in der MotoGP

MotoGP 2013

— 02.07.2013

Crutchlow: Wo geht die Reise 2014 hin?

Cal Crutchlow steht weiterhin ohne Vertrag für 2014 da - Sein Verbleib bei Tech 3 hängt davon ab, ob Yamaha mehr technische Unterstützung bietet

Das Fahrerkarussell ist in diesem Jahr äußerst ruhig. Dani Pedrosa und Marc Marquez haben für das kommende Jahr einen Vertrag bei Honda, und auch Jorge Lorenzo und Valentino Rossi sind 2014 an Yamaha gebunden. Auch Stefan Bradl wird im kommenden Jahr bei LCR-Honda bleiben. Er hat einen Vertrag direkt mit HRC. "99,9 Prozent sind erledigt. Wir sagen immer, dass wir einen Zweijahresvertrag mit Stefan haben, weil es von unserer Seite die Möglichkeit für eine Veränderung gibt", wird Honda-Teamchef Livio Suppo von 'Motor Cycle News' zitiert. "Es liegt an uns, aber Lucio (Cecchinello, LCR-Teamchef; Anm. d. Red.) und Honda sind zufrieden."

"Er leistetet gut Arbeit und Lucio möchte ein drittes Jahr mit Stefan weitermachen, weil er ein guter Fahrer ist. Vielleicht braucht er noch etwas mehr Zeit, um das Optimum herauszuholen." Offen ist die Zukunft von Alvaro Bautista bei Gresini-Honda und von Nicky Hayden bei Ducati. Beide wollen bleiben. Im Mittelpunkt des Fahrerkarussells steht Cal Crutchlow. Er ist derzeit der beste MotoGP-Fahrer ohne Vertrag. In diesem Jahr fuhr der Brite schon dreimal auf das Podest und holte eine Pole-Position.

"Es muss noch entschieden werden, ob ich bei Ducati, Yamaha oder Honda fahren werde. Wir befinden uns mit allen in Gesprächen. Hoffentlich werden wir in den nächsten Tagen wissen, was wir tun werden", wird Crutchlow von der 'BBC' zitiert. Er will Werksunterstützung haben, was derzeit laut Yamaha für das Tech-3-Team nicht möglich ist. "Im Moment befindet sich meine Karriere im Aufschwung. Ich komme der Spitze immer näher und kann bald um Siege kämpfen."

"Ich möchte keinen Schritt zurück machen. Im nächsten Schritt will ich in einem Werksteam fahren, aber es muss mit dem richtigen Material sein." Suzuki fällt aus, denn die Japaner kehren erst 2015 in die MotoGP zurück. "Das ist eine große Enttäuschung für die Meisterschaft, denn es wäre sehr schön gewesen, wenn ein weiterer Hersteller in der Startaufstellung gestanden wäre", bedauert Crutchlow den Wegfall einer Option für sich.

Um das Tech-3-Team ranken sich derzeit viele Gerüchte. Bleibt Crutchlow mangels Alternativen? Hat Pol Espargaro schon einen Vertrag bei Yamaha unterschrieben und wird bei Tech 3 platziert? Und was wird mit Rookie Bradley Smith, der einen Zweijahresvertrag hat? "Wenn ich bleiben würde und Yamaha Pol Esparagro bringt, was machen sie dann mit Bradley Smith?", fragt sich auch Crutchlow.

"Es wäre Bradley nicht fair gegenüber, seinen Zweijahresvertrag aufzulösen. Er macht im Moment keinen schlechten Job. Das Tech-3-Projekt ist für ihn für zwei Jahre angedacht. Warum sollte man ihm das wegnehmen?" Bei Smith läuft es in letzter Zeit immer besser. In Barcelona wurde der Brite Sechster und zuletzt in Assen glänzte er mit Startplatz sechs und überholte in der letzten Kurve noch beide Ducati-Werksfahrer.

Tech-3-Teamchef Herve Poncharal lässt sich nicht in die Karten blicken: "Ich muss sehr diplomatisch mit meiner Antwort sein. Wir konzentrieren uns jetzt auf 2013. Wir haben zwei Fahrer, die ihr Bestes geben. Cal kämpft gegen Valentino, was für uns ein großartiges Ergebnis ist. Bradley wurde abschätzend behandelt, aber in Barcelona wurde er Sechster und besiegte Dovizioso. Im Qualifying hat er auch gute Ergebnisse", wird Poncharal von 'GPOne.com' zitiert.

Und was hat es mit dem Thema Pol Espargaro auf sich? "Das ist nicht mein Problem. Ich habe nie mit ihm gesprochen. Man muss Yamaha nach ihm befragen", sagt der Franzose klar. Die Schlüsselfigur ist weiterhin Crutchlow. "Er ist in er WM Vierter und zählt zu den fünf besten Fahrern. Er ist der einzige von ihnen ohne Vertrag für das nächste Jahr. Natürlich besteht an ihm großes Interesse. Vor Barcelona dachte er, dass er vielleicht zu Suzuki geht. Jetzt kann er nur hier bleiben, oder zu Ducati gehen."

"Cal ist an einem Punkt seiner Karriere, an dem er Werksunterstützung will. Wenn er bei Yamaha bleibt, dann weiß er, was ihm technisch geboten wird. Lorenzo zu schlagen ist auch mit dem gleichen Motorrad nicht einfach. Wenn das Motorrad ein oder zwei Entwicklungsschritte zurückliegt, dann ist es unmöglich. Er hätte mit einem anderen Motorrad mehr Chancen. Hinter Ducati steht ein großes Team und sie sind nicht so weit hinter Honda und Yamaha zurück", findet Poncharal.

Auch für den Teamchef ist die Situation nicht einfach. Viel bei der Entscheidung hängt von Yamaha ab. Poncharal ist sich bewusst, dass er seinen Starpiloten verlieren könnte. "Ich weiß, dass das passieren kann. Cal ist eine besondere Person. Ich habe schon mit vielen Fahrern gearbeitet, aber er ist für mich mehr. Er ist ein Freund. Mit dieser Antwort bin ich nicht diplomatisch. Sollte sich ihm eine gute Chance bieten zu wachsen und sein Talent zu zeigen, dann wäre ich traurig, weil er uns verlassen würde. Ich würde mich für seine Wahl aber auch freuen."

Crutchlow hat auch ein weiteres Ass im Ärmel, denn Dorna-Boss Carmelo Ezpeleta will ihn unbedingt auf einem konkurrenzfähigen Motorrad sehen. Crutchlow hat viele Fans gewonnen und ist für den nicht zu unterschätzenden britischen Markt sehr wichtig. "Alle sind mit Cal glücklich. Carmelo zählt ihn zu den Topleuten der Meisterschaft. Wir arbeiten alle zusammen, mit Yamaha, den Sponsoren und der Dorna, damit wir die beste Lösung finden. In Mugello haben wir uns mit Yamaha getroffen. Crutchlow möchte bleiben, aber er verlangt mehr technische Unterstützung", streicht Poncharal das Hauptkriterium hervor.

Fotoquelle: Tech 3

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