MotoGP 2013

— 05.07.2013

Arzt hatte Lorenzo von Assen-Start abgeraten

Jorge Lorenzo trat nach dem Schlüsselbeinbruch gegen den Rat des behandelnden Arztes zum Rennen in Assen an - Bruch war ungewöhnlich und gefährlich



Jorge Lorenzos heldenhafte Fahrt beim MotoGP-Rennen in Assen, wo der Weltmeister nur 48 Stunden nach seinem Schlüsselbeinbruch auf Platz fünf fuhr, erfolgte gegen den ausdrücklichen Rat seines behandelnden Arztes. "Ich habe ihm geraten nicht zu fahren", wird Dr. Joaquin Rodriguez von 'SpeedTV.com' zitiert. Der Mediziner hatte Lorenzo nach seinem Sturz im zweiten Freien Training am Donnerstag in der Nacht zum Freitag in Barcelona operiert.

Ursprünglich sollte die Operation des gebrochenen linken Schlüsselbeins in den Niederlanden von Dr. Xavier Mir durchgeführt werden, der bereits viele Motorrad-Rennfahrer operiert hat. Da der Operationssaal des Krankenhauses jedoch durch einen Notfall belegt war, verwies Mir Lorenzo an seinen Kollegen Rodriguez in Barcelona, wohin der Yamaha-Pilot und Teammanager Wilco Zeelenberg per Privatjet reisten.

Die Verletzung des 26-Jährigen stellte sich im Verlauf der Operation als schwerwiegender als zunächst vermutet heraus. "Lorenzo hatte sich das Schlüsselbein vorher schon einmal gebrochen, und dies war ein ungewöhnlicher Bruch mit einem stark verschobenen Stück, welches sich sehr nahe an der Arterie und Verne befand, die unter dem Knochen verlaufen", erklärt Dr. Rodriguez. "Diese Art des Bruchs kann sehr ernsthafte Verletzungen der Venen nach sich ziehen."

Doch dem Ärzte-Team rund um Dr. Rodriquez gelang es, das dreifach gebrochene Schlüsselbein mit einer Titanplatte und acht Schrauben zu fixieren. Die meisten Schlüsselbeinbrüche seien nicht gefährlich,"aber dieser war es auf gewisse Weise schon. Ich habe ihm geraten nicht zu fahren, aber nachdem wir gesehen hatten, dass er sich das Rennen in den Kopf gesetzt hatte, haben wir ihm gesagt, welche Bewegungen er vermeiden soll", erklärt der Arzt.

So warnten die Ärzte Lorenzo konkret davor, den linken Arm um mehr als 90 Grad anzuheben und klärten ihn über Symptome auf, bei deren Auftreten er das Rennen hätte beenden sollen. Doch dazu kam es nicht: Der Yamaha-Pilot beendete des Rennen 35 Stunden nach der Operation nach einem wahren Husarenritt auf Position fünf. Die Untersuchung am folgenden Tag bei Dr. Rodriguez ergab keinerlei Komplikationen.

"Alles war perfekt. Lorenzo klagte lediglich über Schmerzen im unverletzten Arm. Das war das Resultat der Überbelastung der rechten Seite seines Körpers, weil er das Gewicht so weit wie möglich von der linken Seite weg verlagern wollte." Dennoch sei es für den Mediziner "kein Vergnügen" gewesen, das Rennen anzusehen, denn er hatte Angst davor, dass Lorenzo stürzt. Ein Sturz hätte ernsthafte Folgen haben können: "Die Platte hätte sich lösen oder verbiegen und die Arterien und Venen am Schlüsselbein schwerwiegend verletzten können", erklärt Dr. Rodriguez.

Fotoquelle: Yamaha

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