Nicky Hayden denkt über einen Wechsel in die Superbike-WM nach

MotoGP 2013

— 11.07.2013

Hayden zieht Superbike-WM in Betracht

Ex-Weltmeister Nicky Hayden sieht sich für das kommende Jahr auch in der Superbike-WM um, sollte Ducati seinen Vertrag nicht verlängern

Nicky Hayden ist eine der Schlüsselfiguren im Fahrerkarussell für die kommende Saison. Der Vertrag des US-Amerikaners bei Ducati läuft aus. Schon im Vorjahr stand seine Verlängerung lange auf der Kippe. Nun befindet sich der Weltmeister von 2006 in einer ähnlichen Situation, obwohl er leistungsmäßig auf einem ähnlichen Niveau wie sein Teamkollege Andrea Dovizioso ist. Bei anderen MotoGP-Teams sind die Plätze ebenfalls beschränkt und das Interesse an Hayden ist gering. Deshalb blickt er über den Tellerrand und sieht sich nach anderen Alternativen für die Zukunft um.

"Es stimmt, dass ich in Kontakt mit einigen Superbike-Teams stehe und Interesse habe. Ich würde liebend gerne mit dem richtigen Motorrad im richtigen Team in der MotoGP bleiben, aber im Moment sieht es nicht so gut aus", hat Hayden den Ernst der Lage erkannt. "Ich möchte weiterhin Rennen fahren, also muss ich mich umschauen. Ich muss sehen, welche Möglichkeiten ich habe. Meine erste Wahl wäre in der MotoGP zu bleiben und einen Prototypen zu fahren. Ich glaube, dass ich immer noch vorne mitfahren kann."

"Als Valentino vor zwei Wochen gewonnen hat, wurde das bestätigt. Ich bin zwei Jahre mit ihm als Teamkollege gefahren und ich war sehr konkurrenzfähig. Jetzt bin ich so stark wie 'Dovi', der im Vorjahr mehrmals auf dem Podium war. Zuletzt in Assen lag ich das gesamte Rennen bis zur letzten Kurve vor ihm. Ich glaube, dass ich immer noch hier sein kann, aber ich muss sehen, ob sich diese Möglichkeit ergibt." Hayden zählt sich noch lange nicht zum alten Eisen, doch bekanntlich ist das Fahrtalent bei Vertragsverhandlungen nicht immer ausschlaggebend.

Hat ihm Ducati bereits mitgeteilt, dass im nächsten Jahr kein Platz mehr ist? "Nein, das wurde mir nicht gesagt. In die andere Richtung habe ich aber auch nicht viel Feedback bekommen", hält Hayden seine derzeitige Lage fest. Er hängt in der Luft und muss sich umsehen. In der Superbike-WM hat Ducati mit der Panigale viel Mühe. Auch Ex-Weltmeister Carlos Checa konnte mit Ausnahme einer Pole-Position keine Wunderdinge mit diesem Motorrad bewirken.

Mit Ducati hat sich Hayden bisher nicht über die Superbike-WM unterhalten. "Nein, darüber haben wir nicht gesprochen. Ich werde dort sicher kein Privatmotorrad fahren." Im Vorfeld der MotoGP-Premiere in Austin drehte Hayden mit der Panigale einige Runden auf der neuen Grand-Prix-Strecke. "Es ist ein tolles Motorrad zu fahren, aber wie es im Rennen sein würde, kann ich nicht sagen. Ich bin damit gefahren, um die Strecke zu lernen."

"Die Panigale hat viel Spaß gemacht. Ich habe nicht auf Rundenzeiten geschaut, aber auf der Strecke ist es ein tolles und starkes Motorrad. Ducati hat gut gearbeitet. Es ist schade, dass sie nicht bessere Resultate holen", bedauert Hayden, kennt die Gründe dafür aber nicht. "Ich kenne die Situation von Ducati in der Superbike-WM nicht genau. Ich habe mit ihnen auch noch gar nicht darüber gesprochen. Es ist schade, dass sie keine guten Resultate haben, denn wir wissen alle, dass Carlos ein guter Fahrer ist. In der Vorwoche haben sie gemeinsam mit uns in Misano getestet."

Superbike-WM: Keine Gespräche mit Ducati

Sollte Hayden die Serie wechseln, dann würde er auf einige alte Bekannte wie Marco Melandri treffen. "Ich bin gegen einiger dieser Jungs schon lange keinen Rennen mehr gefahren. Ich glaube nicht, dass der Wechsel nach zehn Jahren einfach wird, aber wir müssen abwarten. Jetzt kommen mit dem Sachsenring und Laguna zwei Strecken, die mir sehr gefallen. In der Sommerpause werden wir dann weitersehen", meint der Routinier über die kommenden Wochen, wenn eine Entscheidung über seine Zukunft fallen könnte.

"Ich verfolge verschiedene Rennserien, Dirt-Track, Supercross, BSB - ich bin ein Motorradfan! Ich plane jetzt meine freien Wochenenden nicht so, dass ich vorm Fernseher sitze und mir die Rennen ansehe. Ich schaue mir die Highlights an. Ich war schon seit einigen Jahren nicht mehr bei einem Rennen der Superbike-WM. Alle Details kann ich darüber deshalb nicht erklären, aber es ist eine Weltmeisterschaft. Es gibt keine einfachen Serien. Es ist eine Weltmeisterschaft und es sind Werke engagiert."

Sollte Hayden in Zukunft auch Superbike-Weltmeister werden, dann wäre er bisher der einzige Fahrer, der in beiden Serien Champion wurde. "Ich hatte den Gedanken, aber das ist nicht meine erste Priorität. Es wäre sicher nicht schlecht." In der MotoGP gibt es bei Honda und Yamaha keine freien Plätze. Sollte Ducati den Vertrag nicht verlängern, gäbe es auch noch andere Möglichkeiten. Hayden ist sich aber nicht sicher: "Wir kennen derzeit das Potenzial dieser Production-Bikes nicht. Es hängt auch viel von den Einsatzteams ab. Wenn es ein gutes sportliches Level wäre, dann würde ich mir das sicher überlegen."

"Ich glaube an Ducati. Unser Sponsor und meine Jungs sind unglaublich. Ich glaube an viele Leute hier und habe nicht aufgegeben. Wenn es möglich wäre, dann würde ich am liebsten bleiben. Es gibt keinen Grund, warum dieses Team mit diesen Leuten nicht wieder in der MotoGP gewinnen kann. Die vergangenen beiden Jahre waren schwierig, es kamen neue Leute an Bord und bestimmte Dinge müssen verbessert werden. Das Potenzial ist vorhanden. Ich liebe auch die Ducati-Fans."

Fotoquelle: Ducati

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