Marc Marquez hat zwei WM-Punkte Vorsprung auf Dani Pedrosa

MotoGP 2013

— 18.07.2013

Marquez macht sich für Laguna Seca keinen Druck

Marc Marquez verspürt keinen Druck, obwohl er als WM-Führender vor der neuen Herausforderung Laguna Seca steht

Marc Marquez reiste als WM-Führender über den großen Teich zur berühmten Strecke in Laguna Seca. Der Honda-Werksfahrer besucht an diesem Wochenende zum ersten Mal den Mazda-Raceway und ist bisher noch nie mit einem Motorrad durch die berühmte Corkscrew gefahren. Laguna Seca zählt zu den anspruchsvollsten Rennstrecken der Welt. Am Donnerstag fuhr Marquez den Kurs mit dem Moped ab und verschaffte sich einen ersten Eindruck. "Ich habe nicht so viele blinde Kurven erwartet. Es ist eine ganz andere Strecke, ich werde es morgen sehen."

"Ich muss es an diesem Wochenende ruhig angehen, denn es ist eine schwierige Strecke. Selbst mit einem Moped kann man die Bodenwellen spüren. Ich werde mein Bestes geben", sagt der Spanier über seine ersten Eindrücke. "Wenn man sich die Strecke im Fernsehen ansieht, kann man sich vorstellen, wie sehr es bergauf und bergab geht. Aber erst wenn man hier ist, sieht man es richtig. Es ist schön. Mir gefällt es hier gut und ich habe ein gutes Gefühl. Wenn man eine Strecke zum ersten Mal mit einem MotoGP-Bike fährt, weiß man nie. Es wird sicherlich schwierig."

Stefan Bradl kam im Vorjahr mit einem Superbike nach Laguna Seca und drehte einen Tag lang Runden, um sich erste Eindrücke der Strecke zu verschaffen, bevor das Grand-Prix-Wochenende im Kalender stand. Marquez fehlt diese Erfahrung. "Ich habe darüber nachgedacht und wollte mit einem Straßenmotorrad im Vorfeld testen. Das war aber nicht möglich. Ich werde zum ersten Mal mit der MotoGP auf dieser Strecke fahren."

Wie wichtig Streckenkenntnis ist, musste Valentino Rossi beim Laguna-Seca-Comeback im Jahr 2005 erkennen. Damals hatte der Italiener keine Chance gegen die beiden US-Amerikaner Nicky Hayden und Colin Edwards. "Ich kann mich sehr gut an 2005 erinnern. Damals war ich zum ersten Mal hier. Ich kann mich erinnern, dass wir ein eineinhalb Stunden langes Training hatten", blickt Rossi zurück. "Das war das einzige Mal, dass ein Training so verlängert wurde."

"Die Motorräder waren damals ganz anders. Man hatte weniger Elektronik zur Verfügung und musste mehr mit der Gashand arbeiten. Die Reifen waren auch ganz anders. Es war schwierig, die richtigen Linien und Bremspunkte für die blinden Kurven zu finden. Ich versuchte Nicky zu folgen, aber er drehte immer zu. Im Rennen war er nicht zu schlagen. Ich habe gute Erinnerungen." Rossi, der sich mit Marquez gut versteht, hat für den Rookie auch einen Tipp parat.

"Es ist eine sehr schwierige Strecke mit vielen blinden Kurven. Man muss die richtigen Linien sehr genau kennen, um am Ende der Runde schnell zu sein. Deshalb rate ich Marc, dass er hier sehr langsam fährt, Kurve für Kurve versteht und dann im nächsten Jahr angreift", kann sich der neunfache Weltmeister einen Scherz nicht verkneifen. Auch Cal Crutchlow sieht die Situation von Marquez recht ähnlich: "Es wird für ihn sicher ein schwieriges erstes Training, denn das Motorrad neigt zu Wheelies und die Zielgerade ist sehr kurz."

Marquez sieht die WM-Situation entspannt

"Ich glaube nicht, dass Marc Ratschläge braucht. Es wird für ihn ein schwieriges erstes Training, aber wenn er Schnellster ist, dann wissen wir, dass er vor zwei Wochen hier war", merkt der Brite mit einem Zwinkern an. Lokalmatador Hayden gewann nicht nur im Jahr 2005, sondern auch 2006. "Es ist eine schwierige, aber kurze Strecke. Deshalb kann man in den Trainings viele Runden fahren. Kurve eins und die Corkscrew sind am schwierigsten, weil sie blind sind."

"Die übrigen Kurven sind recht einfach. Die Strecke ist sehr eng, weshalb es nur eine Linie gibt", beschreibt der Ducati-Werksfahrer. "In der Rainey-Kurve sind einige Bodenwellen. Man muss sie verstehen. Marquez hat keine Probleme schnell zu fahren. Vielleicht nicht im ersten Training, aber er wird wohl nicht lange brauchen." Marquez präsentierte sich am Donnerstag im Fahrerlager entspannt, obwohl er die WM anführt und vor einer unbekannten Strecke steht. "Für die Show ist es sehr gut. 37 Punkte trennen mich und Valentino, wir sind fünf Fahrer. Pedrosa und Lorenzo werden sicher schnell sein, weil sie stark sind", meint Marquez.

Test in Aragon war wichtig

"Ich versuche es Rennen für Rennen anzugehen und immer auf dem Podium zu landen. Wenn ich um den Sieg kämpfen kann, dann werde ich es versuchen. Ich muss mit der gleichen Einstellung und Konzentration weitermachen." In den vergangenen Wochen hat der zweifache Saisonsieger weitere Fortschritte in der Königsklasse geschafft. "Der Test in Aragon war sehr wichtig für mich, weil wir eine andere Abstimmung probiert haben. Diese hat in Assen und auf dem Sachsenring sehr gut funktioniert."

"Ich komme nun mit dem Motorrad besser zurecht", sagt Marquez. "Jedes Rennen ist anders. Hier wird es sicher schwieriger, aber ich fühle mich auf Strecken wie dem Sachsenring sehr gut. Nach dem Rennen war ich nicht müde, was sehr wichtig ist. In den ersten Rennen war ich nach dem Rennen körperlich zerstört. Das lag nicht an meiner körperlichen Verfassung, sondern ich habe zu sehr attackiert. Jetzt fühle ich mich mit dem Motorrad besser. Schritt für Schritt wächst mein Selbstvertrauen."

Am Freitag werden auch Pedrosa und Lorenzo wieder auf ihre Motorräder steigen, wenn sie den medizinischen Check in der Früh bestehen. Marquez zollt Lorenzo Respekt, dass er es nach der zweiten Schlüsselbeinoperation erneut probiert. "Valentino hat bereits in Deutschland gesagt, dass Jorge hier zurückkommen wird. Ich sah es ähnlich. Wenn er es in Assen geschafft hat, warum nicht auch hier. Wenn er fühlt, dass er das Motorrad fahren kann und schnell ist, dann warum nicht. Es ist auf jeden Fall beeindruckend. Dass er hier zurückkommt zeigt, dass er mental stark ist."

Fotoquelle: Honda

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